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Baerbock fordert Bund-Länder-Gipfel zu Schul- und Kita-Öffnungen

Grünen-Chefin: Kinder und Eltern nicht länger in der Luft hängen lassen - KMK-Vorsitzende Hubig: Nehmen Stellungnahme der Fachgesellschaften ernst

Nach dem Ruf medizinischer Fachgesellschaften nach einer sofortigen Rückkehr zum Regelbetrieb in allen Schulen und Kitas hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock einen Bund-Länder-Gipfel gefordert: „Alle Akteure auf Bundes- und Länderebene müssen sich jetzt bei einem Spitzentreffen dringend an einen Tisch setzen, um zu handeln“, sagte Baerbock im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Bund und Länder müssen jetzt mit Hochdruck daran arbeiten, dass der eingeschränkte Regelbetrieb aufgenommen wird und alle Kinder wieder in Kitas und Schulen können. Lediglich einmal die Woche den Klassenraum oder die Kita von innen zu sehen verunsichert Kinder nur mehr, als dass es hilft.“

Länder wie Dänemark hätten vorgemacht, dass die Kita- und Schulöffnungen unter Vorsichtsmaßnahmen gut und erfolgreich funktionieren, erklärte Baerbock. Deswegen sei auch in Deutschland mehr Tempo notwendig. „Während Biergärten, Freizeitparks und Geschäfte wieder öffnen, hängen unzählige Kinder und Jugendliche in der Luft. Mit jeder Woche verschärfen sich hier die Belastung der Familien und die Ungleichheit bei den Bildungschancen.“

Die Grünenchefin reagierte auf ein Positionspapier unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. „Zahlreiche Erkenntnisse sprechen gegen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Kinder“, heißt es darin. Deswegen sei eine „unbeschränkte Wiederöffnung“ von Kindergärten und Grundschulen inzwischen möglich.

Baerbock sagte, die Voraussetzungen für die Rückkehr zum Regelbetrieb seien eine gute Hygieneausstattung, Abstandsregelungen, kontinuierliches Testen des Personals, feste Unterrichts- und Spielgruppen sowie Unterrichtszeiten in den Nachmittag hinein. Und sie ergänzte: „Ich schlage zudem vor, einen Bundes-Bildungsfonds, angedockt ans Sozialgesetzbuch, aufzulegen. Die Kitas und Schulen erhalten so zusätzliche Unterstützung und können auch Lehramts- und Pädagogikstudenten und Absolventen des freiwilligen sozialen Jahres zur Unterstützung aktivieren.“

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig, sagte der NOZ, man nehme die Forderungen der medizinischen Fachgesellschaften ernst und gleiche sie mit dem ab, was beispielsweise das Robert-Koch-Institut rate. „Es gilt jetzt, wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen, bei denen wir alle mitnehmen müssen: die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen, Fachkräfte in den Kitas, die Eltern, die jetzt nach deutlich mehr Schule und Kita verlangen, aber auch diejenigen, die Sorgen und Ängste haben“, so Hubig.

Ein Sprecher von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte der NOZ: „Wir beurteilen die Lage regelmäßig neu und entscheiden dann, ob wir Schulen und Kitas weiter öffnen – oder vielleicht auch wieder zurückfahren.“ Hinweise darauf, dass das Ansteckungsrisiko im Kindesalter geringer sei als für andere Altersgruppen, habe es bereits länger gegeben, allerdings auch immer wieder anderslautende Aussagen. „Wir werden auch diese Hinweise genau prüfen, gleichwohl erfordert es der Schutz aller Beteiligten, bei unklarer und strittiger Bewertung im Zweifel für den Gesundheitsschutz zu entscheiden.“

Deutscher Lehrerverband: „Wir wollen keine Extrawurst“

Mit Blick auf Lehrer, die vorsichtshalber zu Hause bleiben wollen, erklärte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger: „Wir wollen keine Extrawurst, die uns gegenüber anderen Gruppen privilegiert. Es sollte aber schon berücksichtigt werden, dass die Vielzahl von Kontakten zwischen Lehrkräften und Schülern das Erkrankungsrisiko erhöht.“ Derzeit funktioniere es noch gut, Schüler in den Klassenräumen und in Pausen zu trennen. „Aber ich beobachte hier das Gleiche wie im Rest der Gesellschaft: Die Sorgfalt lässt nach. Wenn die Schüler aus der Schule kommen, werden Masken sofort abgesetzt, man wendet sich den Freunden zu, oft ohne Sicherheitsabstand.“

Meidinger forderte zudem, die Gefährdung in Schulgebäuden zu klären. „Wir sprechen viel übers Händewaschen, das Desinfizieren von Türklinken und Lichtschaltern“, sagte Meidinger. „Was aber wenig erforscht und getestet wird, ist die Aerosolbelastung. 40 Prozent der Infektionen werden über Aerosole übertragen, die nicht zu Boden sinken, sondern sich in der Luft verteilen.“ Es sei nicht klar, wie sich dies etwa in Klassenräumen auswirke.

Deutscher Lehrerverband warnt vor Nachteilen durch Homeschooling

Meidinger beklagt große Bildungslücken – Präsident befürchtet „Generation von Abiturienten, die weniger studierfähig sind“

Osnabrück. Lehrer beobachten bedenkliche Konsequenzen des Homeschooling. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagte im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Die Lehrkräfte sehen bei einem beträchtlichen Teil der Schüler, die in den Präsenzunterricht zurückkehren, große Lücken.“ In den meisten Ländern sei kein neuer Stoff durchgenommen worden, es habe keine Noten gegeben, keine Kriterien oder Verbindlichkeit. „Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr können sich unwillige Schüler wegducken“, sagte Meidinger. Der Verbandspräsident fürchtet, dass das Bildungsniveau absinken könnte, und fragt: „Werden wir zum Beispiel eine Generation von Abiturienten haben, vielleicht im nächsten Jahrgang, die aufgrund der vielen ausgefallenen Präsenzstunden weniger studierfähig sind?“ Dazu gebe es noch keine Lösungen. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept“, forderte Meidinger. „Das sehe ich derzeit noch nicht einmal in Ansätzen. Das gilt für alle Bundesländer.“¹

¹Neue Osnabrücker Zeitung

 

 

 

 

3 Kommentare

  1. Rabe

    Wer dieser Pädo-und Verbotspartei, hirngewaschen noch folgt, dem ist nicht mehr zu helfen. Schade um die Kinder, die schon in der Kita mit deren abartigen, verdummten und lebensunfähigen Ideologie (z.Bsp.Sex mit Kindern, Inzest Musel-Verkupplung junger deutscher Mädchen, welche dies nicht immer überleben) noch von den Eltern der Kinder gewählt wird, wahrscheinlich stellen diese Eltern ihre Gutmenschlcikeit über das Wohl ihrer Kinder und deren Leben. Es gibt noch härtere Worte als Verachtung!

  2. Anonymous

    26.05 Diese blöde Grüne soll verschwinden— die wollen sowieso nur die Kinder in den Kitas und Schulen mit Rot-Grün Ideologie indoktrinieren damit sie dann mit 16 Jahren die Grünen wählen– Hobeck will auf jeden Fall Wahlalter auf 16 Jahre senken—

    ich wäre eher dafür es auf 25 Jahre zu erhöhen, und Studenten dürfen nicht wählen– erst nach einer gewissen Arbeitszeit — dann dürfen sie wählen— erst nach ein bisschen Lebenserfahrung, kann man abschätzen was gut ist für das Land

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