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Syrien: Terroristen horten Chemiewaffen

Armee entdeckt “Lager” für Giftgas

Die syrische Armee hat in Ost-Ghouta einen “Workshop” für Chemiewaffen von und für Terroristen ausgehoben, nachdem das Gebiet durch die syrischen Regierungskräfte zurückerobert worden war.

In der Stadt Aftris in Ost-Ghouta sei beim Zurückdrängen der vom Westen unterstützten Terroristen das entsprechende Lager entdeckt worden. Oberst Feruz Ibrahim von der syrischen Armee dazu:

Vermutlich könnte die Ausrüstung dieses Materials als Teil eines Vorwurfs unter falscher Flagge produziert worden sein, so dass [es den Anschein hat, dass] Regierungstruppen chemische Waffen verwendeten.

„Es ist höchste Zeit, die Hölle auf Erden dort zu beenden“, sagt UN-Generalsekretär Guterres. Er meint die andauernden Angriffe auf die von syrischen Rebellen kontrollierte Region Ost-Ghouta bei Damaskus. Seit sieben Tagen bombardieren russische und syrische Kampfjets die Region. Die Bevölkerung ist diesen Angriffen schutzlos ausgeliefert. Zudem fehlt es an Lebensmitteln und Medikamenten. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind dort binnen einer Woche etwa 500 Menschen getötet worden, darunter 100 Kinder. Bei aktuellen Kämpfen hat das Assad-Regime laut Oppositionellen und Ärzten erneut Giftgas eingesetzt. Das Regime bestreitet dies. Noch am Wochenende hatte der UN-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet und eine einmonatige landesweite Waffenruhe gefordert. Die Kämpfe gehen jedoch weiter.

Wie kann eine Waffenruhe in den umkämpften Gebieten durchgesetzt werden? Welche Interessen stecken hinter diesem Stellvertreterkrieg? Wie kann ein erster Schritt Richtung Frieden aussehen? phoenix-Kommunikation

Hölle auf Erden

Es gibt eine Hölle auf Erden. Sie heißt derzeit Ost-Ghouta. Für die Anderen heißt sie Afrin. Auch Rakka, Itlib, Aleppo und viele weitere Städte und Regionen Syriens stehen für einen Krieg, bei dem die letzten Funken Menschlichkeit mit jedem Tag weiter verlöschen. Giftgas, Fassbomben und andere Horrorwaffen werden zum alltäglichen Mittel in einem erbarmungslosen Kampf, bei dem es noch nicht einmal möglich ist, für Stunden eine Waffenruhe einzurichten, damit Hilfstransporte wenigstens Medizin, Decken, Verbandmaterial und wieder etwas Wasser und Essen zu den verzweifelten Menschen bringen.

Zivilisten, darunter viele Kinder, werden durch ständiges Bombardement daran gehindert, aus der Todeszone zu fliehen und so wenigstens ihr Leben zu retten. Fast auf den Tag genau sieben Jahre währt der Krieg in Syrien nun schon. Er begann, als der Diktator Bassar al-Assad den auch in seinem Land aufkeimenden arabischen Frühling sofort mit Gewalt unterdrückte. Mit der Bekämpfung des barbarischen »Islamischen Staates« bekam er zwischendurch ein Kriegsziel, das auch Demokraten unterstützen konnten. Doch spätestens mit dem Eintritt der Türkei verschwanden diese Kriegsziele.

Den ausländischen Mächten geht es in Syrien heute allein um innenpolitische und geostrategische Ziele. Die Menschen und die Zukunft des Landes sind ihnen egal. Der heutige Bundespräsident und damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat versucht, alle Kriegsparteien an einen Tisch zu bringen. Das war richtig. Aber der Versuch ist nicht zuletzt am Widerstand Russlands und der Türkei gescheitert, die sich das, was sie als Sieg vor ihren Augen sehen, nicht nehmen lassen wollen. Heute gibt es nur noch zwei Instanzen, die theoretisch die Macht hätten, friedensstiftend auf den Krieg in Syrien einzuwirken: die Vereinigten Staaten und den UN-Sicherheitsrat.

Doch die USA wurden unter Donald Trump im Nahen Osten zur diplomatischen Null-Macht, die noch nicht einmal in der Lage ist, ihren einzigen Verbündeten, die Kurden, zu schützen. Dem Sicherheitsrat aber sind durch die russische Blockade die Hände gebunden. Und wir? Wir Menschen in Europa? Die Machtlosigkeit der westlichen Politik ist eine Sache. Doch die Sprachlosigkeit der hier Lebenden ist angesichts von Zehntausenden kriegsversehrten und hungernden Menschen genauso erschütternd. Was hindert uns, angesichts allgemeinen Schweigens selbst zu schreien?

Sicher, Frieden entsteht so noch nicht. Doch zumindest könnten Massendemonstrationen dazu beitragen, dass Assad, Putin, Erdogan & Co. schlechter schlafen. Stattdessen reisen als Gipfel moralischen Verfalls AfD-Politiker nach Syrien, wo sie nach dem Treffen mit Kriegsverbrecher Assad zu dem Schluss gelangen, man könne syrische Flüchtlinge zurückschicken. Westfalen-Blatt

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