Press "Enter" to skip to content

Rennen um CDU-Vorsitz: FDP-Vize rechnet mit Kramp-Karrenbauer

Strack-Zimmermann: Wenn Merkel sich zurückzieht, sind wir offen neue Koalitionsgespräche

Die FDP-Vize Marie-Agnes Strack-Zimmermann geht davon aus, dass sich im Rennen um den CDU-Vorsitz Annegret Kramp-Karrenbauer gegen ihre beiden Mitbewerber durchsetzen wird. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Strack-Zimmermann: „Ich glaube, dass Frau Kramp-Karrenbauer es schafft, weil sie so unprätentiös und uneitel ist wie die Kanzlerin und auch genau so unterschätzt wird wie Frau Merkel vor 15 Jahren.“

Im Gegensatz zu ihrem Mitbewerber Friedrich Merz, der 15 Jahre lang nicht in der Politik war, sei die CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer eng mit der Parteibasis verbunden: „Sie weiß, was an der Basis läuft, das weiß Herr Merz nicht. Ich weiß gar nicht, ob er weiß, was die Basis ist.“ Nach Ansicht von Strack-Zimmermann eignet sich Merz nicht für den Vorsitz der Partei: „Herr Merz hat noch keine Wahl gewonnen und war 15 Jahre lang nicht in der Politik. Er hat bisher keine Frage beantwortet, wie er die Dinge sähe, wenn er Verantwortung übernähme.“ Parteien seien ein anderes Gefüge mit anderen Spielregeln als die Wirtschaft.¹

Jens Spahn konnte nicht anders. Im Rennen um den CDU-Vorsitz muss der Bundesgesundheitsminister an Boden gewinnen, sonst geht er beim Bundesparteitag in Hamburg am 7. Dezember chancenlos in die Abstimmung. Derzeit deutet vieles auf einen Zweikampf zwischen Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer hin. Und wenig spricht dafür, dass sich daran etwas ändert. Spahn muss also angreifen, wenn er den Trend drehen und es in die Stichwahl schaffen will. Aus seinen Worten klingt Enttäuschung. Der Münsterländer ist enttäuscht darüber, dass die Parteivereinigungen, die er als Basis zu haben glaubte, mehrheitlich nicht hinter ihm stehen, sondern hinter Merz. Das trifft sogar auf die Junge Union zu, die eigentlich als Spahn-Fanclub gilt. Und auf CDU-Politiker, die er in vielen Wahlkämpfen unterstützt hat und die jetzt ihrerseits Merz unterstützen.

Was den beiden CDU-Männern gemein ist: Sie sind konservativ, und sie sind Westfalen. Und da hört es auch schon auf. Merz ist Marktwirtschaftler, während Spahn als Gesundheitsminister die Sozialpolitik für sich entdeckt hat und mit der Erhöhung der Pflegebeiträge den Fürsorgestaat ausbaut. Wenn man so will, treffen da Ludwig Erhard und Norbert Blüm aufeinander. Dass der 38-Jährige Annegret Kramp-Karrenbauer wegen ihrer Haltung zur Ehe für alle angreift, ist aus persönlichen Gründen nachvollziehbar. Politisch-strategisch allerdings nicht. Besonders in der ostwestfälischen CDU weiß man, dass die Durchsetzung der Ehe für alle so kurz vor der Bundestagswahl zwei Direktmandate gekostet hat. Nämlich dort, wo viele Russland-Deutsche leben: in Bielefeld und im Kreis Minden-Lübbecke. Jens Spahn ist so konservativ, wie Guido Westerwelle liberal war.

Homosexuelle werden im politischen Geschäft wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht geschont – schon gar nicht vom linken Milieu, das sich als sicherer Hort für Minderheiten aller Art begreift, aber beim politischen Gegner keine Rücksicht nimmt. Ob Spahn, der wegen seines Ehrgeizes nicht besonders sympathisch wirkt, aus der Position des Außenseiters ein Überraschungssieg gelingen kann, hängt von seinen Auftritten bei den acht Regionalkonferenzen ab – die erste ist heute in Lübeck – und von der Choreographie des Parteitags ab. In der Messe Hamburg können sich Eigendynamiken entwickeln, die niemand vorhersagen kann.

Da geht es um die Reihenfolge, in der die Kandidaten ihre Reden halten, und Stimmungen im Saal. Und die können wuchtige Rhetoriker wie Merz und Spahn eher steuern als die sachliche, aber nicht unemotionale Kramp-Karrenbauer. Die Saarländerin ist die Kandidatin des Establishments, der Sauerländer der Kandidat der Parteibasis. Wessen Kandidat will der Münsterländer sein?²

¹Neue Osnabrücker Zeitung ²Westfalen-Blatt

1 Kommentar

  1. Anonymous

    AKK ist genauso bescheuert wie Merkill, Klöckner und Merz-Spahn—die CDU ist am Ende mit ihrer Scheisspolitik— sie haben nichts mehr anzubieten ausser Halbgescheiten- Merkillvertreter die die Politik von Merkill einfach weiterführen, oder üble Lobbyisten und Opportunisten wie Merz oder Himbeerbubis wie Spahn. Die CDU ist wie die SPD am Ende– Gott sei dank— jetzt muss man es schaffen die Grünen und Linke kaputt zu kriegen— alle nur AFD wählen ( FDP ist sowieso eine Nullnummer)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2018