Russland befreit Aleppo von Terroristen

Kampf um Aleppo

Die Stadt steht offenbar kurz vor der Rückeroberung durch syrische Regierungstruppen. Für Baschar al-Assad war die regionale und internationale Konstellation noch nie so günstig wie heute. Rufe nach seinem Rücktritt sind weitgehend verstummt. Wladimir Putin will durch seinen militärischen Kraftakt die internationale Anerkennung Russlands erzwingen und sich mit Syrien und Ägypten eine neue Machtbasis im Nahen Osten aufbauen.

Veröffentlicht am Dienstag, 13.12.2016, 18:14 von BZ-Redaktion

Der neu gewählte amerikanische Präsident Donald Trump dagegen kündigt an, er werde die kostspieligen internationalen Interventionen der USA in fernen Weltgegenden beenden. In Europa wachsen Terrorangst, Polarisierung und Fremdenfeindlichkeit angesichts der vielen Flüchtlinge aus der nahöstlichen Krisenregion. In dieser Situation glauben die Machthaber in Damaskus offenbar, dass sich ihr Staat durch Bombenteppiche und Polizeiwillkür irgendwie wieder zusammenflicken lässt. Berliner Zeitung

Letzte verzweifelte Hilferufe der eingeschlossenen Rebellen und der Zivilbevölkerung erreichen die Welt, aber sie werden immer seltener. Das Internationale Rote Kreuz ruft heute in einem dramatischen Appell zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Die Vereinten Nationen prangern Gewalttaten an Zivilisten in Ost-Aleppo an. Militärisch zieht sich der Ring um die Gegner des Assad-Regimes immer weiter zu. „Der Kampf um Aleppo hat sein Ende erreicht“, sagt sogar die den Rebellen nahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auf der Seite der syrischen Armee und ihrer russischen Unterstützer gibt es Freudenfeiern. Aber auch wenn die Rebellen Aleppo verloren haben, der Krieg in Syrien geht weiter. Er verlagert sich nur. ARD Das Erste

Syrien: Weißhelme fordern Flugverbotszone und humanitäre Korridore

Der Hauptkoordinator des Syrischen Zivilschutzes, Abdulrahman Al-Mawwas, sprach vor dem Außen- und dem Entwicklungsausschuss. Er schilderte die aktuelle Lage in Aleppo und forderte eine Flugverbotszone sowie die Öffnung humanitärer Korridore. Die Kämpfe haben in den vergangenen Tagen zehntausende Menschen aus Ost-Aleppo in die Flucht getrieben. Die Helfer des Syrischen Zivilschutzes (Weißhelme) sind die zentrale Rettungsorganisation, die im belagerten Ost-Aleppo tätig ist.

Aleppo von Terroristen komplett befreit

Die Stadtbewohner feiern ihre Befreiung von den Terroristen, schreibt RT-Korrespondentin Lizzie Phelan auf Twitter. In sozialen Netzwerken werden Videos von festlichen Saluten und spontanen Massenkundgebungen gepostet, bei denen Leute syrische Flaggen tragen und begrüßende Parolen rufen. Schon am Montagnachmittag meldete das russische Versöhnungszentrum in Syrien, dass 95 Prozent des Territoriums von Ost-Aleppo unter der vollständigen Kontrolle der syrischen Behörden stehen.

Nach der Evakuierung der Zivilisten aus Ost-Aleppo am Freitag setzten die Syrisch-Arabische Armee und ihre Verbündeten die Militäroperationen fort. Nach der erneuten Wiederaufnahme der Offensive befreiten sie am Montag den Schlüssel-Bezirk Sheikh Saeed im Südosten der Stadt. RT hat die Situation aus dem schwer umkämpften Aleppo live übertragen.

Westen will für Aleppo-Befreiung gegen Russland Sanktionen verhängen

Die komplette Vertreibung der IS-Terroristen aus dem syrischen Aleppo und die Befreiung von Tausenden Zivilisten ist im Plan der westlichen Länder nicht vorgesehen gewesen, wie der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, sagte, deswegen wollen sie nun neue Sanktionen gegen Russland verhängen.

„Nun hat sich herausgestellt, dass die Befreiung von mehr als 80.000 Einwohnern Aleppos, die als Geiseln von den Terroristen gehalten wurden, nicht auf dem Programm des britischen und französischen Außenministeriums, des US-Außenamtes und des deutschen Bundestages stand. Es hat sogar Aufrufe gegeben, neue Sanktionen dafür zu verhängen“, sagte Konaschenkow.

Zuvor hatten sich der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Nobert Röttgen (CDU), und die Grünen-Politikerin Franziska Brantner mit einem Appell an die Bundesregierung und die EU gewandt, als Reaktion auf „die Handlungen der russischen Luftwaffe in Syrien“ neue Sanktionen gegen Moskau zu verhängen und eine Luftbrücke nach Aleppo einzurichten. „Die EU müsste zumindest die russischen Handlanger dieser Gräueltaten mit Sanktionen belegen. Es darf nicht sein, dass Verantwortliche für Kriegsverbrechen zum Weihnachts-Shopping nach München oder Paris fliegen, während in Syrien Frauen und Kinder sterben“, zitiert der „Spiegel“ die Abgeordneten. Brantner und Röttgen warfen Russland dabei vor, Fassbomben abgeworfen, Menschen gezielt in die Flucht getrieben und sogar Krankenhäuser und Schulen zerstört zu haben.

Widerstand in Ost-Aleppo schwindet

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  1. Anonymous Mittwoch, 8. Februar 2017, 16:27 um 16:27 - Reply

    Schön, wenn die Waffen schweigen. Dann könnte ja der Wiederaufbau beginnen.
    Die echten Flüchtlinge aus Libanon, der Küstenebene und Jordanien werden damit anfangen.
    Von den Weggelaufenen nach Europa darf man das nicht erwarten. Ihren Landsleuten galten sie schon vorher.
    Nein, sie werden keinen Handschlag rühren. Wegen ihrer Faulheit sind sie doch weggelaufen.
    Und die vielen Nenn-Syrer? Gier und Geilheit treiben sie. Arbeiten wollen sie natürlich nicht. Sonst würden sie ja nicht alle in die Sozialstaaten wollen.

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