Ausverkauf deutschen Know-hows: Opel ist erst der Anfang

Spielball Opel

Opel war einmal der Stolz der Nachkriegsdeutschen: Der „Kapitän“ stand für Aufstieg und Amischlitten, der „Kadett“ für Freiheit und Autokino. Heute steht Opel – wer weiß das besser als die Bochumer – für Niedergang. Und dieser dürfte sich durch einen Verkauf an die Franzosen noch beschleunigen. Gewiss: General Motors hat gute Gründe, die Tochter abzugeben.

Veröffentlicht am Mittwoch, 15.02.2017, 15:36 von Gudrun Wittholz

Seit fast 20 Jahren schreibt Opel rote Zahlen. Mit dem Scheck aus Paris kann GM zugleich die Investitionen in Trumps „America first“-Doktrin bezahlen. Auch für Peugeot ist der Deal sinnvoll. Die Franzosen kaufen einen lästigen Konkurrenten aus dem Markt, der mit Kleinwagen auf die gleiche Kundschaft zielt und mit Achtungserfolgen wie dem Elektroauto Ampera-e punktet. Für die Opelaner ist der Deal dagegen ein neuer Schlag. Um Synergien zu heben, wird der Staatskonzern gewiss keine Peugeot-Werke stillegen, sondern weitere Opel-Kapazitäten. Nicht umsonst hatte GM die IG Metall nicht eingeweiht, ein Unding in Mitbestimmungs-Deutschland. Digitalisierung und Elektromobilität werden die Branche radikal verändern und die Belegschaften schrumpfen. Mit „Umparken im Kopf“ ist es da nicht getan. Opel ist der Anfang eines Branchenbruchs. Antje Höning – Rheinische Post

GM-Pläne: Trump im Nacken

Es kam wie der besagte Blitz aus heiterem Himmel. Und zwar zugleich ein Déjà-vu-Erlebnis: Erneut ist Opel Spielball von Spekulationen – die Angst um den Arbeitsplatz in der Autostadt Rüsselsheim, sie ist zurück. 17 Jahre mit roten Zahlen dürften Skeptiker im GM-Verwaltungsrat auf den Plan gerufen haben, eine alte Forderung neu vorzutragen: Opel verkaufen. Erst recht angesichts des politischen Klimawandels in den USA mit „America first“. Die in Europa verbrannten Milliarden lassen sich nämlich immer schwerer rechtfertigen, zumal die deutlich verschärften CO2-Regelungen in der EU bis 2020 noch teuer zu stehen kommen. Renault/Nissan haben PSA vorgemacht, wie es geht.

Denn Massenhersteller benötigen vor allem Stückzahlen. Eine bessere Auslastung der Kapazitäten – angeblich kommt GM europaweit nur auf 63 Prozent – könnte aber für deutsche Standorte gefährlich werden. Vor allem Eisenach sowie das Motorenwerk Kaiserslautern gelten als Wackelkandidaten. Aber es gibt auch Chancen. Die immer höheren Entwicklungskosten auf mehr Einheiten umzulegen, das ist zweifelsfrei verlockend. Ebenso wie das gute Standing von PSA bei Hybriden und Batterietechnologie. Ob GM letztlich eine signifikante Beteiligung an PSA im Hinterkopf hat? Andererseits haben die 20 Prozent an Fiat einst nur Ärger und Kosten gebracht. Wusste der in Detroit gut vernetzte Opel-Chef Neumann von dem PSA-Flirt tatsächlich nichts? Dann wäre das ein Misstrauensvotum erster Güte. Wusste er was, ist intern die Glaubwürdigkeit futsch: Der erste Verlierer steht fest. Achim Preu – Allgemeine Zeitung Mainz

Hampel: Ausverkauf deutschen Know-hows darf nicht hingenommen werden

Zum möglichen Verkauf von Opel an Peugeot erklärt AfD-Bundesvorstandsmitglied Paul Hampel: „Der geplante Verkauf von Opel an das französische Konkurrenzunternehmen PSA Peugeot Citroen ist ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft und eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland als Ganzes. Der französische teilstaatliche Automobilkonzern ist im gleichen Segment und in den gleichen Märkten aktiv. Mit dem Kauf von Opel kann es lästige Konkurrenz ausschalten. Um Synergien zu heben, werden alle profitablen und zukunftsfähigen Teile des deutschen Autobauers in Frankreich konzentriert werden. Die deutschen Standorte werden dabei das Nachsehen haben.

Nachdem sich GM 2013 bei Peugeot zurückzog, kaufte sich der französische Staat ein, um das Unternehmen zu stärken und einen Ausverkauf zu verhindern. In Deutschland wird das Traditionsunternehmen Opel, die Mitarbeiter und die Zulieferer sehr wahrscheinlich von der Regierung wieder im Stich gelassen. Man darf nicht tatenlos zusehen, wie Opel einem direkten Konkurrenten zum Fraß vorgeworfen wird und zigtausende von Menschen um ihre berufliche Existenz fürchten müssen.

Der großflächige Ausverkauf deutschen Know-hows und ganzer Wirtschaftsstrukturen darf aber von den Regierungen des Bundes und der zuständigen Länder nicht hingenommen werden.“ Alternative für Deutschland

Opel im Angebot – corporate

15 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Sonntag, 19. Februar 2017, 3:37 um 3:37 - Reply

    Ihr könnt mich mal. Es gibt Millionen von Menschen die nie ein Auto hatten und nie eins haben werden. Und es gab jede Menge brauchbare reperaturfähige Autos die zu Gunsten einer „Umweltprämie“ verschrottet wurden und jetzt in Bergen als Müll die Umwelt verschandeln und vergiften.

  2. Anonymous Sonntag, 19. Februar 2017, 3:30 um 3:30 - Reply

    Ja, ja, der Kommerz.

  3. Anonymous Donnerstag, 16. Februar 2017, 11:42 um 11:42 - Reply

    Wieviele Stellen wurden von VW bei Seat in Spanien gestrichen? Also jammert nicht so rum.

  4. Anonymous Donnerstag, 16. Februar 2017, 7:13 um 7:13 - Reply

    VW möchte weltweit 30.000 Stellen streichen. Wo wird das gemacht? Bestimmt auch in Deutschland. Audi verkauft viel weniger Autos in China als vorher,Beamte sollen eher einheimische Autos fahren.wetten,dass es bald bergab geht mit der deutschen Automobilindustrie? Die Chinesen werden irgendwann genauso gut sein und ihre Autos weltweit verkaufen. Zum leid der Deutschen. Volvo baut gute Autos und ist heute schon chinesisch.Andere werden folgen.Und wenn durch die Industrie 4.0 ein Haufen Stellen wegfallen ,dann werden auch weniger Autos gekauft werden. Vom Automobilhersteller bis zum Zulieferer werden eine Menge Menschen ihren Job verlieren und wenn kein Geld ,dann kein Auto.Ergo -es werden weniger Autos verkauft

    • Anonymous Samstag, 18. Februar 2017, 13:36 um 13:36 - Reply

      womit wöllen sie denn die Stellen streichen? Mit Binder, Latexfarbe, Autolack?

    • Anonymous Samstag, 18. Februar 2017, 13:38 um 13:38 - Reply

      Wenn weniger Autos verkauft werden, werden auch weniger verschrottet.

  5. Anonymous Mittwoch, 15. Februar 2017, 20:56 um 20:56 - Reply

    Tja, die Zeit in der die Deutschen ausländische Firmen übernommen haben ist jetzt solangsam vorbei. Jetzt sind die Ausländer an der Reihe. China wird so einige übernehmen. Ich bezweifle es auch das Mercedes und BMW auf Dauer frei sein werden.

    • Anonymous Mittwoch, 15. Februar 2017, 23:02 um 23:02 - Reply

      Wenn man die Qualität dem Profit opfert….

    • Anonymous Sonntag, 19. Februar 2017, 3:23 um 3:23 - Reply

      Haben eine tolle Küche, die Chinesen, aber mittlerweile krabbeln sie auf Bäumen rum um die Blüten mit Pinseln zu bestäuben, weil sie die Bienen so vergiftet haben, dass sie nicht mehr da sind um es zu tun.

  6. Anonymous Mittwoch, 15. Februar 2017, 20:42 um 20:42 - Reply

    Wenn die Bundesregierung nicht ihre schützende Hand über VW halten würde,dann würden in Europa bald noch mehr Marken zum Verkauf stehen

  7. Anonymous Mittwoch, 15. Februar 2017, 20:39 um 20:39 - Reply

    Der sogenannte OPEL Ampera ist ein US-FAHRZEUG was uns als Deutsch verkauft wird .Es gibt auch Menschen die sich ein Mercedes Citan kaufen und keine Ahnung haben,dass es sich um einen Kangoo handelt.

    • Anonymous Samstag, 18. Februar 2017, 13:33 um 13:33 - Reply

      Gibt auch Leute die Fahrad fahren und zu fuß gehen. Gibt auch welche die sich ein Mofa frisieren und schneller fahren als erlaubt. Gibt auch Leute die endlich einen Wagen mit Einparkautomatik wollen, weil sie es nie richtig gelernt haben. Gibt Autodiebe. Gibt Leute die abgemeldete
      Autos unrechtmäßiger Weise abstellen, während andere es als Kunst attestiert bekommen. Gibt Leute die ihr Altöl einfach in die Umwelt entlassen. Gibt jede Menge Rückrufaktionen, weil ……… und es ist von den Herstellern von vorne rein einkalkuliert und versichert. gibt in den USA Freaks die alte Autos auf altes Frittierfett umgerüstet haben. Dann gibt es noch die die kein Auto haben. Gibt Leute die einen platten Reifen wechseln können und eine kaputte Sicherung und eine kaputte Glühbirne austauschen können.

  8. Anonymous Mittwoch, 15. Februar 2017, 20:34 um 20:34 - Reply

    Die AFD hat wohl nicht mitbekommen,dass Opel seit Jahrzehnten Amerikanisch ist und nicht Deutsch.

    • Anonymous Donnerstag, 16. Februar 2017, 12:59 um 12:59 - Reply

      Die Leute von der AFD haben so manches noch nicht mitbekommen. Da sind sie wie alle anderen.
      Wichtig ist, ob man etwas mit dem anfangen kann was man mitbekommen hat. Ob man es zu nutzen weiß. und ob man das überhaut möchte. Und wem man dient.

  9. Anonymous Mittwoch, 15. Februar 2017, 20:32 um 20:32 - Reply

    Was für ein Know-how? Das kommt alles aus den USA und der Rest von PSA. Komisch wenn ein deutsches Unternehmen,ein ausländisches Unternehmen kauft wird gejubelt,auch wenn dort Arbeitsplätze platt gemacht werden.Aber wenn es um ein deutsches Unternehmen geht wird geheult.Aber genaugenommen ist Opel schon lange nicht mehr Deutsch.Seat ist ja auch nicht mehr spanisch.

Ihre Meinung ist wichtig!