Guido hat die Freiheit geliebt – deshalb hat er für die Idee der Freiheit gekämpft

Westerwelle war starker Streiter für liberale Sache

Guido hat die Freiheit geliebt – deshalb hat er für die Idee der Freiheit gekämpft. Er hat als liberaler Politiker eine ganze Generation inspiriert oder herausgefordert. Er hat in der Sache niemanden geschont – und auch er selbst wurde nie geschont.

Veröffentlicht am Freitag, 18.03.2016, 17:26 von Uta Schmid

Peter Tauber würdigt den ehemaligen FDP-Vorsitzenden und Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der nach schwerer Krankheit verstorben ist: „Von 2009 bis 2013 wirkte er als Bundesaußenminister in der christlich-liberalen Koalition, in der wir Deutschland gemeinsam nach vorne gebracht haben.“ Lesen Sie hier den vollständigen Nachruf:

Zum Tod des ehemaligen FDP-Vorsitzenden und Bundesaußenministers Guido Westerwelle erklärt der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Dr. Peter Tauber:

Die CDU Deutschlands trauert um den ehemaligen Bundesaußenminister und langjährigen FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle, der nach schwerer Krankheit verstorben ist.

Guido Westerwelle hat seiner Partei und unserem Land unter anderem als Generalsekretär, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender gedient. Leidenschaftlich, kompetent und überzeugungsstark stritt er für die liberale Sache. Von 2009 bis 2013 wirkte er als Bundesaußenminister in der christlich-liberalen Koalition, in der wir Deutschland gemeinsam nach vorne gebracht haben.

In den zurückliegenden Jahren setzte er sich mit der Westerwelle Foundation weltweit für die demokratische Entwicklung ein. Bis zuletzt kämpfte er tapfer gegen seine schwere Krankheit. Diesen Kampf hat er nun verloren, aber durch seinen offenen Umgang damit vielen erkrankten Menschen Mut gemacht und Kraft gegeben. Unsere Gedanken und Gebete sind bei seinen Angehörigen. CDU – Christlich Demokratische Union Deutschlands

Westerwelle war starker Streiter für liberale Sache

Zum Tod des langjährigen FDP-Vorsitzenden und ehemaligen Bundesaußenministers Dr. Guido Westerwelle erklärt der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner: „Guido Westerwelle, unser Freund, ist tot – diese Nachricht hat uns heute Nachmittag tief getroffen und berührt. Mir fehlen die Worte, um wirklich auszudrücken, was mich in diesen Stunden bewegt.

Guido hat die Freiheit geliebt – deshalb hat er für die Idee der Freiheit gekämpft.

Guido hat das Leben geliebt – deshalb hat er um seines gekämpft. Er hat sich seiner schweren Krankheit gestellt. Er war voller Zuversicht – deshalb waren auch wir voller Hoffnung. Wir sind unendlich traurig, dass er diesen Kampf nicht gewonnen hat.

Guido Westerwelle war ein Mann voller Leidenschaft. Seine intellektuelle Schärfe und seine rhetorische Brillanz haben uns so oft begeistert, seine rheinische Lebenslust und sein grenzenloser Optimismus haben uns mitgerissen.

Er hat als liberaler Politiker eine ganze Generation inspiriert oder herausgefordert. Er hat in der Sache niemanden geschont – und auch er selbst wurde nie geschont.

Guido Westerwelle hatte einen klaren politischen Kompass. Mit ihm hat er unsere Partei über Jahre geprägt und zu großen Erfolgen geführt. Er war ein überzeugter Marktwirtschaftler, ein Verteidiger der toleranten und offenen Gesellschaft und ein tief überzeugter Europäer.

Der Zusammenhalt Europas in schwierigen Zeiten und der Einsatz für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in den nordafrikanischen Staaten waren ihm besondere Anliegen – als Bundesaußenminister und auch in der Zeit darüber hinaus.

Unsere Gedanken sind bei seinem Ehemann, seiner Familie und seinen Freunden. Wir bedanken uns für die vielen Worte der Anteilnahme aus dem In- und Ausland, die sich auch an seine Partei richten. Sie sind ein Trost, aber können die Trauer nicht lindern. Denn Guido Westerwelle wird uns sehr fehlen.“ FDP

 

6 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Andreas Montag, 21. März 2016, 20:50 um 20:50 - Reply

    Wenn ein Mensch mit 54 Jahren sterben muss, tut mir das persönlich Leid, das ist bei Guido Westerwelle auch so. Wenn ich ihn als Mensch beurteilen wollte, ist mir das nicht möglich, dazu hätte ich ihn persönlich kennen müssen. Doch als öffentliche Person, als Politiker und Regierungsmitglied, wie er sich gezeigt, präsentiert und profiliert hat, kann man sich über ihn schon eine Meinung bilden. Ich habe Guido Westerwelle immer als arrogant, selbstherrlich und unsozial wahrgenommen. Oft hatte ich den Eindruck, daß er seine Mitmenschen nur zu gerne in ihre Nutzbarkeit klassifizierte, wobei er sich und seines Gleichen immer als Leistungsträger bezeichnete, die Säulen der Gesellschaft. Menschen die tagtäglich ihre Lebenszeit geben, um lebensnotwendige Dinge zu produzieren, den Müll abzuholen, Kranke zu betreuen, oder anderen Menschen den Hintern zu wischen, waren in seiner Welt nur Mittel zum Zweck, der so liberalen Unternehmer. Vielleicht hatte er ja Gelegenheit, bedingt durch seine schreckliche Krankheit und seine Hilfsbedürftigkeit, den gesellschaftlichen Stellenwert dieser Leute zu überdenken und vielleicht auch zu schätzen. Mein Mitgefühl gilt allen die ihn mochten und vermissen.

  2. Spätrömische Dekadenz Freitag, 18. März 2016, 18:24 um 18:24 - Reply

    Und jetzt? Meine Trauer hält sich in Grenzen.

  3. Dekadenter Freitag, 18. März 2016, 18:20 um 18:20 - Reply

    Jahrelang musste ich unter dem Harzu IV Regime leiden. So spielt das Leben. Er ist in Reichtum gestorben. Ich lebe in Armut weiter.

  4. Hartz IV Bezieher Freitag, 18. März 2016, 17:55 um 17:55 - Reply

    Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!

  5. Gott schlägt nicht mit der Peitsche Freitag, 18. März 2016, 17:30 um 17:30 - Reply

    Tja Guido, seit dem er an Leukemie erkrant ist, hat er die Dinge am Leben etwas anders gesehen. Spätrömische Dekadenz: Vor vielen Jahren hat er die Ärmsten der Ärmsten dieses Landes diskretitiert.

  6. Mitteldeutsche Zeitung: zu Westerwelle 16.12.2010 – 19:38 Freitag, 18. März 2016, 17:28 um 17:28 - Reply

    Guido Westerwelle – ist er noch zu retten? Eine quälend lange Zeit galt diese Frage seiner Politik. Nun geht es um seine Person. Wie lange ist er noch als FDP-Vorsitzender und als Außenminister zu halten?

    Mit seinem Wort von der „spätrömischen Dekadenz“ hat er die sozialpolitische Debatte vergiftet. Mit seinem realitätsfernen Steuersenkungsprogramm hat er die Liberalen ins Abseits geführt.

    Dieser Kurs ist korrigiert. Dank Angela Merkel, Dank Wolfgang Schäuble (beide CDU). Finanzminister und Kanzlerin haben die Politik der Berliner Koalition in der Mitte vertäut. Und damit auch die FDP.

    Aber der Schaden, den Westerwelles Hang zum Extrem angerichtet hat, ist so schnell nicht wieder gut zu machen.

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