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Migrationsbericht – Nicht täuschen lassen

Europa ist wie betäubt

Wären Deutschland und Europa auf einen neuen Ansturm von Asylsuchenden vorbereitet? Der Streit über die EU-Mission Sophia im Mittelmeer zeigt exemplarisch, wie zerstritten Europa weiter ist. In Berlin heißt es, mit dem zeitweisen Rückzug der Bundeswehr solle Druck auf Italien ausgeübt werden, doch wie sich herausstellt, begrüßen die Populisten in Rom die deutsche Entscheidung sogar. Es ist ein Kräftemessen auf dem Rücken von Menschen auf der Suche nach Perspektiven.¹

Die Politik kann nicht alleine die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer lösen. Ein Schlüssel liegt in unserem fehlenden Mitgefühl.

Es gibt in diesen Tagen ein Gesicht, das für allerlei Projektionen taugt. Für die einen ist der italienische Innenminister Matteo Salvini das Ungeheuer, das Flüchtlingen die Landung in den Häfen seines Landes verwehrt und somit dazu beiträgt, dass wieder Dutzende Menschen im Mittelmeer ertrunken sind. Für andere macht der Chef der rechten Lega genau das Richtige: Er lässt mit Flüchtlingen beladene Schiffe nicht in italienische Häfen einlaufen und garantiert auf diese Weise die innere Sicherheit nicht nur in Italien, sondern auch in anderen Ländern der EU. Die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten der Figur Salvini werfen eine Frage auf: Ist es wirklich nur die Verantwortung der Politik, dass das Sterben im Mittelmeer kein Ende nimmt? Am vergangenen Wochenende ertranken nach Angaben von Hilfsorganisationen 170 Flüchtlinge auf sinkenden Schiffen. Politik, zumindest in den meisten westlichen Staaten, ist oft der schlichte Ausdruck eines allgemeinen Bedürfnisses.

In Italien stimmten 17 Prozent der Wähler bei den Parlamentswahlen für Salvini, heute käme seine Partei sogar auf 36 Prozent. Viele Italiener, die die Lega nicht wählen würden, heißen die Blockade-Politik der Regierung aber gut. Insofern geht die knallharte Flüchtlingspolitik gar nicht am Willen vieler Menschen vorbei, sie ist schlicht ihr Ausdruck. In Italien ist diese Politik derzeit mehrheitsfähig. Wenn sich der Fokus schärft, wird es komplizierter. Das geschieht zum Beispiel, wenn Fotos ertrunkener Babys in den Medien kursieren. Das fühlt sich schlimmer an, als wenn man nur schwarz auf weiß liest: Am Wochenende kamen unter den 170 Personen auch eine schwangere Frau und ein zwölf Monate altes Kleinkind ums Leben. Details über herzzerreißende Telefonate Ertrinkender werden publik und rühren an die Gewissen derjenigen, die in Sicherheit sind. Aber meistens ist das nicht der Fall. Wenn überhaupt, schüttelt man kurz betroffen den Kopf – und macht da weiter, wo man aufgehört hat. Darin besteht das größte Problem.

Viele von uns sind unfähig geworden, sich aktiv dem existenziellen und offensichtlichen Leid anderer zuzuwenden. Wir wollen uns nicht in die Lage der Menschen auf dem Meer, deren Existenz konkret auf dem Spiel steht, oder in deren Angehörige versetzen. Es ist bequemer, andere Gedanken vorzuziehen. Etwa, dass die Blockadepolitik letztendlich sogar Hilfe für alle bedeuten könnte. Durch sie werden weitere Flüchtlinge abgeschreckt und irgendwann muss niemand mehr sterben und niemand mehr über dieses Problem nachdenken, so lautet das Kalkül. Doch so funktioniert es nicht. Die Flüchtlinge wagen trotzdem die Überfahrt, vielleicht weil sie schlecht informiert sind oder verzweifelt.

Tatsache ist, sie kommen. Dem letzten im Mittelmeer verbliebenen Rettungsboot (der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch) kann man dafür nicht die Schuld zuschieben. Libyen, das Land, aus dem immer noch die meisten Flüchtlinge ablegen, ist ein failed state. Historisch gesehen ist die Ausbeutung Afrikas in der Kolonialzeit mit Folgen bis heute nicht zu leugnen, sie schreitet inzwischen in anderer Form voran. Natürlich tragen auch die Afrikaner, Regierungen und Regimes des Kontinents, Verantwortung für den Zustand, der Menschen zur Flucht motiviert. Aber haben wir als Einzelne mit diesem komplexen Problem wirklich nichts zu tun? Unsere meist nur kurze, aber manchmal doch tiefe Betroffenheit weist uns darauf hin, dass wir selbst Teil der Misere sind. Was also tun? Natürlich ist es ein Irrglauben zu denken, es habe keine umwälzenden Folgen, wenn europäische Staaten unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen würden.

Die Steuerung von Zuwanderung ist notwendig, ebenso wie Politik als Delegierung von Macht notwendig ist. Im Fall der ertrinkenden Flüchtlinge liegt einer der Schlüssel in unserem fehlenden Mitgefühl. Meist reagieren wir wie betäubt auf das hundertfache Leid, das sich vor unserer Haustüre abspielt. Erst wenn wir diese Betäubung ernst nehmen und ihren Kontext erkennen, kann das Sterben im Mittelmeer langsam ein Ende nehmen.²

¹Straubinger Tagblatt ²Julius Müller-Meiningen – Mittelbayerische Zeitung

5 Kommentare

  1. Anonymous

    Ich habe genauso viel Mitgefühl, – so nennt ja der Berichtschreiber seine Gutmensch-Gefühlsduselei,- wie diese hinterwäldlerischen Muslime, die die ganze Weltbevölkerung zum Islam bekehren möchten und null Toleranz für anders Gläubige haben : 100%zentig KEIN Mitgefühl!
    Sollen sie doch dort bleiben, wo Allah, sie die Welt hat betreten lassen! Ich spucke auf dieses parasitäre Moslemgesindel! Warum liegen denn ihre Länder im Dreck, am Boden : weil sie ein arbeitsscheues Pack sind! Nur im gegenseitigen töten, da sind sind sie ganz groß! Abartige „Religion“!

    • Anonymous

      was lassen Sie hier für eine billige rassitische Scheiße ab?
      Das ist ja unterste Schublade, aber so verstehe ich jetzt endlich warum so viele im Lande unserm Österreicher gefolgt sind, wenn ich mir Ihre Gedanken hier so zu Gemüte führe, zeigt es mir nur, wie viele da schon wieder bereitstünden..

      Haben Sie sich in Ihrer These vielleicht schon mal überlegt warum in der Landschaft die Kreuzritter so ausgetillt sind in Ihren Bluträuschen oder evtl. jetzt auch das auserwählte Volk so über die Stränge schlägt, vielleicht ist Ihre Rassimustheorie grundlegend falsch und die Landschaft inspiriert zu solchen Verhalten?

      • Anonymous

        In der Tat Menschen aufgrund eine Religionszugehörigkeit ohne Berücksichtigung einzelner im Ganzen herabzuwürdigen ist ganz klar Rassismus.

        Menschen aufgrund Ihrer Herkunft kollektiv mit Negativ-Merkmalen zu belegen ist ebenfalls ganz klarer Rassimus.

        Und das letzte mal als unsere Bio-Deutsche Regierung nach genau diesen Gesichtpunkten regiert hat, hatten die Mordfabriken Hochkonjunktur und unser Land zahlt heute noch die Hypotheken der damaligen Umsetzung tatsächlichen solchen Gedankengutes. Und im übrigen wird auch diese Narbe unser Land leider im Ausland noch längere Zeit zieren ob es uns Bio-Deutschen gefällt oder nicht. Diese organisierte und fabrikmässige Umsetzung hatten noch nicht mal die in Ihren Augen so mordlüsternen Mittelasisaten hinbekommen.
        Aber wie war das mit dem im Glashaus sitzen……immer den grössten Stein werfen, die Versicherung zahlt ja……oder doch die Nachfolgenden Gnerationen?

      • David-Zwicka

        Oh ja, jetzt kramen sie die Kreuzritter aus dem Karton! Das ist doch einfach lächerlich! Machen Sie sich doch erst einmal klug, was der Islam ist und was sein Ansinnen ist! Vielleicht sollten Sie sich einmal den Koran in einer guten, deutschen Übersetzung zu Gemüte führen :
        Mord und Totschlag und vieles mehr wird ihnen dort in die Augen springen!
        Sie scheinen aber ein dummer, holzköpfiger „Gut-Mensch“ zu sein; solchen verblendeten, schwärmerischen Idioten ist leider nicht zu helfen! ( Bis es Sie oder Ihre Familie betrifft, dann werden auch Sie wach.)
        P.S. Faschistoid und rassistisch ist der Islam! Und Ihr Antisemitismus ist mehr als offensichtlich. – Sie sind ein unwissender Mensch, der wahrscheinlich noch nie in einem islamisch geprägten Land gelebt hat; vielleicht mal Urlaub machen in Saudi-Arabien oder im Iran…..

      • Simon

        Sie versuchen hier ohne Argumente, nur Schlagworte, etwa „klar zu stellen“. Ihr Wortwahl ist nicht nur dumm, sondern widerlich und vulgär! Ich habe den Gedanken, dass Sie hier versuchen, Ihren Antisemitismus auszuleben; einfach nur widerlich!

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