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Söder in den Startlöchern

Landtagswahl in Bayern - Vorteil Söder

Markus Söder hat noch nicht einmal richtig angefangen, weil Horst Seehofer sich mit der Amtsübergabe an den designierten Ministerpräsidenten Zeit lässt. In den verbleibenden acht Monaten könnte es also dem derzeitigen Finanzminister gelingen, wieder so viel Boden gut zu machen, dass es doch noch mit Ach und Krach zu einer absoluten Mehrheit im Landtag reicht.

Doch gemach: Wie das Beispiel Martin Schulz zeigt, nutzen sich neue Besen heute wahnsinnig schnell ab. Und wenn CSU-Chef Seehofer Bundesinnenminister werden sollte, gibt es für die Christsozialen noch mehr an Risiken und Unwägbarkeiten als ohnehin schon – selbst wenn sich beide vertragen sollten oder wenigstens so tun. Straubinger Tagblatt

Mit dem Wechsel in die GroKo endet Seehofers Regentschaft in Bayern. Nachfolger Söder scharrt schon mit den Füßen.

Der Rausschmeißer-Song vom Nockherberg, mit dem das Söder-Double den fiktiven Horst Seehofer mit zunehmendem Zorn aus Bayern hinauskomplimentierte, war nur einen Hauch überzeichnet. Der echte künftige Ministerpräsident steht längst in den Startlöchern, rechnet mit jedem Tag und mit jeder Stunde, die er früher im Amt sein könnte. Der Last-Minute-Abschied Seehofers, der nun bis kurz vor seinem Wechsel nach Berlin im Amt bleiben wird, strapaziert seine Geduld.

Die Uhr von Markus Söder tickt: Bis zur Landtagswahl am 14. Oktober muss er die CSU zumindest zum Zwischenhoch treiben. Die Schubkraft, die er zuletzt entfaltet hat, reicht bisher nur für einen sanften Aufschwung. Bleibt es bei diesem Niveau, ist die CSU im Herbst neben der absoluten Mehrheit auch schmerzhaft viele Landtagsmandate los. Die schwierige Ausgangssituation war die größte Triebfeder Söders und der CSU-Landtagsfraktion, den Fortgang Seehofers mit so großer Vehemenz zu betreiben. Die Demontage des Amtierenden wurde dabei als lässliche Sünde betrachtet. Innig war das wechselseitige Verhältnis ohnehin nie. Dazu hat auch Seehofer seinen großen Teil beigetragen. Seehofers Wechsel nach Berlin beendet den lähmenden Leerlauf, der nach der Bundestagswahl eingetreten war.

Während der Koalitionssondierungen und der Koalitionsverhandlungen in Berlin wurde Bestehendes abgearbeitet, aber keine neuen Akzente gesetzt. Auch der CSU-Machtkampf band Kräfte. Seehofer war de facto ständig in Berlin oder igelte sich in der Staatskanzlei ein. Söder hätte in München gern schon angepackt, konnte aber nicht. Eine Gemengelage, in der unter vermeintlich friedlicher Oberfläche Zorn auf Seehofer wuchs. Dabei hatten sich Söder und die CSU-Fraktion die Lage selbst miteingebrockt. Sie hatten Seehofers Zeitplan in Gremiensitzungen ohne Widerspruch passieren lassen. Seehofer hält sich jedenfalls penibel an sein Versprechen eines Regierungswechsels noch im März. Söder hat in Kürze die lang ersehnte Macht in Händen. Bekannt ist bereits sein Zehn-Punkte-Plan für Bayern mit Komponenten einer gerechteren Sozial- und einer strengeren Asylpolitik. Was davon zündet, wird sich zeigen.

Die Opposition wird jedenfalls in den rund sieben Monaten bis zur Landtagswahl keine Gelegenheit auslassen, Schwachstellen bloßzulegen – notfalls auch nur auf Verdacht, ohne handfesten Beweis. Söder bekam das kürzlich bei der erneuten Debatte um den Verkauf von GBW-Wohnungen zu spüren. Es ging um vermeintliche Schwarzgeldgeschäfte auf Käuferseite und die Frage, ob Söder davon gewusst haben könnte. Ein kleiner Vorgeschmack. Am Ziel seiner Wünsche trifft Söder auf rauen Gegenwind. Noch herrscht großer Gleichklang mit der CSU-Landtagsfraktion. Wie tief die Liebe wirklich geht, wird sich zeigen, sollte Söder nicht die Wahlergebnisse liefern, die von ihm erwartet werden. Für Eintrübungen sorgt vermutlich schon seine erste Kabinettsbildung gleich nach dem Amtswechsel. Söder hat enorme Hoffnungen geweckt, die ersten wird er zwangsläufig noch im März enttäuschen.

Zu den Scherzen des Lebens gehört: Söders Erfolg bei der Landtagswahl ist mit einem Kontrahenten verknüpft, dem er gerade das Amt des Ministerpräsidenten abgetrotzt hat. Seehofer muss als Bundesinnenminister liefern, damit sich Söder im Herbst als neuer Retter der CSU feiern lassen kann. Nur wenn Seehofer rasch erste Erfolge vorweist, sinkt der Ärger in Teilen der CSU-Wählerschaft auf die Kanzlerin und die Berliner Politik. Die Gefahr eines zweiten Denkzettels für die bayerische Regierungspartei, die schon die 38,8 Prozent bei der Bundestagswahl in eine tiefe Krise stürzte, würde sich verflüchtigen. Seehofer und Söder agieren zwar bald auf getrennten Spielfeldern. Sie bleiben aber aneinandergekettet. Christine Schröpf – Mittelbayerische Zeitung

3 Kommentare

  1. Siggi

    Herr Söder ist schon richtig! Der wird vor „Raute“ nicht einknicken, so wie Seehofer es stets getan hat! – Wir brauchen mehr Männer wie Herrn Söder in unserem Land!- Ich hoffe, dass er der alten Stasi-Schnepfe ordentlich Paroli bietet! Die alte Zonen-Hexe ist der Untergang Deutschlands!

  2. Anonymous

    Hoffentlich bleibt Söder hart!
    Hoffentlich macht er keine Rückzieher!
    Die Flüchtlingswelle hat unser Land
    stark zum Nachteil verändert. Das
    muss man sagen dürfen. Auch das
    immer wieder Messerstechereien passieren,
    darüber muss geredet werden.

    • Anonymous

      Dann kann man unter Berücksichtigzung der Messerstechereien – wie jetzt in London/England wirklich passiert ist ( jetzt meinerseits ironisch gemeint ) – Messer verbieten. Dort in London /England sind Feurwaffen strengstens verboten- und die Folgen —? höchste Mordrate in der westlichen Welt, die haben jetzt New York City übertroffen. Erstens: Kriminelle interessieren sich nicht für Verbote- sie sind ja kriminell und zweitens — wenn sie auf Messer oder Feuerwaffe verzichten dann werden sie die Leute mit Hammer oder Schraubenzieher oder mit Faustschläge oder Kopftritte o.ä. umbringen, dann werden diese verboten , usw??!!. Die Waffen bringen nicht die Menschen um, es sind diese verabscheungswürdige Unwesen ( ich schreibe bewusst nicht Menschen oder Tiere) die Menschen verletzen und umbringen, die muss man hinter Gitter bringen oder abschieben. Aber wenn man hört was die Gerichte mit solchen Tätern tun, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln: statt jahrelange Strafen , werden sie vorzeitig wegen Sprachprobleme entlassen!!! Unglaublich.

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