Wunderbare Heilung von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton

Posted on Sep 15 2016 - 10:46am by Gudrun Wittholz

Wer die Fotos des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten bei seinem Antritt am 20. Januar 2009 mit denen von heute vergleicht, der sieht, wie sehr die Bürde des Amtes Barack Obama hat altern lassen. Politik ist ein Knochenjob, zumal im Weißen Haus. Hillary Clinton, die sich anschickt, die mächtigste Frau der Welt zu werden, bekommt gerade zu spüren, welche verheerende Wirkung schon der leiseste Zweifel entfaltet, sie könnte dafür nicht (mehr) robust genug sein. Eine Lungenentzündung kann jeden treffen, aber die Mühlen des Politikbetriebes zehren besonders an der Gesundheit.

Der Linke Gregor Gysi hat zwei Herzinfarkte hinter sich, Matthias Platzeck musste nach Hörstürzen den Job als SPD-Chef an den Nagel hängen. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Hillary Clinton ist zu wünschen, dass sie sich rasch erholt, damit der US-Wahlkampf ein faires Kräftemessen bis zum Schluss bleibt. Ihr Widersacher Donald Trump wird alles tun, um aus ihrer Schwäche schamlos Kapital zu schlagen. Amerikas Wähler dürfen einen Moment nachdenken, wer von beiden kränker ist. Martin Bewerunge – Rheinische Post

Kranke US-Politiker –  Amerika stellt die H-Frage

Acht Wochen vor der Präsidentschaftswahl schiebt sich in Amerika plötzlich die H-Frage in den Vordergrund. H wie „Health“. Gesundheit. Besser spät als nie. Schließlich ist es nicht mehr der Inbegriff jugendfrischer Dynamik, der nach der Macht greift – siehe Strahlemann Obama 2008. Es sind zwei rüstige Senioren, die da im Januar nächsten Jahres ins Weiße Haus einziehen wollen. Hillary Clinton wäre am ersten Amtstag 69 Jahre alt – und damit so betagt wie Ronald Reagan zum Start seiner Regentschaft. Donald Trump wäre zu Beginn mit 70 der älteste Commander-in-Chief in der Geschichte der USA. Da liegt die Frage auf der Hand: Haben sie genug Stehvermögen, um vier Jahre lang der beinharten Belastung im Amt zu widerstehen? Hillary Clinton läuft Gefahr, alles zu verspielen. Ihr auf Handy-Videos dokumentierter Zusammenbruch während der Feierlichkeiten zum 15. Jahrestag der Terror-Anschläge vom 11. September in New York – und der unkluge Umgang mit den Hintergründen – bedeutet eine Zäsur.

Nicht der medizinischen Tragweite wegen, da kann man die Kirche getrost im Dorf lassen. Es geht um Schein – und Sein. Hillary Clinton hat sich selbst zuzuschreiben, dass sich das Land nun zur gemeinschaftlichen Visite argwöhnisch über sie beugt. Ihre Vorgeschichte – mehrere Blutgerinsel in den Beinen und im Kopf inklusive Sturz – wurde nie transparent verhandelt. Auch darum häufen sich Verschwörungstheorien, die ihr jede Befähigung zum Spitzenamt absprechen. Anstatt früh und offen einzuräumen, dass sie eine Lungenentzündung verschleppt hat und ein paar Tage kürzer treten muss, verheimlichte ihre Kampagne die Erkrankung. Das hat wie bei der E-Mail-Affäre Methode. Selbst wenn man anerkennt, dass sie sich keine Blöße geben wollte, ist die Geheimniskrämerei nur dies: unsouverän und überflüssig. Ehrlichkeit hätte sie menschlich(er) gemacht. Amerika wird durch die Patientin Clinton wieder daran erinnert, dass die gesundheitlichen Führungszeugnisse des Spitzenpersonals in Washington mit Vorsicht zu genießen sind.

Die Frage ist nun, wie schnell Clinton wieder auf die Beine kommt und die Zweifel an ihrer Physis zerstreuen kann. Davon wird abhängen, ob Donald Trump von der Malaise seiner Rivalin profitiert. Dass sich der in Umfragen näher rückende Milliardär, der ebenso verlogen wie gekonnt artig „Gute Besserung“ wünschte, als hyperkerngesund stilisiert, kommt auf den Prüfstand. Das Attest seines Leibarztes („Mr. Trump wäre im Falle seiner Wahl das gesündeste Individuum, das je zum Präsidenten gewählt wurde“) gilt unter seriösen Medizinern als Quacksalberei. Dirk Hautkapp, Washington – Neue Westfälische

Hillary Clinton laut ärztlichem Gesundheitsattest fit for President

3 Comments so far. Feel free to join this conversation.

  1. Anonymous Dienstag, 21. März 2017, 1:15 at 1:15 - Reply

    Das sieht man doch schon auf dem Foto, dass das kein gesunder leistungsfähiger Mensch ist. Dass sie sich mit ihren Krankheiten ausgesöhnt hat ist auch nicht ersichtlich.
    Aber, sie gehört wohl zu der Verwandtschaftslinie der US-Präsidenten (wenn man den Mormonen glaubt, die ihre Behauptungen gut begründen und hinterlegen können), und war wohl eine eingeplante Person. Vielleicht wurde Barak Obama irrtümlicherweise vorgezogen.

    • Anonymous Dienstag, 21. März 2017, 1:24 at 1:24 - Reply

      Dumm gelaufen oder Glück gehabt weil die Pimmelträger Vorrang haben. Grüße an die Queen.

  2. Leser Donnerstag, 15. September 2016, 11:53 at 11:53 - Reply

    Herr Hautkapp, wer sind denn diese seriösen Mediziner, die zwischen Gefälligkeitsgutachten und Quacksalberei keinen Unterschied machen ?

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