Erdbeben in Nepal hat giftiges Asbest freigesetzt

Mehr als 320.000 Kinder in Nepal sind obdachlos

In Nepal wurde in Häusern häufig Asbest verwendet. Durch das Erdbeben wurde diese gefährliche Substanz nun freigesetzt. Von Asbest geht eine große Gefahr aus. Es ist sehr giftig.

Veröffentlicht am Sonntag, 03.05.2015, 15:52 von BZ-Redaktion

Trinkwasser NepalNach dem schweren Erdbeben in Nepal müssen 320.000 Kinder unter katastrophalen Bedingungen im Freien schlafen. Offiziellen Angaben zufolge wurden über 160.000 Gebäude zerstört. Laut Save the Children sind in den am schwersten betroffenen Gebieten, die bisher nur mit Hubschraubern erreichbar sind, besonders Kinder und Neugeborene gefährdet.

Mehr als 320.000 Kinder in Nepal sind obdachlos

Die Mädchen und Jungen sind noch immer vollkommen schutzlos kalten Nachttemperaturen und starkem Regen ausgesetzt. In zugänglichen Regionen hat die Kinderrechtorganisation bereits Zeltplanen, Decken und Neugeborenen- und Nothilfe-Sets verteilt. Kinder sind aufgrund der Kälte und schwieriger Hygiene-Bedingungen einem besonders hohen Risiko schwer zu erkranken ausgesetzt. Von Fieberausbrüchen, Durchfall und Erkältungen mit der Gefahr von Lungenentzündungen berichten bereits jetzt Eltern, die mit ihren Kinder ohne Obdach sind. Zudem geht von Asbest eine große Gefahr aus. In Nepal wurde in Häusern häufig Asbest verwendet. Durch das Erdbeben wurde diese gefährliche Substanz nun freigesetzt.

“Erst jetzt, mehr als eine Woche nach dem Erdbeben, wird das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Viele dieser 320.000 obdachlosen Kinder haben alles verloren: Ihr Zuhause, manchmal sogar ihre Familien. Das Risiko von schweren Erkrankungen ist besonders für kleine Kinder sehr hoch. Deswegen versorgen wir so schnell es geht, die Menschen und vor allem die Kinder mit Hygiene-Paketen, Zeltplanen und Schlafsäcken”, erklärt Delailah Borja, Länderdirektorin von Save the Children in Nepal.

Sofort nach dem Erdbeben hat Save the Children mit der Verteilung von Nothilfe-Sets aus seinen Lagerbeständen in Nepal begonnen. Tausende Menschen erhielten Schutzplanen, Kleidung, Kochutensilien und andere Nothilfe. Aus Indien, Dubai und den Philippinen hat die Organisation inzwischen weitere dringend benötigte Hilfslieferungen erhalten. Neben der Notversorgung richtet Save the Children zudem kinderfreundliche Spiel- und Schutzräume ein. Save the Children Deutschland e.V.

Caritas-Helfer in schwerstbetroffenen Regionen- Dringender Bedarf an Zelten, Schutzplanen und medizinischer Hilfe – Angst vor Nachbeben und einsetzendem Monsun

Eine Woche nach dem Erdbeben in Nepal sind vier der am schwersten betroffenen Regionen von Caritas-Helfern erreicht worden. Die Teams aus nepalesischen und internationalen Mitarbeitern berichten, dass viele der Erdbe-benopfer durch das Erlebte und den Verlust geliebter Angehöriger traumatisiert sind. Caritas-Helfer Stefan Teplan: “Die Menschen sind von Angstzuständen geplagt und kommen nicht zur Ruhe. Sie fürchten sich vor weiteren Nachbeben und sehen mit großen Befürchtungen dem bald einsetzenden Monsun entgegen.”

Caritas hat bislang in Kathmandu und Umgebung Zeltplanen, Decken und Lebensmittel an 20.000 Menschen zu den Menschen bringen können. Höchste Priorität hat nun die Verteilung von Zelten, Schutzplanen und medizinischer Hilfe in den Regionen Gorkha, Sindhupalchowk, Kavre und Nuwakot. “Die Menschen wollen schnell wieder ein notdürftiges Dach über dem Kopf, damit sie sich vor dem Regen schützen können. Sonst verwandelt sich ihr Zuhause in wenigen Wochen in ein Schlammfeld”, so Teplan. Zudem müssten offene Wunden, Durchfallerkrankungen und Ruhr behandelt werden. Erstes ärztliches Personal der Caritas Indien ist in Nepal bereits im Einsatz. Weitere Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte werden folgen.

Für die medizinische Hilfe sowie die Verteilung von Zelten und Schutzplanen hat Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, bislang eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Die Hilfsgüter werden per Land- und Luftweg aus Europa, Indien und Pakistan nach Nepal gebracht. Katastrophenhelfer der Caritas Nepal sind seit dem Tag des Erbebens im Einsatz und organisieren die Nothilfe.

Bei dem schweren Erdbeben, das vor einer Woche Nepal erschüttert hatte, sind 7000 Menschen ums Leben gekommen. Tausende werden noch vermisst. In Gorkha und Sindhupalchowk sind 90 Prozent der Häuser UN-Angaben zufolge beschädigt oder zerstört.  Deutscher Caritasverband

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