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Krokodilstränen nach Hackerangriff

Datenklau - Hilflos ausgeliefert im Netz?

Der Hacker-Angriff, der derzeit für eine Menge politischen Wirbel sorgt, wäre in dem Umfang nicht möglich gewesen, wenn die Politiker, die von Cyber-Sicherheit reden, selbst ein paar Datenschutz-Grundregeln beachtet hätten. Daran, dass sie nun wohl – wie Hacker-Opfer Habeck – schlaflose Nächte haben, sind sie in erster Linie selbst verantwortlich. Nicht Innenminister Horst Seehofer, nicht das BSI und auch nicht der Verfassungsschutz.¹

Was für ein Alptraum! Privateste Daten wie Konto- oder Handynummern, Mails und Fotos – alles plötzlich frei zugänglich durch einen großangelegten Hackerangriff. Betroffen sind Prominente, Politiker und Journalisten. Wie konnte das passieren? Wer trägt die Verantwortung?

Mittlerweile hat es eine Hausdurchsuchung bei einem 19-jährigen gegeben. Er soll mit dem mutmaßlichen Hacker in Kontakt stehen. Das Bundesinnenministerium will jetzt die Abwehr von Cyberangriffen verbessern.

Wie viel Sicherheit im Netz ist möglich? Wie kann sich der Einzelne schützen? Welche Dimension kann ein Hackerangriff annehmen? Auf welche Szenarien müssen wir uns einstellen?

Hackerangriff: Netzpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion fordert IT-Produkthaftung für Unternehmen

Infolge des Hackerangriffs auf hunderte Politiker, Prominente und Journalisten fordern deutsche Politiker eine rasche Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten IT-Sicherheitsstandards. „Wir brauchen eine verbindlich vorgeschriebene IT-Produkthaftung für Unternehmen“, nahm Anke Domscheit-Berg (Fraktion Die Linke) in der Sendung „unter den linden“ im Fernsehsender phoenix unter anderem die Hersteller von Hard- und Software in die Pflicht. Dazu gehöre auch eine Meldepflicht für Sicherheitslücken. „Es sind Hausaufgaben auf allen Seiten zu erledigen“, appellierte die Netzpolitikerin zudem an die Selbstverantwortung der Nutzer, denn der aktuelle Datenklau sei besonders durch Nachlässigkeiten auf Nutzerseite begünstigt worden.

Thomas Jarzombek, CDU-Digitalpolitiker, betonte, dass im Bereich der digitalen Sicherheit bei der kritischen Infrastruktur bereits viel getan worden sei. „Es muss sich jetzt noch viel stärker um die privaten Kommunikationskanäle von Menschen gekümmert werden.“ Die Handynummer von Jarzombek war ebenfalls unter den veröffentlichten Daten. Insgesamt beurteilten beide Netzpolitiker den entstandenen Schaden durch den Hackerangriff aber als vergleichsweise gering. Allerdings: „Ich glaube dennoch, dass es eine destabilisierende Wirkung hat und viele Menschen verunsichert hat“, so Domscheit-Berg, die inzwischen von der gezielten Aktion eines Einzeltäters ausgeht: „Wir müssen mehr über die Person und deren Motive wissen.“

Uneins sind sich Thomas Jarzombek und Anke Domscheit-Berg in der Frage, inwieweit der Staat durch eigene Hacker selbst IT-Strukturen angreifen dürfe. Der CDU-Politiker sprach sich für gezielte und richterlich abgesegnete Aktionen aus, etwa bei Handys und Computern von Gefährdern zur Terrorismusabwehr. Jarzombek: „Das finde ich unverzichtbar.“ Domscheit-Berg sah es hingegen kritisch, Sicherheitslücken von staatlicher Seite gezielt auszunutzen, statt diese zu schließen. „Damit gefährde ich Millionen von Menschen. Das ist natürlich ein Interessenkonflikt. Und hier sind für mich die Sicherheitsinteressen der gesamten restlichen Gesellschaft höher zu gewichten.“²

¹Straubinger Tagblatt ²phoenix-Kommunikation

4 Kommentare

  1. Anonymous

    Man kann nur die Dummen abwählen, damit es besser wird, das Problem ist, dass die meisten gewählten Dummen sind von den hirngewaschenen Dummen gewählt worden- Dumm wählt eben Dumm

  2. Wahrheit

    Man sollte ihn dankbar sein, dass er als Schüler, ohne Ausbildung die Sicherheitsexperten so vorgeführt hat. Traurig! Armes Deutschland!

  3. Anonymous

    Der Hacker wollte die Politiker vorführen – das ist ihm vollumfänglich gelungen. Was sagt doch der schwedische Politiker Axel Oxenstierna? „Mein Sohn, Du ahnst nicht mit wieviel Dummheit die Welt regiert wird“

    • Anonymous

      genau– so viele Dummheit wie bei uns in Deutschland auf der Ministerbank und im Kanzleramt– deswegen gibt es so viel Chaos—

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