Press "Enter" to skip to content

Henning Baum plädiert für den Müßiggang: „Ich muss mich ausruhen“

Zwang zur Erwerbstätigkeit zeichnet unsere Gesellschaft aus

Henning Baum hält die Freiheit, wie wir Deutschen sie leben, nur für eine Illusion. So warnt der Schauspieler vor allem davor, sich voll und ganz der Arbeit hinzugeben. „Der Zwang zur Erwerbstätigkeit zeichnet unsere Gesellschaft aus. Um heute einigermaßen gut leben zu können, muss man sich schon krumm machen. Da bleibt nicht mehr viel Zeit, das zu leben, was man Muße nennt. Bei den Deutschen wird das ja auch direkt als Untugend dargestellt“, sagt er im Interview mit GALA MEN (Ausgabe 2/2015, ab 4. Juni im Handel). „Ich glaube aber, dass das mußevolle Leben ab und zu sehr wichtig ist. Ich merke, dass ich mich immer wieder von der Arbeit distanzieren muss. Ich muss mich ausruhen.“

Zudem will er sich nicht mit dem gesellschaftlichen Trend abfinden, jeden Schritt, den man tut, elektronisch messen und bewerten zu lassen und so in einem ständigen Wettbewerb zu stehen. „Das Bild, das wir vom Menschen haben, wäre ein verfehltes, wenn wir ihn in seiner Entwicklung nur als Teil einer Produktionskette sehen. Alles unterliegt inzwischen dem Effizienzkriterium. Davor würde ich extrem warnen“, so Baum im GALA MEN-Gespräch.

Würde man das ganze Leben der Effizienz unterwerfen, bliebe seiner Meinung nach vieles auf der Strecke – die Fantasie, die Kreativität, die Poesie. „Es gibt ja heute diesen Trend, alles, was man tut, per Smartphone aufzuzeichnen, Kalorien zu zählen, Schritte zu zählen… das ist doch ein ganz großer Käse. Als ob man so sein Leben optimieren könnte. Das Gegenteil ist der Fall: Man versklavt sich, weil man sich bis ins Private hinein diesem Effizienzgedanken unterwirft. Ich lehne das ab!“ GALA MEN Andrea Wagner Gruner + Jahr GmbH & Co KG www.gala.de

Ihre Meinung ist wichtig!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2019