Ein Stolperstein für das Projekt GroKo

SPD und CDU: "Verlierer ist das Klima"

Greenpeace Energy zu Sondierungsergebnissen Energie und Klimaschutz: „Union und SPD müssen bei Stärkung von Speichertechnologien noch nachlegen“: Union und SPD haben offenbar erste Ergebnisse bei ihrer heutigen Sondierungsrunde zu den Themen Energie und Klimaschutz erzielt. Laut Medienberichten verständigten sich die Unterhändler am Montag unter anderem darauf, die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Speichertechnologien zu verbessern.

Veröffentlicht am Mittwoch, 10.01.2018, 13:44 von Magnus Hoffestett

Es kommentiert Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy:

„Es ist ein überfälliger Schritt, dass die GroKo-Unterhändler offenbar die Bedingungen für Stromspeicher verbessern wollen. Insbesondere flexible Langzeitspeicher wie Power-to-Gas („Windgas“) werden notwendig sein, um bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien die Versorgungssicherheit zu garantieren. Das gilt auch schon für das in den Sondierungsergebnissen für das Jahr 2030 formulierte Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren-Anteil. Deshalb muss noch in dieser Legislaturperiode der Einstieg in den Ausbau der Speicher-Infrastruktur gelingen. Hierfür müssen die Unterhändler bei ihren nächsten Treffen unbedingt nachlegen.“

Redaktioneller Hinweis: Die von Greenpeace Energy beauftragte Studie „Die kalte Dunkelflaute“ von 2017 zeigt den Bedarf von flexiblen Langzeitspeichern in einem von erneuerbaren Energien dominierten Stromsystem ausführlich auf. Die Studie steht hier zum Download bereit: http://ots.de/QNev9 Greenpeace Energy eG

Es ist natürlich Unsinn, davon auszugehen, dass nichts nach außen dringt, wenn sich 39 Politiker miteinander unterhalten. Es geht immer auch darum, die Deutungshoheit über Erfolg und Misserfolg zu behalten, da gehört das Durchstechen von Wasserstandsmeldungen dazu. Es darf eben nur nicht öffentlich geschehen, und deswegen hat Armin Laschet einen unprofessionellen Fehler gemacht, als er vor Publikum über den Stand der Verhandlungen berichtete. Er hat zwar keine Inhalte verraten – aber er hat der Union eine offene Flanke beschert, in der die nervöse und mit sich ringende SPD gerne hineingegrätscht ist. Der Inhalt der energiepolitischen Verständigung war schon zuvor publik geworden, natürlich ohne öffentlichen Absender. Union und SPD beerdigen das Ziel einer Reduktion des deutschen Treibhausgas-Ausstoßes bis 2020. Dieses Ziel wäre ohnehin kaum noch erreichbar gewesen, weil die Große Koalition die Energiewende in den vergangenen Jahren zu unambitioniert vorangetrieben und sie den Interessen der Großindustrie untergeordnet hat – es überrascht dennoch, mit welcher Lässigkeit das Klimaziel über die Klippe gejagt wird (und Kanzlerin Merkel einmal mehr ein Versprechen bricht – Stichwort Pkw-Maut). Die Aufgabe dieses Ziels könnte für die SPD zu einem Stolperstein werden. So verliebt in die alte Schwerindustrie wie die Genossen speziell im Ruhrgebiet sind längst nicht mehr alle Sozialdemokraten. Es könnte für den einen oder anderen ein wesentlicher Grund sein, dem ohnehin so ungeliebten GroKo-Projekt die Zustimmung zu verweigern. Jan Jessen – Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

reconcept kritisiert SPD und CDU: „Verlierer ist das Klima“

Die Sondierungsgespräche zwischen SPD und CDU haben gerade erst begonnen und schon steht der erste große Verlierer fest – der Klimaschutz! In trauter Einigkeit schlucken die Verantwortlichen der Großen Koalition die offiziellen Ziele zur 40-prozentigen Reduktion des bundesweiten CO2-Ausstoßes bis 2020. Die Vertreter von Union und Sozialdemokraten sind sich einig, dass die angestrebten Ziele ohnehin nicht erreichbar seien.

Die Begründung von CDU und SPD ist an Ignoranz kaum zu überbieten. Kanzlerin Angela Merkel ist seit drei Legislaturperioden für die Umsetzung der Klimaschutzziele verantwortlich, seit mehr als acht Jahren gemeinsam mit den Sozialdemokraten. Beide Parteien subventionieren seit Jahrzehnten in großem Umfang die besonders umweltschädliche Kohleindustrie, während die Förderung von Erneuerbaren Energien schrittweise abgebaut wird. Das Verfehlen der Klimaschutzziele ist demzufolge ausschließlich denjenigen Politikern anzurechnen, die derzeit über die dritte Fortsetzung der Großen Koalition in Folge verhandeln.

Unter diesen Vorzeichen klingt die Ankündigung, dass die nächste Große Koalition „dem Klimaschutz einen besonderen Stellenwert geben“ werde, wie blanker Hohn. Insbesondere die Einschränkung, dass bei der Realisierung der Klimaschutzziele bis 2030 „Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit“ eingehalten werden müssen – also Vorrang vor dem Klimaschutz haben – spricht Bände über die Motive der politischen Akteure. Zu befürchten ist wohl eher, dass auch die nächste Koalition, mit der Begründung „Arbeitsplätze schützen zu wollen“, die Förderung von klimaschädlichem Kohlestrom subventionieren wird, anstatt die Energiewende zu forcieren.

Wenn die Politik sehenden Auges die Klimaschutzziele verfehlt, sollten die Bürger handeln – im Interesse einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder.

Die Investition in Erneuerbare Energien kann einen kleinen Beitrag dazu leisten den Klimaschutz zu fördern. Der Anteil regenerativ produzierten Stroms am deutschen Energiemix beträgt bereits heute 38 Prozent. Zum Jahresabschluss teilte das Internationale Wirtschaftsforum, dass regenerative Energiequellen in Deutschland erstmals die Marke von 100 Milliarden produzierten Kilowattstunden geknackt haben.

Der wichtigste Wachstumstreiber für den deutschen Energiewandel ist seit zwei Dekaden die Windenergie. Mittlerweile beträgt der Anteil am deutschen Strommix 18 Prozent. Windkraftanlagen gelten aufgrund der hohen Rentabilität als äußerst attraktive Investments. Besonders profitabel sind solche Windkraftanlagen, für die der Gesetzgeber nach EEG hohe Einspeisevergütungen über eine Laufzeit von 20 Jahren garantiert. Profi-Investoren sind seit Jahren stark in diesem Marktsegment engagiert, doch auch für Privatanleger gibt es die Möglichkeit, in die Produktion von grünem Windstrom zu investieren.

Das von reconcept aktuell aufgelegte Investment „RE09 Windenergie Deutschland“ bietet beispielsweise prognostizierte Auszahlungen von sechs Prozent p.a. bei einer moderaten Laufzeit bis Dezember 2023. Investiert wird in Enercon-Anlagen im Windpark Jeggeleben in Sachsen-Anhalt, die seit 2015 produzieren und 20 Jahre gesetzlich garantierten Anspruch auf feste Einspeisevergütungen noch nach EEG 2014 haben. Mit 8,9 Cent/kWh liegen diese rund 60 Prozent über den Ergebnissen der jüngsten Ausschreibung von durchschnittlich 3,82 Cent/kWh. RH Reputation GmbH

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  1. rz Donnerstag, 11. Januar 2018, 16:11 um 16:11 - Reply

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