Press "Enter" to skip to content

Neue Westfälische: Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

Die Hand ausstrecken

Das neue Jahr ist nur wenige Stunden alt, da hätte die EU fast schon wieder wegen einer neuen Flüchtlingskatastrophe zum Krisengipfel bitten müssen. Nur das beherzte Eingreifen der italienischen Küstenwache konnte in letzter Minute verhindern, dass ein mit Menschen überfüllter Frachter an Klippen zerschellte. So beginnt das neue Jahr, wie das alte endete. Flüchtlingsboote mit Verzweifelten stranden täglich an Europas versiegelten Küsten. Wieder einmal zeigt sich, dass skrupellosen Schleusern und Menschenhändlern dabei nur ein Menschenleben etwas wert ist – ihr eigenes. Dass sie in der grauen See der ungeklärten Zuständigkeiten weiter schalten und walten können, ist eine Schande.

Besserung und ein neues Flüchtlingskonzept hatte die EU nach den schockierenden Bildern von Lampedusa vor etwas mehr als einem Jahr versprochen, doch noch immer sterben jedes Jahr Tausende bei der gefährlichen Fahrt übers Mittelmeer. Für die Flüchtenden ist diese Option, die sie teuer, manchmal sogar mit dem Leben, bezahlen müssen, die letzte, die sie haben. Die syrischen Passagiere auf der “Blue Sky M”, die fast in ihr Verderben gefahren wären, dürften geahnt haben, dass ihnen nicht aus reiner Nächstenliebe übers Meer geholfen wird. Doch vom Krieg gepeinigt müssen sie auf Kriminelle vertrauen. Es ist überfällig, dass Europa endlich die Hand ausstreckt und den Hunderttausenden Kriegstraumatisierten Hilfe entgegenbringt. Diese Menschenleben können wir uns nicht nur leisten. Wir müssen. – JOhann Vollmer

Neue Westfälische News Desk 0521 555 271 nachrichten@neue-westfaelische.de – presseportal.de

Ihre Meinung ist wichtig!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2019