Press "Enter" to skip to content

SPD will Andersdenkende verfolgen – Giffey Knigge oder die Sprache der NS-Propaganda

Bildungspolitiker und Pädagogen "entsetzt" über "Schnüffel-Fibel"

Der Begriff „politisch Andersdenkende“ umfasst alle innenpolitischen Gegner der NSDAP. Häufiges sprachliches Mittel der Nazis waren Metaphern: „Volksgenosse“, die Andersdenkende wurden als „Volksfeinde“, „Schädlinge“, „Parasiten“, „Krebsgeschwür“, „Nichtgemeinschaftsfähige“ u.ä. bezeichnet. Typisch für die nationalsozialistische Sprache waren auch Sprachstereotype, umgesetzte moderne Mythen, sprachliche Aggressivität, Gefolgschaft eines starken Mannes, Überwachung der Gefolgschaftstreue, und unbedingter Gehorsam.¹

Kinder rechtsextremer Eltern sollen aufgespürt werden – Lehrerverbandspräsident Meidinger: Gesinnungsschnüffelei schnellstens stoppen

Bildungspolitiker und Pädagogen fordern den sofortigen Stopp einer vom Familienministerium geförderten Broschüre zum Aufspüren von Kindern rechtsextremer Eltern. „Hier wird zu einer Gesinnungsschnüffelei aufgerufen, wie sie zuvor der AfD wegen ihres ‚Lehrer-Prangers‘ vorgeworfen worden war“, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die „Schnüffel-Fibel“ der Antonio-Amadeu-Stiftung müsse „schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden“. Albert Rupprecht (CSU), bildungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sagte der „NOZ“: „Hier liegt ein politischer Missbrauch von Erzieherinnen und Erziehern vor, der sofort beendet werden muss.“

Die Kritik der beiden richtet sich gegen die Broschüre „Ene, mene, muh – und raus bist du!“ der Antonio-Amadeu-Stiftung, die an Kindergärten verteilt wird. Darin werden Beispiele konstruiert, anhand derer Erzieher auf Kinder aus „völkischen Elternhäusern“ aufmerksam gemacht werden sollen. „Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt“, heißt es auf Seite 13. Den Betreuern wird geraten, in solchen Fällen „die Eltern zum persönlichen Gespräch in die Kita einzuladen“. Das Grußwort für die Broschüre hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) geschrieben.

„Ich bin entsetzt über das Argumentationsniveau“, sagte Lehrerverbandspräsident Meidinger. „Mit fragwürdigen Kategorien wird ein ‚völkischer Typus‘ kreiert, das ist abstoßend, kontraproduktiv und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.“ Natürlich müssten Pädagogen extremistischen Ansichten von Schülern und Eltern in geeigneter Form offensiv begegnen, sagte Meidinger. Aber solche Ansichten kämen auch „in sehr gut bürgerlichen Familien vor“. Der Pädagoge beklagte: „Hier werden gezielt Mädchen mit Kleidern und Zöpfen und körperlich gedrillte Jungen zu Feindbildern gemacht. Das wird die Demokratie in unseren Schulen nicht stärken, im Gegenteil.“

Unions-Bildungsexperte Ruppert sagte der „NOZ“: „Kein Mensch darf wegen seiner Kleidung, seiner Frisur oder seines Lebensstils stigmatisiert, verurteilt oder in Schubladen sortiert werden. Jeder Mensch hat das Grundrecht, sich in unserer Gesellschaft frei entfalten zu können und es ist grundlegend falsch, dies mit einer Schnüffel-Fibel zu behindern.“ Die mit Steuergeld geförderte Broschüre sei „mit unseren Grundwerten unvereinbar“.²

¹Barbora Oralová – Die Sprache der NS-Propaganda (Diplomarbeit) ²Neue Osnabrücker Zeitung

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Eine Nacht in einer Flüchtlingsunterkunft, – ohne Sicherheitsdienst,- könnte für diese, wenn auch schon etwas ältlich Dame,- ( Muslime vögeln ja alles; vom Schaf bis hin zum Affenpuff, ) recht „heilsam“ sein!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2018