USA Reise: Merkels schweres Gepäck

Rechenstunde für Donald Trump

Angela Merkel zu Besuch in Washington: Es wird darauf ankommen, dass Angela Merkel den Gastgebern den ökonomischen Wert der transatlantischen und der deutsch-amerikanischen Beziehungen verdeutlicht. Sie muss Donald Trump erklären, dass nicht nur Verteidigungsausgaben, sondern auch deutsche Mittel in die Entwicklungspolitik Investitionen in die Sicherheit sind. Sie muss ihm außerdem vorrechnen, wie teuer die USA selbst ein Handelskrieg Europa käme. Und schließlich muss sie ihm klarmachen, dass sich Europa nicht auseinanderdividieren lässt. Auch wenn der Anschein ein anderer ist. Straubinger Tagblatt

Veröffentlicht am Freitag, 17.03.2017, 10:20 von Domenikus Gadermann

Es ist ein schwieriger Besuch. Denn Angela Merkel hat es erstmals mit einem US-Präsidenten zu tun, der nicht mehr uneingeschränkt zur alten westlichen Wertegemeinschaft steht. Der die Beziehungen zu ihr und Wladimir Putin als gleichbedeutend eingestuft hat. Der nach dem Motto „America first“ handeln will und von den alten Verbündeten in Europa nicht mehr viel zu halten scheint.

Es wird nicht leicht werden, Vertrauen zu diesem Mann aufzubauen, wenn dies überhaupt gelingen kann. Merkels besonnene und zurückhaltende Art wird zumindest den Gedankenaustausch erleichtern. Doch dass die alte Freundschaft zwischen den USA und Deutschland Trump weniger wert ist als seinen Vorgängern, steht schon fest. Es kann also nur darum gehen, Schritt für Schritt eine neue Basis herzustellen.

Das ist umso schwieriger, als Trump in seinem Bemühen, Amerika wirtschaftlich abzuschotten, vor allem die Deutschen aufs Korn genommen hat. Merkel hat deshalb die Erwartungen der deutschen Wirtschaft, die Strafzölle zu verhindern, als schweres Gepäck mit. Trump klarzumachen, dass die USA von deutschen Exporten genauso profitieren wie Deutschland von den USA, dass Freihandel allen nutzt, wird ihre Aufgabe bei diesem Besuch werden. „Good luck“ wünscht da nicht nur die Wirtschaft. Schwäbische Zeitung

Auf Geschäfts-Reise

Leicht hatte es Merkel nie bei ihren ersten Treffen mit amerikanischen Präsidenten. Dieses erste Mal aber dürfte das schwierigste werden. Auf der Kanzlerin lastet ein enormer Erwartungsdruck. Das liberale Amerika erwartet, dass sie gegenüber Trump den Geist der Freiheit verteidigt. Die Europäer wünschen, dass sie der EU die angedrohten Strafzölle vom Leib hält. Die US-Administration ihrerseits fordert einen konkreten Plan, wie Deutschland seine Rüstungsausgaben steigert. Es gibt mehr gegensätzliche Interessen als Gemeinsamkeiten. Die Kanzlerin, die dafür berüchtigt ist, schwierige Partner zu Zugeständnissen zu bewegen, hat erkannt, dass Trump nur die Sprache des Geschäfts versteht. Daher nimmt sie die Chefs von Siemens, BMW und Schaeffler mit ins Weiße Haus. Sie sollen Trump erklären, welchen enormen Nutzen die US-Volkswirtschaft vom deutschen Engagement hat, dass die Deutschen in den USA Jobs schaffen und mit dem Dualen Ausbildungssystem die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen. Wenn es ihr gelingt, damit die geplanten Strafzölle ins Wanken zu bringen, wäre dies eine Großtat. Rheinische Post

Trumps Vorwürfe greifen ins Leere

Zum Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington erklärt VDMA-Präsident Carl Martin Welcker:

„Die Vorwürfe des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und seiner Berater gegen die deutsche Industrie greifen ins Leere. Denn zum einen sind gerade die deutschen Maschinenbauer in den USA sehr präsent mit einer lokalen Wertschöpfung. Laut der verfügbaren US-Daten arbeiten insgesamt 81.000 Beschäftigte in amerikanischen Maschinenbaufirmen, die sich in mehrheitlich deutschem Besitz befinden. Der von ihnen erzielte Umsatz von umgerechnet knapp 30 Milliarden Euro war doppelt so hoch, wie der zeitgleiche deutsche Maschinenexport in die USA.

Zum anderen haben die Exporterfolge unserer Unternehmen nichts mit Lohndumping oder Währungsmanipulationen zu tun, tatsächlich sind die Löhne im deutschen Maschinenbau weltweit mit die höchsten. Vielmehr ist diese Exportstärke unserer Industrie ein Beleg für die hohe Qualität und Innovationskraft der Maschinenbauer in Deutschland. Und diese Qualität sichert auch die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie. Viele Branchen wie die Luft- und Raumfahrt oder die Autoindustrie in den USA benötigen Maschinen und Komponenten aus Deutschland und Europa, um auf modernstem Stand produzieren zu können. Eine Beeinträchtigung dieses freien Handels – sei es durch Straf- oder Schutzzölle, sei es durch Steueränderungen, sei es durch eine künstliche Reduktion der Exporte aus Deutschland -, würde also den Amerikanern erheblich schaden.

Etwa ein gutes Drittel des amerikanischen Marktvolumens für Maschinen wird durch Importgüter gedeckt. Maschinenlieferungen aus Deutschland lagen 2016 – zusammen mit Mexiko – an dritter Stelle im Import-Ranking. Mauern, Strafzölle oder Importabgaben führen zwangsläufig dazu, dass Investoren sich abwenden. Dass gerade die brachliegenden amerikanischen Industrieregionen, denen Trump Versprechungen gemacht hat, durch Protektionismus wiederbelebt werden, ist höchst zweifelhaft.“ Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)

6 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Sonntag, 19. März 2017, 1:22 um 1:22 - Reply

    Ach, Schweres Gepäck. Was braucht man denn, wenn man in Kürze wieder zurück reist? Unterwäsche zum wechseln.
    Vielleicht noch ein zweites Jäckchen. Seide wiegt nicht viel.
    Sie hat doch bestimmt Träger dabei. Sind die Drei Experten und die zwanzig Journalisten keine Gentleman, die ihr die Last abnehmen können?

  2. Anonymous Samstag, 18. März 2017, 15:45 um 15:45 - Reply

    Was kostet denn ca. 5000 € pro Person im Monat bei Massenunterbringung von Flüchtlingen?
    Die Kilometerpauschale für das Catering? IntegrationsKURSE die nicht besucht werden?
    Frankenversicherung für die noch nicht nachgezogenen Familienmitglieder?
    Honorar für die Flüchtlingshelfer?
    Fahrtkosten für den Transport der Sachspenden?
    Spühl- und Putzdienst für die Unterbringungseinrichtungen?
    Freizeitangebote?
    Faschingskostüme?
    Handygebühren?
    Taxifahrten zur Behörde?
    ……?
    Wäre man interessant die Auflistung zu sehen!

    • Anonymous Samstag, 18. März 2017, 15:47 um 15:47 - Reply

      Es gibt auch Gerüchte über Umwidmungen von für die Flüchtlingshilfe vorgesehenen Geldern.

      • Anonymous Sonntag, 19. März 2017, 1:00 um 1:00 - Reply

        Ja, die Umwidmungen, Das Konzept wurde mal einfach so übertragen. Die Träger sind darin routiniert.

  3. Anonymous Freitag, 17. März 2017, 19:09 um 19:09 - Reply

    An wen wurden, in Deutschland hergestellte Waffen und Munition exportiert?

    • Anonymous Sonntag, 19. März 2017, 0:55 um 0:55 - Reply

      Wer sagt denn dass die wirklich exportiert wurden?
      Und was will man mit Waffen und Munition anderes tun als sie zu benutzen?

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