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Wie sicher ist die Stromversorgung?

Strom- und Gaspreise im ersten Quartal 2020 weiter auf Rekordniveau

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten in der Coronakrise. Wenn nicht nur die Stromnetz- und Kraftwerksbetreiber selbst, sondern auch die Bundesnetzagentur und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betonen, dass die Unternehmen auf eine weitere Ausbreitung des Coronavirus gut vorbereitet sind und die Stromversorgung nicht gefährdet ist, dann wirkt das glaubhaft. Und nicht wie eine schlechte Beruhigungspille.

Ohne Strom läuft nichts in diesem Land. Nicht in der Wirtschaft, der Medizin und nicht in der Telekommunikation. Notfallpläne für alle denkbaren Krisen sind erarbeitet worden und werden durchexerziert. Allerdings: Vor einer solchen Bewährungsprobe wie jene der Coronakrise standen die Betreiber der Stromnetze und Kraftwerke hierzulande bislang noch nicht. Auch aus diesem Grund ist es so wichtig, dass wir die Vorgaben für Hygiene und soziale Kontakte streng befolgen.

Denn wird die Ausbreitung deutlich verlangsamt, sinkt auch das Risiko, dass auf einen Schlag viele jener Menschen krank werden, die an Schlüsselpositionen unserer Stromversorgung sitzen. Wir haben es auch hier selbst in der Hand. Legen wir es nicht darauf an.¹

Der durchschnittliche Strompreis ist im März erneut gestiegen und verharrt auf Rekordniveau. Verbraucher zahlen für 5.000 kWh im Schnitt 1.515 Euro. Das sind 56 Euro mehr als im Vorjahresmonat.

Für April und Mai haben weitere 41 Grundversorger Preiserhöhungen angekündigt.*) Damit haben 2020 674 Grundversorger ihre Preise erhöht oder Erhöhungen von durchschnittlich 6,8 Prozent angekündigt. Die Preisanpassungen betreffen 8,5 Mio. Haushalte.

„Der Strompreis klettert von Rekord zu Rekord“, sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Eine Entlastung für Stromkunden ist erst einmal nicht in Sicht. Der Wechsel des Anbieters ist für Verbraucher die einzige Möglichkeit, ihre Kosten substanziell zu senken.“

Gas: Preisschere zwischen günstigen Alternativtarifen und teurer Grundversorgung geht auseinander

Beim Gaspreis geht die Preisschere zwischen Alternativtarifen und Grundversorgung weiter auseinander. Während Grundversorgungstarife zuletzt teurer wurden, sanken die Preise bei Alternativtarifen. Im Schnitt kosten 20.000 kWh im März 2020 in der Grundversorgung 1.461 Euro, bei Alternativanbietern 979 Euro – ein Unterschied von 482 Euro.

Grund: Die Beschaffungspreise für Gas lagen im Februar 50 Prozent unter dem Vorjahresmonat. „Auf die niedrigen Großhandelspreise haben bisher nur die alternativen Gasanbieter ernsthaft reagiert und ihre Preise gesenkt“, sagt Lasse Schmid.

In diesem Jahr haben 52 Gasgrundversorger ihre Preise erhöht. Die Preisanpassungen betragen durchschnittlich 5,3 Prozent und betreffen 870.000 Haushalte. Im gleichen Zeitraum entlasten 48 Gasversorger ihre 240.000 Kunden um durchschnittlich 4,1 Prozent.

Anbieterwettbewerb senkt Strom- und Gaspreis – Gesamtersparnis von 481 Mio. Euro im Jahr

Die Tarife der alternativen Strom- und Gasversorger sind deutlich günstiger als die Grundversorgung. So sparten Verbraucher innerhalb eines Jahres insgesamt 311 Mio. Euro bei Strom und 170 Mio. Euro bei Gas. Das ergab eine repräsentative Studie der WIK-Consult, einer Tochter des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK).**)²

¹Ralf Heidenreich – Allgemeine Zeitung Mainz ²CHECK24 GmbH

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