Bundesdeutsche Zeitung

Die Kandidaten – Macht Corona Kanzler?

Markus Söder

CSU-Chef Markus Söder treibt die CDU in der K-Frage vor sich her. Immer wieder lässt er durchblicken, dass er sich für den besten Anwärter auf die Nachfolge Merkels hält. In der Union fragen sich viele, ob Söder bloß kokettiert, oder ob er tatsächlich Kanzler werden will. Dass bloße Andeutungen die CDU in Aufruhr versetzen, zeigt deren Schwäche. Söder greift eine Sorge auf, die in Berlin viele teilen. Die Sorge, dass keiner der drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz stark genug ist, um das Kanzleramt für die Union zu halten.¹

Union und Kanzlerkandidatur

„Nur wer Krisen meistert, kann auch in der Kür glänzen.“ Mit diesem Satz dürfte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am vergangenen Wochenende einen weiteren Namen auf die Liste möglicher Kanzlerkandidaten der Union gesetzt haben: Seinen eigenen. Jedenfalls rangiert er zur Zeit unter den beliebtesten Unionspolitikern ganz vorne – direkt hinter der Kanzlerin.

Die drei anderen Bewerber um den CDU-Vorsitz, sei es NRW-Ministerpräsident Armin Laschet oder Norbert Röttgen, dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses oder Friedrich Merz, kann das nicht freuen. Das alles verspricht einigen Wirbel in der bevorstehenden Sommerpause. Annegret Kramp-Karrenbauer, noch Vorsitzende der CDU, warnt bereits vor einer Personaldebatte.

Welche Chancen hat Söder? Wie wären die Auswirkungen auf die Kandidatenkür der SPD? Wie wird die Pandemie die Personaldebatte weiter beeinflussen?

Selten waren die internationalen Gestaltungsmöglichkeiten für Deutschland so groß wie derzeit. Aber den Chancen durch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat steht auch die Gefahr des Scheiterns gegenüber. Der Erwartungsdruck jedenfalls ist riesengroß. Die krisenerprobte Kanzlerin soll es nun – wieder einmal – richten und die EU in der schweren Coronakrise zusammenhalten, in der erneut die unterschiedlichen Positionen der Nord-, Süd- und Ost-Mitgliedsstaaten sichtbar werden. Und als ob das nicht genug an Verantwortung wäre, sitzt Deutschland nun dem UN-Sicherheitsrat in einer Zeit vor, in der das Weltgefüge aus den Angeln gehoben scheint. Ist die Zeit der nationalen Egoismen in der Coronakrise überwunden? Lassen sich die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie durch die Wiederaufbauprogramme stemmen? Und droht Deutschland an der Aufgabenlast zu scheitern?²

¹Mitteldeutsche Zeitung ²phoenix-Kommunikation

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