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Putin sticht wieder einmal Trump aus

Die eigentlichen Verhandlungen gehen jetzt erst richtig los

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und der russische Präsident Wladimir Putin haben bei ihrem ersten Gipfeltreffen sehr deutlich gemacht, dass die entscheidenden Pflöcke für ein Ende der nuklearen Aufrüstung des abgeschotteten kommunistischen Landes nicht in Washington eingeschlagen werden. Der Vorschlag, den Putin auf den Tisch gelegt hat, ist nicht neu, aber klug. Pjöngjang verzichtet schrittweise auf sein Atomprogramm, im Gegenzug werden die harten Sanktionen der Vereinten Nationen entsprechend gelockert werden.

Dem nordkoreanischen Diktator würde das Gelegenheit geben, sein Gesicht zu wahren. Für Russland hätte es nicht nur den Vorteil, einen unberechenbaren Nachbarn nuklear entwaffnet zu wissen, sondern auch die lukrativen Geschäfte mit Nordkorea wieder aufnehmen zu können. Nicht nur das: Setzt sich dieser Vorschlag auch auf internationalem Parkett durch, hätte sich Putin einmal mehr als der gewiefte Stratege erwiesen, als der er gerne gesehen werden will. Es ist eine elegante diplomatische Lösung, getragen von der Erkenntnis, dass ruchlose Schurken nur selten spuren, wenn sie an die Wand gedrückt werden. Das Gipfeltreffen findet nicht zufällig zu einer Zeit statt, in der das Verhältnis zwischen Pjöngjang und Washington wieder deutlich angespannter geworden ist.

Die Nordkoreaner arbeiten weiter an ihrem Raketenprogramm, Südkorea und die USA halten an gemeinsamen Manövern fest. Die Vorstellung Donald Trumps, man könne hemdsärmelig und mit großem Getöse quasi im Vorbeigehen einen geopolitischen Großkonflikt lösen, hat sich als irrig herausgestellt. Russland profitiert enorm von der erratischen Außenpolitik des Dilettanten im Weißen Haus. Moskau hat seinen Einfluss bereits in der arabischen Welt, insbesondere in Syrien und in Libyen ausgebaut. Das Treffen mit Kim ist ein weiterer Baustein in der Restauration russischer Bedeutung auf der internationalen Bühne. Als nächstes trifft sich der russische Staatschef mit seinem chinesischen Gegenpart Xi Jinping.¹

Nordkorea-Experte Frank zum Scheitern des Gipfels in Hanoi: „Die eigentlichen Verhandlungen gehen jetzt erst richtig los“

Der Nordkorea-Experte Rüdiger Frank glaubt, dass nach dem abrupten Ende der Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un die „eigentlichen Verhandlungen jetzt erst richtig losgehen“. Der Leiter des Instituts für Ostasienwissenschaften an der Universität Wien vermutet im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Samstagausgabe), dass beide Staatschefs ihren „Gegenüber auch ein wenig unterschätzt haben“. Wenn zwei autoritäre Führungspersönlichkeiten miteinander verhandeln, seien „überraschende Fortschritte ebenso möglich wie ein ergebnisloser Abbruch“. Für Frank ist es deshalb wichtig, „dass beide offenbar nicht im Streit auseinander gegangen sind“. Die nächste Runde der Gespräche „dürfte also produktiver und realistischer werden“.

Auch für Südkoreas Präsidenten Moon Jae In, der mit seiner Hoffnung auf innerkoreanische Projekte wohl am meisten von dem Scheitern der Gespräche betroffen ist, bieten sich nun neue Chancen: „Nun braucht der Friedensprozess zwischen Nordkorea und den USA Moon Jae In wieder als Vermittler und Motor“, sagt der Nordkoreaexperte Frank.²

¹Jan Jessen – Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung ²neues deutschland

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Trump kriegt sie ale fertig–er spielt rum–

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