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Altmaier lobt Engagement von Mittelständlern bei Integration ausländischer Fachkräfte

Unternehmen packen erfolgreich die Integration von Geflüchteten an

Bei der heutigen Sitzung des Mittelstandsbeirates diskutierten Unternehmerinnen und Unternehmer mit Bundeswirtschaftsminister Altmaier über Maßnahmen zur effektiven Bekämpfung des Fachkräftemangels in Deutschland. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im Februar 2019 fast 784.000 offene Stellen gemeldet

Minister Altmaier zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Mittelständler: „Der hohe persönliche Einsatz gerade mittelständischer Unternehmerinnen und Unternehmer bei Ausbildung und Beschäftigung von ausländischen Fachkräften sowie der Integration von Flüchtlingen ist enorm. Das wollen wir mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz flankieren und auch beruflich Qualifizierten einen leichteren Arbeitsmarktzugang in Deutschland ermöglichen. Denn die deutsche Wirtschaft braucht nicht nur Akademiker.“

Die Mitglieder des Mittelstandsbeirates übergaben Minister Altmaier einen Forderungskatalog, in dem sie sich u.a. für eine systematische Deutschförderung und die Vorbereitung der dualen Berufsausbildung bereits im Ausland einsetzen. Weitere Forderungen betreffen schnellere Verfahren für die Visaerteilung, mehr Rechtssicherheit bei der Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten und ein Bleiberecht von gut integrierten Geflüchteten, unabhängig von deren Status. Minister Altmaier zeigte Verständnis für den Großteil dieser Forderungen. Für das Jahr 2020 sei ein KMUOne-Stop-Shop als kompetente Anlaufstelle für Mittelständler auf www.make-it-in-germany.com geplant. Auf diesem zentralen Informationsportal der Bundesregierung erhalten Fachkräfte aus dem Ausland sowie KMU alle notwendigen Informationen zur Fachkräfteeinwanderung verständlich und übersichtlich aufbereitet.

Der Beirat für Fragen des gewerblichen Mittelstands und der Freien Berufe beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im BMWi – kurz: Mittelstandsbeirat – berät seit 1956 die jeweiligen Bundeswirtschaftsminister zu sämtlichen mittelstandsrelevanten Fragen der Wirtschaftspolitik. Weiterführende Informationen zur aktuellen Zusammensetzung des Mittelstandsbeirates und zu den aktuellen Vorschlägen zum Thema Fachkräfte erhalten Sie hier.¹

Der Trend zur Ausbildung setzt sich fort

Immer mehr Unternehmen bilden Geflüchtete aus. Das ergab eine Umfrage des bundesweiten „NETZWERKs Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ unter fast 500 Unternehmen. Knapp die Hälfte der Befragten, darunter der Großteil kleine und mittelständische Unternehmen, bildet aktuell Menschen mit Fluchthintergrund aus. Bei der Mitgliederbefragung im Jahr 2016 war es noch jedes dritte Unternehmen. Auch die Anzahl an Fach- und Führungskräften mit Fluchthintergrund hat sich in den vergangenen zwei Jahren auf 22 Prozent verdoppelt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begrüßt diese Entwicklung: „Das Engagement der kleinen und mittelständischen Betriebe unseres ‚NETZWERKs Unternehmen integrieren Flüchtlinge‘ ist vorbildlich. Ich freue mich, dass die vielen im Netzwerk engagierten Unternehmen auch weiterhin einen so wertvollen Beitrag zur Integration leisten wollen. Ihr Engagement zahlt sich auch für die Unternehmen selbst aus: In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel – Unternehmen suchen teilweise händeringend nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Von der Integration von Geflüchteten in Unternehmen profitieren beide Seiten, eine klassische Win-win-Situation!“

Die Hälfte der Unternehmen gab an, dass die Zahl der beschäftigten Geflüchteten im Jahr 2019 voraussichtlich gleich bleiben oder steigen werde. Nur vier Prozent wollen weniger Geflüchtete beschäftigen. Die restlichen befragten Unternehmen können es noch nicht abschätzen.

Vielseitige Unterstützung

DIHK-Präsident Eric Schweitzer betont: „Unternehmen, die Geflüchtete ausbilden, engagieren sich weit über das übliche Maß hinaus. Damit sich die Investition in Fachkräfte von morgen lohnt, brauchen die Unternehmen klare Regeln und Planungssicherheit – und das möglichst unbürokratisch und schnell.“

Außerhalb der betrieblichen Abläufe bieten die meisten Unternehmen eine breite Palette an Unterstützung, etwa bei Behördengängen, der Wohnungssuche oder mit Sprachkursen und Mentorenprogrammen. Und das zahlt sich aus: Dort, wo die Unternehmen selbst aktiv werden können, sinken auch die wahrgenommenen Herausforderungen, etwa bei der Vermittlung der Sprache oder der kulturellen Integration in das Unternehmen.

Die steigende Zahl der Ausbildungen bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich: So gaben fast 40 Prozent der Unternehmen an, dass die Bewältigung der Berufsschule sehr schwierig ist. Mehr als jedes zweite Unternehmen bietet deshalb Nachhilfeunterricht für Auszubildende an und setzt darauf, dass sich dieser Einsatz in den nächsten Jahren auszahlt.

Weitere Informationen

Von Dezember 2018 bis Januar 2019 haben 483 von 1.886 Mitgliedsunternehmen an der Umfrage teilgenommen. Insgesamt beschäftigen diese Unternehmen 5.122 Menschen mit Fluchthintergrund.

Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge wurde 2016 als gemeinsame Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gegründet. Mit aktuell knapp 2.000 Mitgliedern ist es deutschlandweit der größte Zusammenschluss von Unternehmen, die sich für die Beschäftigung von Geflüchteten engagieren. Die Angebote des NETZWERKs wie Informationsmaterialien, Webinare, Workshops und Veranstaltungen sind wie die Mitgliedschaft kostenlos.²

¹BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND ENERGIE ²(DIHK) Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

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