Gefährliches Manöver: Linke hält Trump für gefährlicher als Kim

Säbelrasseln auf der koreanischen Halbinsel

Expertin: Pjöngjang verfügt über nuklearfähiges Material für zehn bis 20 Atomsprengköpfe. Kriegsschiffe nahe der viel befahrenen Straße von Malakka sind ein großer Gefahrenherd. Gerade könnte die Kollision des US-Zerstörers »USS John S. McCain« mit einem Tanker zehn Besatzungsmitgliedern das Leben gekostet haben. Das ist tragisch. Aber was wäre, wenn es in diesem Teil der Welt weiter nördlich krachte?

Veröffentlicht am Montag, 11.09.2017, 9:07 von Domenikus Gadermann

Dort, wo fast 70.000 südkoreanische und US-Soldaten am Montag mit einem Manöver begonnen haben – mitten in einem aufgeheizten Konflikt mit Nordkorea, das sich von der permanenten militärischen Präsenz der USA vor seiner Haustür bedroht fühlt und deshalb auf die abschreckende Wirkung eigener Atomwaffen setzt. Wo die Großmacht China mehr als nur ein unbetroffener Beobachter ist.

Nicht wenige sehen über der Region schon das Damoklesschwert eine neuen Krieges; der letzte auf der koreanischen Halbinsel hat am Ende weit über vier Millionen Menschen das Leben genommen. Nach Trumps Ankündigung von »Feuer und Zorn« sind da militärische Muskelspiele, selbst wenn sie angeblich weitgehend virtuell am Computer stattfinden, so wenig hilfreich für eine politisch-diplomatische Lösung des brandgefährlichen Atomstreits wie Kims Drohungen und Raketentests. Der beiderseitige Verzicht auf solche Provokationen wäre es schon. Denn Pjöngjang warnt zu Recht, niemand könne garantieren, dass aus den diversen Manövern auf, vor und über der Halbinsel nicht »wirkliche Kämpfe« entstünden. Da reicht als Auslöser schon ein Unfall. neues deutschland

Sipri-Friedensforschungsinstitut: Nordkorea nimmt unkalkulierbares Risiko in Kauf

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hält den jüngsten Raketentest Nordkoreas für geeignet, eine „gefährliche und potenziell destabilisierende Entwicklung in der Region“ einzuleiten. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte die Sipri-Expertin für die Region, Shannon Kile: „Das stetige Drehen an der Spannungsschraube auf der koreanischen Halbinsel ist ein ernstes Risiko für Frieden und Sicherheit und könnte zu einem militärischen Konflikt führen“. Nach den Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump, wonach Nordkorea infolge der härteren Gangart der USA offenbar einlenke, „will Nordkorea offenbar ein Zeichen der Unnachgiebigkeit setzen“, sagte Kile weiter. Das Sipri-Forschungsinstitut geht davon aus, dass Nordkorea über nuklearfähiges Material für zehn bis 20 Atomsprengköpfe verfügt.

Nach Ansicht der Sipri-Forscherin hat der Flugtest einer nuklear-fähigen ballistischen Hwasong-12-Rakete über Japan das Potenzial, die ohnehin schweren Spannungen zwischen Nordkorea und Japan sowie den USA weiter zu eskalieren. Der Test unterstreiche die Notwendigkeit, „endlich einen diplomatischen Ansatz zu finden, um die Spannungen Schritt für Schritt zu reduzieren und die ihnen zugrunde liegenden Ursachen anzugehen“, betonte Kile. Das Regime in Pjöngjang nehme mit seinen Tests ein unkalkulierbares Risiko in Kauf. „Eine Missfunktion oder ein Unfall hätten dazu führen können, dass die Rakete auf japanischem Territorium aufschlägt“, sagte Kile. Zudem habe Nordkorea internationale Normen verletzt, indem es den Test im Vorfeld weder der internationalen kommerziellen Luftfahrt noch dem Schiffsverkehr angezeigt habe. Neue Osnabrücker Zeitung

Aus Sicht der deutschen Linken ist US-Präsident Donald Trump gefährlicher als der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un. „Keiner fühlt sich wohl bei dem Gedanken, dass ein infantiler Diktator wie Kim Jong Un über Atomwaffen verfügt“, sagte Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Aber wer verhindern wolle, dass immer mehr Länder eine atomare Bewaffnung anstrebten, um sich unangreifbar zu machen, müsse eine Garantie abgeben, dass es US-Militärschläge gegen unliebsame Regierungen nicht mehr geben werde. „Die größere Gefahr für den Weltfrieden geht ohnehin von Donald Trump aus“, unterstrich Wagenknecht. Das US-Atomarsenal sei ungleich größer als das nordkoreanische, erklärte sie. „Ein US-Präsident, der eine massive Aufrüstung vorantreibt, den Konflikt mit Russland anheizt und per Twitter mal eben mit Atomschlägen droht, ist ein großes Sicherheitsrisiko“, betonte Wagenknecht.

Kauder nennt Trump und Kim Jong Un gleichermaßen „kaum berechenbar“

Unionsfaktionschef lobt China und kritisiert den US-Präsidenten: „Solche Wortwahl hat es seit Ende des Kalten Kriegs nicht gegeben“

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat die chinesischen Handelsbeschränkungen gegenüber Nordkorea ausdrücklich begrüßt. Gegenüber der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung Neue Westfälische sagte Kauder, China als Land mit engen Beziehungen zu Nordkorea sei in einer Schlüsselrolle. Die beschlossenen Sanktionen seien ein erster wichtiger Schritt, Nordkorea zum Einlenken zu bewegen. Kauder: „Die Chinesen erkennen den Ernst der Lage.“ Der Unions-Fraktionschef ergänzte: „Wir machen uns Sorgen, dass  Staatschefs in diesem Konflikt aufeinandertreffen, die jeder auf ihre Weise kaum berechenbar sind.“

Zwar dürfe man bei aller Kritik am US-Präsidenten nicht vergessen, dass Nordkorea mit seinen Atom- und Raketentests den Konflikt hervorgerufen habe. Er sei jedoch einigermaßen irritiert, mit welchen Worten der amerikanische Präsident in der vergangenen Woche auf den nordkoreanischen Diktator reagiert habe, so Kauder. „Solche Wortwahl hat es seit Ende des Kalten Kriegs nicht mehr gegeben“, sagte der CDU-Politiker. Militärschläge könnten nicht das Mittel zur Lösung des Konflikts sein. Europa müsse auf allen diplomatischen Kanälen versuchen, zur Mäßigung raten, sagte der Unions-Fraktionschef. Neue Westfälische

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  1. Anonymous Montag, 11. September 2017, 18:12 um 18:12 - Reply

    Egal, wer gefährlicher ist, Koreas seltene Erden sind am wertvollsten.

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