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Auf der Suche nach Antworten – Parteien in der Corona

CDU/CSU 39, Grüne 16, SPD 15, AfD 9, Linke 8, FDP 6 Prozent

Die Pandemie hat in vielen Bereichen eine „neue Normalität“ geschaffen. Doch in einem Punkt folgt die „neue Normalität“ einem vertrauten Muster: Die Bevölkerung ist zwar zufrieden mit dem Krisenmanagement der Großen Koalition, spürbaren Zuspruch in den Umfragen verbucht dafür allerdings im Wesentlichen die Union. An der SPD bleibt scheinbar nichts hängen. Auch die Oppositionsparteien müssen zum Teil sogar leichte Einbußen hinnehmen.

Spricht aus dem Umfrageplus der Union der Kanzlerbonus? Warum profitiert die SPD nicht? Warum können auch die Oppositionsparteien nicht punkten? Liegt es daran, dass sie auf die Anforderungen der Corona-Pandemie zum Teil mit altbekannten Forderungen antworten?¹

RTL/ntv-Trendbarometer / FORSA-AKTUELL: Vertrauen in Deutschlands politische Institutionen in Corona-Krise gewachsen – Bundeskanzlerin plus 22 %, Bundesregierung plus 26 % – EU verliert an Vertrauen

Starker Vertrauens-Zuwachs für deutsche Politik

In der Corona-Krise ist das Vertrauen der Deutschen zu den politischen Institutionen gewachsen. Im aktuellen Institutionen-Ranking bringen die Bundesbürger wie schon seit Jahren dem Bundespräsidenten das größte Vertrauen entgegen: 76 Prozent haben „großes oder sehr großes Vertrauen“ zu dem von Frank-Walter Steinmeier geführten Amt – das sind drei Prozentpunkte mehr als am Anfang des Jahres. Mit einem Zuwachs von 22 Prozentpunkten gegenüber dem Jahresanfang liegt die Bundeskanzlerin auf Platz 2 des Rankings (mit 72%). Den größten Vertrauensschub während der Krisen-Monate verzeichnet mit 26 Prozentpunkten die Bundesregierung. Sie kommt mit 60 Prozent auf Platz 3.

Zu allen politischen Institutionen in Deutschland ist das Vertrauen in der Krise um mindestens 9 Prozentpunkte gewachsen. Mehr als die Hälfte der Deutschen vertrauen ihren Bürgermeistern und Oberbürgermeistern sowie den jeweiligen Landesregierungen (je 58%), den Gemeindevertretungen (57%), Stadtverwaltungen (56%) und dem Bundestag (54%). Auch der Sympathiewert der politischen Parteien, die in dem Institutionen-Ranking nie über den letzten Platz hinausgekommen sind, ist um 9 Prozentpunkte hochgegangen, auf 25 Prozent.

Lediglich die Europäische Union hat im Krisen-Management an Zuspruch verloren, auf aktuell 37 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte weniger als vor der Krise; die EU rangiert auf dem vorletzten Platz.

Vertrauen in politische Institutionen im Mai 2020*
Es haben großes Vertrauen zu (zur, zum)

Bundespräsidenten 76% (+3)
Bundeskanzlerin 72% (+22)
Bundesregierung 60% (+26)
Bürgermeister/Oberbürgermeister 58% (+10)
Landesregierung 58% (+11)
Gemeindevertretung 57% (+9)
Stadtverwaltung 56% (+9)
Bundestag 54% (+13)
Europäische Union 37% (-3)
Politischen Parteien 25% (+9)

(*In Klammern Veränderung gegenüber Anfang 2020)

CDU/CSU 39, Grüne 16, SPD 15, AfD 9, Linke 8, FDP 6 Prozent

Von dem gewachsenen Vertrauen in die politischen Institutionen können allerdings nicht alle Parteien profitieren. Im RTL/ntv-Trendbarometer haben seit Anfang des Jahres vor allem die CDU/CSU und (deutlich weniger) die SPD gewonnen. Die Union konnte seit Januar um 11, die SPD um 3 Prozentpunkte zulegen. Die kleineren Parteien hingegen verlieren. Die größten Verluste seit Januar haben die Grünen (minus 6 Prozentpunkte), gefolgt von der FDP und der AfD (jeweils minus 3 Prozentpunkte). Die Linke und die sonstigen kleineren Parteien haben je einen Prozentpunkt verloren.

Gegenüber der Vorwoche haben sich die Parteipräferenzen kaum verändert. CDU/CSU verlieren einen Prozentpunkt und liegen jetzt knapp unter der 40-Prozent-Marke. Grüne und Linke können um je einen Prozentpunkt zulegen. Die SPD rangiert jetzt wieder hinter den Grünen. Die AfD verliert einen Prozentpunkt und rutscht wieder unter die 10-Prozent-Marke. Die Unionsparteien erhalten mit 39 Prozent so viel Zustimmung wie Grüne, SPD und Linke zusammen.

Bei einer Bundestagswahl könnten die Parteien demnach derzeit mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 39 Prozent (Bundestagswahl 32,9%), SPD 15 Prozent (20,5%), FDP 6 Prozent (10,7%), Grüne 16 Prozent (8,9%), Linke 8 Prozent (9,2%), AfD 9 Prozent (12,6%). 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt derzeit bei 25 Prozent (23,8%).²

¹phoenix-Kommunikation ²RTL/ntv-Trendbarometer – Mediengruppe RTL Deutschland

1 Kommentar

  1. Incamas SRL- Asuncion / Paraguay

    Die letzten „hausgemachten Krisen“ haben in Europa immer zu extremen Geldspritzen geführt. Beginnend bei der „Welcome Refugees“, forgesetzt mit Fridays For Future und der 1 Billion für das Klima, und jetzt gegen Covid-19. Freunde, da paßt etwas nicht mehr. Denn alle Krisen binnen weniger Jahren oder gar Monaten kamen aus heiterm Himmel und die letzten beiden Krisen führten zu massiven Verwerfungen in der Wirtschaft – aber auch Politik und Gesellschaft.

    Was geschieht mit dem Euro? Ich höre während dem ganzen Chaos kaum nocht laute Stimmen, obwohl Italien defacto seit Jahren Pleite ist. Ist Covid-19 jetzt der Todesstoss für Italien und schließlich auch dem EURO?

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