Bundesdeutsche Zeitung

Weidel/Gauland: Beschlüsse des Corona-Gipfels sind völlig unzureichend

Weidel Gauland

Die Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag kommentieren die Ergebnisse der Schaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Länder-Regierungschefs:

Alice Weidel:

„Diese Beschlüsse sind ein Hohn für die Bürger, die zunehmend genug haben von der plan- und nutzlosen Lockdown-Politik der Bundesregierung und der Länder. Von einer ‚Ausstiegsperspektive‘ kann keine Rede sein angesichts dieser konfusen und undurchschaubaren Anhäufung von willkürlich aus dem Hut gezogenen Regeln, Zahlenwerten und Bedingungen.

Für die meisten Betriebe in Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungsgewerbe bedeuten die Beschlüsse weitere Wochen der Unsicherheit, die viele nicht überleben werden. Mit warmen Worten und periodisch wiederholten leeren Versprechungen können Unternehmer und Selbständige, die mit dem Rücken zur Wand stehen und vielfach ihre letzten Ersparnisse und Reserven schon verbraucht haben, ihre täglich wachsenden Verluste nicht ausgleichen. Tourismus, Hotellerie, Veranstaltungsgewerbe und Kultur fallen wieder durch den Rost. Die Verlängerung des erzwungenen Stillstands wird für viele Betriebe und Einrichtungen den Todesstoß bedeuten.

Während Merkels Kungelrunde weiter an der Verfassung vorbei die Bürger in einen Käfig aus Vorschriften und Verboten einsperrt, ignoriert sie offenbar immer noch das nun auch von RKI-Chef Wiehler angesprochene Tabuthema des hohen Migrantenanteils unter den Covid-Intensivpatienten. Es ist nicht hinnehmbar, die Bürger endlos in Kollektivhaftung für das Versagen und die Realitätsverweigerung der Bundesregierung zu nehmen, aber wegzuschauen, wenn sich bestimmte Bevölkerungsgruppen den Regeln und Appellen schlicht verweigern.“

Alexander Gauland:

„Die abermalige Lockdown-Verlängerung bis Ende März ist ein Willkürakt. Die realen Zahlen und Fakten geben dafür keine vernünftige Begründung her. Den Beweis oder eine stichhaltige Begründung für die angebliche ‚Notwendigkeit‘ des Lockdowns bleiben Kanzlerin und Ministerpräsidenten nach wie vor schuldig. Die angekündigten wenigen Lockerungen sind völlig unzureichend.

Merkel und ihr Corona-Küchenkabinett haben sich in die verfehlte Lockdown-Ideologie offenbar so tief verrannt, dass sie das Land lieber vollends an die Wand fahren, als ihren Irrtum einzugestehen und zu einer Politik der Vernunft und Eigenverantwortung zurückzukehren. Ausbaden müssen das alle Bürger und besonders Kinder und Jugendliche, die sozial isoliert, schulisch zurückgeworfen und vielfach ihrer Bildungschancen beraubt werden.

Die Bürger sollen dafür büßen, dass die von Merkel vorangetriebene ‚europäische Lösung‘ direkt ins Impfstoffdesaster geführt hat. Auch bei der Beschaffung und Bereitstellung von Schnelltests hinkt die Bundesregierung weit hinterher. Die Impfstoff-Allianz, die Österreich jetzt mit Israel und Dänemark eingehen will, ist ein Weckruf. Gesundheitsvorsorge gehört in nationale Verantwortung.“¹

Repräsentative Studie offenbart hohes Stresslevel in der Bevölkerung

Das Coronavirus und die Folgen der Krise treffen nahezu jeden: Mehr als die Hälfte der Deutschen verspürt große Angst, ein weiteres Drittel ist immerhin besorgt. Als frei von Angst und Sorge in der Pandemie bezeichnen sich derzeit nur neun Prozent der Menschen. Vor allem Frauen (64 Prozent) und Ältere jenseits der 50 (62 Prozent) haben mit Ängsten zu kämpfen. Dies sind Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung der pronova BKK im Januar dieses Jahres.

Hilfe und Entlastung suchen die Deutschen vor allem in Gesprächen mit der Familie und mit Freunden (48 Prozent). Viele versuchen außerdem, sich mit Sport (29 Prozent) und Musik oder einem Buch (43 Prozent) von den Sorgen abzulenken. Auch die Corona-Nachrichten einmal bewusst abzuschalten wirkt für einige (31 Prozent) wohltuend. Jeder Sechste greift zu einem Glas Wein oder Bier. „Die Pandemie wirft den gewohnten Alltag durcheinander und die Menschen fragen sich: Wie lange werden wir noch mit der Krise leben müssen? Ein solcher Dauerzustand der Unsicherheit ist für die menschliche Psyche eine besondere Belastung. Die Deutschen sind deshalb auf der Suche nach Wegen zur Stressbewältigung“, sagt Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt bei der pronova BKK.

Mit einer guten Tasse Kaffee fühlen sich viele Deutsche dem Corona-Alltag besser gewachsen. Der Konsum koffeinhaltiger Getränke hat sich seit Krisenbeginn deutlich erhöht. 16 Prozent sagen, dass sie mehr Koffein zu sich nehmen, nur fünf Prozent haben ihren Konsum gedrosselt. Koffein ist das in Deutschland am häufigsten konsumierte Genussmittel vor Alkohol und Nikotin. Der Alkoholkonsum hat dagegen im Corona-Jahr 2020 anscheinend nicht zugenommen: 14 Prozent geben an, seit Beginn der Krise weniger Alkohol zu trinken, zehn Prozent trinken häufiger. Tendenziell wird aber mehr geraucht. Acht Prozent greifen häufiger zur Zigarette, vier Prozent seltener.

Im Lockdown bleibt nur der Bildschirm

Die Menschen verbringen in der Krise deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm – diese Beobachtung wird durch die Studie bestätigt: Corona-Kontakt-beschränkungen und Lockdown haben die Mediennutzung intensiviert. Das stellt rund ein Drittel der Deutschen für sich fest. Besonders augenfällig wird das bei den unter 30-Jährigen: In dieser Altersgruppe nutzen nahezu zwei Drittel Streaming-Dienste, Internet oder soziale Netzwerke seit Krisenbeginn häufiger.

Deutsche schätzen sich selbst als anfällig ein

Ihre eigene Verfassung betrachten die Deutschen als fragil. 43 Prozent vermuten, dass ihnen eine gute Freundin oder ein guter Freund eine mittlere bis starke Suchtgefährdung bescheinigen würde. Je jünger die Befragten, desto stärker ist diese Gefährdung. Der Einfluss der Pandemie scheint sich aber in Grenzen zu halten: Im Großen und Ganzen sehen die Deutschen nur geringe Auswirkungen auf die eigene Suchtgefährdung. Je nach Altersgruppe gibt es dabei Unterschiede. Besonders anfällig sind die unter 30-Jährigen.

Auch in Familien wächst der Druck: Wer in einem Haushalt mit Kindern lebt, ist tendenziell eher gefährdet, einer Sucht zu verfallen. 55 Prozent der Befragten mit Kind glauben, dass ein Freund oder eine Freundin ihnen eine mittlere bis starke Suchtgefährdung attestieren würde – das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als im Bevölkerungsschnitt. Auslöser ist vielfach die Corona-Krise, die in Familien tiefere Spuren hinterlässt: 20 Prozent sind sich sicher, dass das persönliche Umfeld sie durch die Belastungen für stärker suchtgefährdet hält als vor der Krise. „Für Familien hat sich der Alltag in den langen Lockdown-Monaten viel stärker verändert als für den Rest der Bevölkerung“, sagt Herold von der pronova BKK. „Zum Homeoffice kommen Kinderbetreuung und Homeschooling hinzu. Hobbies und Freizeitbeschäftigungen sind nicht nur für die Erwachsenen eingeschränkt, sondern fehlen auch im Alltag der Kinder. Familien versuchen das zu kompensieren, was ihnen aber natürlich nur zum Teil gelingt. Das wird von vielen Eltern als sehr belastend empfunden.“²

¹AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag ²pronova BKK

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