Press "Enter" to skip to content

Sigmar Gabriel: „SPD darf sich nicht mit der Rolle des Betriebsrates der Nation zufrieden geben“

Gabriel kritisierte die USA für ihren Alleingang bei der Kündigung des INF-Vertrages

„Sigmar Gabriel ist vielleicht der begabteste Politiker, den wir in der SPD haben.“ Mit diesem Lob hat der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den ehemaligen Parteivorsitzenden der SPD wieder ins Gespräch gebracht.

War es wirklich im Sinne der SPD, dass die neue Parteiführung den ehemaligen Vizekanzler und Bundesaußenminister aufs Altenteil abgeschoben hat?

Sigmar Gabriel selber meldete sich mit einem neuen Buch zu Wort. „Vieles an sicher Geglaubtem ist unsicher geworden. Die Welt und damit auch Europa und Deutschland sind in Bewegung geraten. Noch ist unklar, wohin sie uns führen wird“, das schreibt Gabriel in seinem Buch „Zeitenwende in der Weltpolitik“.

Über eine Welt im Wandel, eine Parteienlandschaft im Umbruch, aktuelle innen- wie außenpolitische Entwicklungen und Gabriels politische Biografie spricht Alfred Schier im „phoenix kamingespräch“ mit dem ehemaligen SPD-Parteivorsitzenden.

„Als Vater von drei Töchtern frage ich mich immer häufiger, wie meine Kinder wohl leben werden, wenn sie so alt sind wie ich. Ob sie in ihrem späteren Leben noch die gleiche Sicherheit empfinden wie ich, der sich trotz der nahen ‚Zonengrenze‘ zum damaligen Machtbereich der Sowjetunion nie wirklich Sorgen um den Frieden machte?“, so Sigmar Gabriel.

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ruft seine Partei dazu auf, sich nicht nur auf soziale Themen reduzieren zu lassen, sondern auch den wirtschaftlichen Wohlstand des Landes im Blick zu behalten. Die Agenda 2010 habe zu großen Brüchen geführt, doch vieles, was Gerhard Schröder verändert habe, sei damals notwendig gewesen. „Dass es nun auch Korrekturbedarf gibt, ist, glaube ich, auch klar. Die Korrekturen, die Frau Nahles jetzt vornehmen will, finde ich richtig“, sagte Sigmar Gabriel im phoenix kamingespräch mit Alfred Schier. „Die SPD darf sich nicht mit der Rolle des Betriebsrates der Nation zufrieden geben. Sie muss den Menschen den Eindruck vermitteln, dass sie weiß, was auf dieses Land zukommt und eine Idee davon, wie wir es schaffen, morgen noch wirtschaftlichen Wohlstand und zugleich soziale Sicherheit zu haben. Gerhard Schröders Forderung nach Innovation und Gerechtigkeit finde ich immer noch richtig. Beides muss die SPD schaffen“, so Gabriel weiter.

Deutschland sollte sich Gabriel zufolge wieder um ein besseres Verhältnis mit Russland bemühen. „Ich finde es abenteuerlich, mit welchen Methoden die Europäische Union gerade versucht, Russland ins Unrecht zu setzen bei der Gas-Pipeline. Russland hält sich an alle europäischen Regeln und die EU ändert die Regeln, um Russland ins Unrecht zu setzen. Und das auf Druck der Amerikaner, weil die wollen, dass wir das teurere, amerikanische Gas kaufen. Das finde ich skandalös und das muss Russland als Provokation empfinden“, sagte Gabriel. Für ein besseres Verhältnis zwischen Russland und Deutschland sei vor allem ein Waffenstillstand in der Ostukraine wichtig. Gabriel: „Was wir jetzt brauchen, ist ein bewaffnetes UN-Mandat, eine Friedensmission, die das durchsetzt. Wir sitzen jetzt im UN-Sicherheitsrat und ich finde, unser Job wäre es, alles dafür zu tun, die beiden zusammenzubringen.“

Gabriel kritisierte die USA für ihren Alleingang bei der Kündigung des INF-Vertrages: „Die Amerikaner haben uns nicht gefragt. Der NATO-Doppelbeschluss war eine gemeinsame Verabredung. Hier handeln die USA und wir sollen irgendwie klar kommen. Ich finde, wir dürfen uns als Europäer nicht einfach damit zufrieden geben, dass es keine Rüstungskontrolle mehr gibt und dass hier einfach der nächste Schritt zur Aufrüstung gemacht wird.“ Allgemein gebe es gerade einen großen globalen Umbruch. „Die alte Welt, die wir kannten, gibt es nicht mehr. Jetzt auf einmal müssen wir Europäer uns selbst um die Welt kümmern. Die Amerikaner werden das nicht mehr tun. Das ist für uns unbequem und ungewohnt, und das werden wir erst lernen müssen. Deswegen macht mir der Weggang der Briten so viel Sorge. Wir gehen so hinein in eine G2-Welt: Amerika und China sind die großen Antipoden des 21. Jahrhunderts. Wenn wir nicht aufpassen, dann geraten wir zwischen diese beiden Mühlsteine.“¹

¹phoenix-Kommunikation

2 Kommentare

  1. Anonymous

    Dieses vollgefressene Schwein war doch stets ein Vasall des Kapitals! Und jetzt kommt er mit der Betriebsrat-Nummer!
    Endlich : die verlogenen Altparteien sind am Ende! ( Die Weiber von diesen Parteien, insbesondere die Bundeswarze Roth, sollten sich schon mal die Burka zurecht legen! Möchten sie doch alle, dass der Islam vorherrschend ist!)
    Wir werden nur von Bekloppten „regiert“! : Alles zum Wohle der verschissenen Moslems!!!

  2. Monarchist

    Wie kommt man auf die Idee das Sigmar Gabriel der Betriebsrat der Nation sei?? Der Mann kümmert sich nicht um die Arbeitnehmer, das mußte ich leider aus eigener Erfahrung lernen. Wenn das der fähigste Mann der SPD ist, dann gute Nacht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2018