Bundesdeutsche Zeitung

Nato droht in zweiter Trump-Amtszeit „noch härtere Gangart“ der USA

Für den Fall einer zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump sieht der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung massive Herausforderungen auf die Nato zukommen. „Die Nato würde auf einer Trump-II-Agenda wieder weit oben stehen. Da sollten wir uns auf eine noch härtere Gangart einstellen“, sagte Peter Beyer im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Zwar hält der CDU-Bundestagsabgeordnete „eine erklärte einseitige Kündigung der Nato-Mitgliedschaft für wenig wahrscheinlich“. Es könne aber „auf eine Art Zermürbung hinauslaufen, indem Washington die Allianz immer wieder mit neuen Forderungen zu Truppenverschiebung und -reduzierung konfrontiert und so versucht, die Nato nach eigenen Vorstellungen zu formen beziehungsweise zu verkleinern, was den US-Beitrag angeht“. Beyer betonte in der „NOZ“: „Für die Handlungsfähigkeit der Nato wäre eine zweite Amtszeit Trumps sicher mit Unwägbarkeiten verbunden. Nutznießer einer solchen Politik wären allen voran Russland und natürlich China.“

Mit Blick auf die deutschen, von US-Präsident Trump als zu niedrig gebrandmarkten Verteidigungsausgaben sagte der Transatlantik-Koordinator: „Deutschland muss in einer komplizierter und rauer werdenden Welt mehr Geld in die Bundeswehr investieren, damit wir schneller das Zwei-Prozent-Ziel der Nato erreichen.“ Nicht jede Kritik Trumps sei falsch, „nur weil sie von Trump kommt und überdeutlich vorgetragen wird“.¹

Der Kampf ums Weiße Haus geht in die heiße Phase. Am 3. November entscheiden die Wählerinnen und Wähler in den USA über ihren nächsten Präsidenten. In aktuellen Umfragen liegt Amtsinhaber Donald Trump hinter seinem Herausforderer, dem Demokraten Joe Biden. Die stetig steigende Zahl der Corona-Toten und die Black Lives Matter-Bewegung haben dem Image des US-Präsidenten schwer geschadet. Für seinen Widersacher, den ehemaligen Vize-Präsidenten unter Barack Obama, stehen die Chancen derzeit besser. Kann Trump das Blatt noch wenden?

Am Abend des 29. September, fünf Wochen vor der Wahl, treten die beiden Kontrahenten zum ersten von drei TV-Duellen gegeneinander an – es ist für beide ein entscheidender Test, bei dem viele Wählerstimmen gutgemacht oder eben auch verlorengehen können²

¹Neue Osnabrücker Zeitung ²phoenix-Kommunikation

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