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Özdemir verteidigt Yücel im Bundestag

Cem Özdemir, der bis Januar 2018 Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grüne war, wird derzeit von der demokratischen Republik Türkei als Terrorist eingestuft. Genau wie sein türkischer Landsmann und Welt Journalist Deniz Yücel.

Deniz Yücel, sogenannter Journalist und Inhaber der doppelten Staatsbürgerschaft, beherrscht derzeit die Schlagzeilen. Oder besser: Seine Freilassung aus einem türkischen Gefängnis, in dem er als türkischer Staatsbürger inhaftiert war. Für den Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) offenbart der Fall Yücel die Probleme mit dem Doppelpass – das stimmt sogar. Allerdings anders, als von Gabriel gemeint.

Denn ein unser Land regelrecht hassender „Journalist“, der nicht nur einmal die Grenzen des guten Geschmacks verliess, sollte eigentlich keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Jemand, der Thilo Sarrazin einen zweiten Schlaganfall wünschte, damit dieser sein „Werk gründlicher verrichte“, ist kein Journalist. In einem anderen Artikel in der TAZ freute er sich über das „Deutschensterben“, das durch Einwanderer ermöglicht würde.

Wenn also die Medien heute berichten, der „deutsche Journalist“ Yücel sei freigelassen worden, dann sind das gleich zwei Fakenews in einem Satz. Den antideutschen Hassprediger Yücel als Journalisten zu bezeichnen, ist geradezu grotesk.

Update: Ursprüngliche Meldungen lauteten, Yücel sei mit einer Regierungsmaschine eingeflogen worden. Das wurde inzwischen von der „Welt“ dementiert, die besagte Maschine selbst gechartert habe. AfD

AfD missbraucht Bundestag für Medienhetze

Der Deutsche Journalisten-Verband wirft der Bundestagsfraktion der Alternative für Deutschland vor, das Parlament für Medienhetze zu missbrauchen. Anlass ist der Antrag der AfD- Fraktion, am Donnerstag im Plenum 45 Minuten über einen satirischen Kommentar des Journalisten Deniz Yücel debattieren zu wollen. „Es ist geradezu absurd, dass die AfD den Bundestag als Bühne für ihr gestörtes Verhältnis zur Presse- und Meinungsfreiheit benutzen will“, kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Erneut stelle die AfD unter Beweis, dass sie nicht zwischen journalistischen Stilformen unterscheiden könne. Bewusst versuche sie, satirische Äußerungen als Tatsachenbehauptungen hinzustellen. „Das sollten sich die Abgeordneten der anderen Parteien nicht bieten lassen.“

„Dass die AfD mit bissiger Medienkritik ein Problem hat, ist so alt wie diese Partei. Der Bundestag sollte dem nicht auf den Leim gehen.“ Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)

Satirische Äußerung?

Yücel, der dafür warb, das Verbot der PKK aufzuheben, und sich offen zu der terroristischen Vereinigung bekennt, schrieb 2011 in der „taz“:

„Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. Eine Nation, deren größter Beitrag zur Zivilisationsgeschichte der Menschheit darin besteht, dem absolut Bösen Namen und Gesicht verliehen und, wie Wolfgang Pohrt einmal schrieb, den Krieg zum Sachwalter und Vollstrecker der Menschlichkeit gemacht zu haben; eine Nation, die seit jeher mit grenzenlosem Selbstmitleid, penetranter Besserwisserei und ewiger schlechter Laune auffällt; eine Nation, die Dutzende Ausdrücke für das Wort ‚meckern‘ kennt, für alles Erotische sich aber anderer Leute Wörter borgen muss, weil die eigene Sprache nur verklemmtes, grobes oder klinisches Vokabular zu bieten hat, diese freudlose Nation also kann gerne dahinscheiden.“

Man muss sich vergegenwärtigen, worüber wir heute tatsächlich reden. Wir reden über die Arbeit und die Artikel eines deutschen Journalisten. So etwas kennen wir sonst nur aus autoritären Ländern. Der Deutsche Bundestag hingegen benotet nicht die Arbeit von Journalisten und Journalistinnen. Bei uns in der Bundesrepublik Deutschland ist das Parlament keine oberste Zensurbehörde. So etwas gibt es nur in den Ländern, die Sie bewundern. Deutschland gehört nicht dazu.

In unserem Land, der Bundesrepublik Deutschland, gibt es nicht die Gleichschaltung, von der Sie nachts träumen. Bei uns gibt es Pressefreiheit, ein Wort, das in Ihrem Wortschatz ganz offensichtlich nicht vorhanden ist.

Die Pressefreiheit werden wir Ihnen gegenüber genauso verteidigen wie gegenüber Ihren Genossen in der Türkei, die Deniz Yücel ein Jahr seines Lebens geklaut haben.

Wir sind froh, dass Deniz Yücel frei ist. Damit kein Missverständnis entsteht: Genauso froh wären wir, wenn er Gustav Müller oder sonst wie heissen würde; denn jeder Bürger dieses Landes hat es verdient, dass sich dieses Land für ihn einsetzt; das ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit. Jeder weiss es, ausser Ihnen.
Wir alle, der demokratische Teil dieses Hauses, setzen uns dafür ein, dass die anderen Journalisten, die ebenfalls in Haft sind, aber keinen deutschen Pass haben, freigelassen werden – sie haben es genauso verdient; denn Journalismus ist kein Verbrechen.

Aber zur Wahrheit gehört leider auch: Das Land hat sich in dem einen Jahr, in dem Deniz Yücel im Gefängnis war, dramatisch verändert, und davon zeugt diese Debatte. Denn mittlerweile sitzen Abgeordnete in diesem Haus, die ich nicht anders als als Rassisten bezeichnen kann. Wer sich so gebiert, ist ein Rassist.
Ich meine diese Damen und Herren hier ganz rechts. Ich stehe am Mikrofon und Gott sei Dank können Sie es mir nicht abstellen. Ich weiß, in dem Regime, von dem Sie träumen, könnte man das Mikrofon abstellen; aber das kann man hier Gott sei Dank nicht. Sie werden es nicht schaffen, das zu ändern. Glauben Sie es mir!
Sie wollen bestimmen, wer Deutscher ist und wer nicht. Wie kann jemand, der Deutschland, der unsere gemeinsame Heimat, so verachtet, wie Sie es tun, darüber bestimmen, wer Deutscher ist und wer nicht Deutscher ist?

Ich sage Ihnen mal eins: Wenn Sie darüber bestimmen würden, wer Deutscher ist und wer nicht Deutscher ist, dann wäre das ungefähr so, als wenn man Rassisten an das Ausstiegstelefon für Neonazis setzen würde. Übrigens, wenn Sie die Nummer des Ausstiegstelefons für Neonazis brauchen: Ich habe sie. Ich kann sie Ihnen gern zur Verfügung stellen.

Sie alle von der AfD, wie Sie da sitzen, würden, wenn Sie ehrlich wären, zugeben, dass Sie dieses Land verachten. Sie verachten alles, wofür dieses Land in der ganzen Welt geachtet und respektiert wird. Dazu gehört beispielsweise unsere Erinnerungskultur, auf die ich als Bürger dieses Landes stolz bin.

Dazu gehört die Vielfalt in diesem Land, auf die ich genauso stolz bin. Dazu gehören Bayern, Schwaben, dazu gehören aber auch Menschen, deren Vorfahren aus Russland kommen, und dazu gehören Menschen, deren Vorfahren aus Anatolien kommen und die jetzt genauso stolz darauf sind, Bürger dieses Landes zu sein.
Dazu gehört – das muss ich schon einmal sagen; da fühle ich mich auch als Fußballfan persönlich angesprochen – unsere grossartige Nationalmannschaft. Wenn Sie ehrlich sind: Sie drücken doch den Russen die Daumen und nicht unserer deutschen Nationalmannschaft. Geben Sie es doch zu!

Dieses Hohe Haus verachten sie genauso, wie sie die Werte der Aufklärung verachten. Sie sind aus demselben faulen Holz geschnitzt wie diejenigen, die Deniz Yücel verhaften liessen. Sie sind aus demselben faulen Holz geschnitzt wie Erdogan, der Deniz Yücel für ein Jahr seines Lebens verhaftet liess. Ich sage es einmal in einem Satz: Die AKP hat einen Ableger in Deutschland. Er heisst AfD, und er sitzt hier.

Lassen Sie mich zum Schluss sagen: Sie hatten ja vor kurzem einen politischen Aschermittwoch. Mich hat das eher an eine Rede im Sportpalast erinnert. Ich will Ihnen zurufen: Unser Deutschland, dieses Deutschland, ist stärker, als es Ihr Hass jemals sein wird.

Ihr tobender Mob wollte am Aschermittwoch, dass ich abgeschoben werde. Das geht leichter, als sie sich das vorstellen. Am kommenden Samstag bin ich wieder in meiner Heimat. Ich fliege nach Stuttgart. Dort nehme ich die S-Bahn und ich steige am Endbahnhof Bad Urach aus. Da ist meine schwäbische Heimat und die lasse ich mir von Ihnen nicht kaputtmachen.

1 Kommentar

  1. Bernd

    Bravo, Frau Dr. Weidel! Ich bin sehr erleichtert, dass es die AfD gibt; die EINZIGE Partei, welche noch die Interessen der deutschen Bevölkerung vertritt und wirkliche Schweinereien beim Namen nennt! – Ich hoffe auf einen grossen Sieg der AfD bei der nächsten Wahl!!!-

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