Press "Enter" to skip to content

Das Börsenjahr 2019 hält auch Chancen bereit

Entwicklung der Aktienmärkte

Am Abwärtstrend der Börsen ist es abzulesen: Die Wirtschaft wächst nicht mehr so rasant wie in den Vorjahren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet auch das exportorientierte Deutschland. Die Unsicherheiten um die Stabilität der EU und der bevorstehende Brexit dürften ebenfalls Wachstumsdämpfer sein. Aber es gibt auch hausgemachte Probleme. Deutschland rennt der Digitalisierung trotz aller Bemühungen hinterher. Das gleiche gilt für die Herstellung von Elektrofahrzeugen. In beiden Fällen – unstrittig Megatrends – haben es Politik und Wirtschaft verschlafen, rechtzeitig Impulse zu setzen. Andere Länder sind hier weiter. Gut möglich, dass sich das eines Tages rächt. Aktuell aber gibt es keinen Grund für Pessimismus. Die deutsche Wirtschaft wächst ja noch – nur langsamer. Eine Rezession mit drohendem Arbeitsplatzabbau ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Jobaufbau dürfte auch 2019 weitergehen – und der Staat wird weitere Steuermilliarden einnehmen. Geld, mit dem die Binnenkonjunktur gestärkt werden sollte. Dazu gehört etwa eine rasche Abschaffung der kalten Progression.¹

Die Experten von GodmodeTrader prognostizieren die Entwicklung von DAX, EUR/USD, Edelmetallen, Dow Jones und den Aktienmärkten.

Demzufolge sollte man sich ein grobes Korrekturziel zurechtlegen, es liegt bei 21.298 Punkten.“ – so die Prognose von Elliott-Wellen-Experte André Tiedje am 03.01.2018. Der in diesem Zitat gemeinte Dow Jones Index ging an Heiligabend 2018 mit 21.792,20 Punkten aus dem Handel. Ein schönes Indiz dafür, dass Finanzmarktanalysen dem Blick in die Kristallkugel einiges voraushaben. Deshalb geben die Experten des Finanzportals GodmodeTrader (www.godmode-trader.de) auch in diesem Jahr wieder ihre Einschätzungen zu kommenden Entwicklungen ab.

DAX: Düstere Aussichten

Der DAX hat 2018 deutlich an Wert eingebüßt. Vom Jahreshoch 13.600 gab der DAX ca. 3.000 Punkte ab. Leider dürften die Kurseinbußen im Jahr 2019 weitergehen. Die Chartauswertung sagt voraus, dass der DAX im laufenden, mehrmonatigen Abwärtszyklus bis 8.700 fallen müsste. Dafür verantwortlich ist, dass der DAX den 10-jährigen Aufwärtstrend klar und deutlich verlassen hat. Darüber hinaus wurde eine mittelfristige Topbildungsphase mit dem Rückfall unter die entscheidende Horizontale bei 11.850 vollendet. Mit etwas Glück erreichen Zwischenanstiegsphasen vor dem Erreichen des Ziels 8.700 nochmals die Durchbruchshorizontale bei 11.850. Über 11.850 wäre das Erreichen des Ziels 8.700 in Frage zu stellen. – Rocco Gräfe, DAX-Experte bei GodmodeTrader

EUR/USD: Ambivalent ins Jahr 2018

Ende des Jahres 2018 präsentiert sich der EUR/$-Chart mit relativ gleichberechtigten Optionen in beide Handelsrichtungen. Vor allem langfristig überwiegt das Risiko, noch einmal Kurse unterhalb der Parität ansteuern zu müssen. Aktuell liegt der Kurs mittig zwischen dem letzten Tief aus 2017 und den letzten Hochs von 2018, was keine kurzfristigen Entscheidungen charttechnischer Art erwarten lässt. Oberhalb ca. 1,2200 beginnt sich das Chartbild aufzuklaren und ab ca. 1,2300 könnte das Paar sich dann in Richtung 1,2800 oder später gar ca. 1,3300/1,3500 in Bewegung setzen. Unterhalb ca. 1,0700/1,0800 dominieren wieder deutlicher die Abwärts-Risiken, die sich nach Bruch 1,0340 in Richtung 1,0000/0,9750 oder auch 0,9500 stärker durchsetzen könnten. – Michael Borgmann, Technischer Analyst bei GodmodeTrader

Edelmetall-Sektor/Gold: Das Jahr der Edelmetalle?

Die Edelmetalle hegen eine enge Korrelation zum US$. Die grobe Formel: US$-Index schwach = Edelmetalle stark (und umgekehrt). Der US$-Index wirkte zuletzt erschöpft, was für den Edelmetall-Sektor die Möglichkeit bieten könnte, weiter zu haussieren. Die charttechnischen Grundpfeiler im Gold lauten: Solange Gold nicht mehr unter 1.160$ fällt, ist das Erreichen recht sportlicher Kursziele möglich, zu nennen wären hier je ca. 1.320/1.350/1.375/1.420/1.480 sowie 1.525$. Ab Überschreiten der beiden erstgenannten Marken erhöhen sich die Chancen dafür deutlich. Zuvor wäre zu schauen, ob es der Kurs denn überhaupt nachhaltig an/über ca. 1.290$ schaffen kann, denn von hier oder später von ca. 1.320$ aus, darf Gold auch einfach wieder nach unten wegbrechen und Kursniveaus im Bereich von je ca. 1.100/1.050 oder auch 985$ ansteuern, was unterhalb 1.160$ generell ein latentes Risiko bleibt. Für den gesamten Edelmetall-Sektor darf man wohl sagen: „Solange Gold nicht mehr unter ca. 1.160/1.196$ handelt, könnte 2019 das Jahr der Edelmetalle werden.“ – Michael Borgmann, Technischer Analyst bei GodmodeTrader

Dow Jones: Früher hatten die Raketen noch Zünder

Am 24.12.2018 ging der DOW Jones Index mit einem Tagesschlusskurs von 21.792,20 Punkten aus dem Handel. (Zitat aus Pressemitteilung vom 03.01.2018: „Die Börse ist aber leider keine Einbahnstraße und demzufolge sollte man sich ein grobes Korrekturziel zurechtlegen, es liegt bei 21.298 Punkten.“) Für das Jahr 2019 darf ein Ende dieser Korrekturwelle angenommen werden, auch wenn sie noch einige Monate ins Land ziehen wird. Voraussichtlich wird sich der Boden zwischen 16.000,00 und 18.000,00 Punkten einstellen. Im Anschluss daran könnte sich der DOW Jones um das 29873,00er Ziel bemühen. – André Tiedje, Elliott-Wellen-Experte bei GodmodeTrader

Aktienmärkte: Der Druck wächst weiter

Eine deftige Korrektur an den Aktienmärkten war nicht nur überfällig, sondern auch wichtig. Fehlbewertungen und -allokationen müssen regelmäßig korrigiert werden. Insbesondere US-Aktien waren und sind zu teuer und werden nun von mehreren Seiten in die Mangel genommen: Die Gewinnmargen in den USA sind extrem hoch, teils durch monopol-/ oligopoloartige Renditen verursacht. Kaum vorstellbar, dass die Margen noch weiter steigen, eher geraten sie unter Druck. Auch Aktienbewertungen sind auf historisch hohem Niveau. So lag im Herbst 2018 das Kurs-Umsatzverhältnis im S&P 500 bei über 2,2. Historische Vergleichswerte legen einen Korrekturbedarf von weiteren 10 bis 20 % nahe. Ähnlich sieht es mit dem KGV, Shiller-KGV und dem Kurs-Buchwert-Verhältnis aus. Wenn nun aber die Gewinnmargen eher stagnieren oder sogar fallen und gleichzeitig die Bewertungen zurückgehen, dann übt dies natürlich doppelt Druck aus. Doch sind die Aussichten für 2019 (und 2020) je nach Anlagehorizont und Branche auch von Chancen geprägt: Die Aktienmarkt-Korrektur hat schon beachtliche Ausmaße angenommen. Bei den Banken, der Automobilbranche und dem Sektor Chemie trifft man auf sehr negatives Sentiment und relativ günstige Bewertungen. – Daniel Kühn, Chefredakteur von GodmodeTrader²

¹Westfalen-Blatt ²BörseGo AG

Ihre Meinung ist wichtig!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2019