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Altmaier fordert mehr internationale Zusammenarbeit gegen Terrorismus

Terror in Manchester

Der Massenmörder von Manchester hat das Verletzlichste einer Gesellschaft angegriffen – ihre Kinder. Und doch darf sich Europa nicht in die Geiselhaft des Bösen begeben, indem es seine eigenen Grundpfeiler untergräbt.

Es ist zu ertragen, solange es abstrakt bleibt. Doch gestern ist es nicht dabei geblieben. Kein Bild, keine Schilderung vom Anschlag in Manchester kann das Grauen übertreffen, das der eine Gedanke auslöst:
Was, wenn das eigene Kind bei diesem Konzert gewesen wäre? Zunächst die Ungewissheit, und dann für einige noch sehr viel schlimmer – die Gewissheit …

Die zahlreichen Attentate der vergangenen Monate haben erschreckt, doch die Halbwertszeit des Entsetzens bei den Nicht-Betroffenen ist kürzer geworden. Dem Massenmörder von Manchester ist es zumindest gelungen, die Aufmerksamkeit für kurze Zeit höchstmöglich zu steigern, indem er das Verletzlichste einer Gesellschaft angegriffen hat – ihre Kinder. Ein Mittel des Kampfes übrigens, das vielerorts kein unbekanntes ist. Die 276 zwölf- bis 17-jährigen Schülerinnen aus Chibok, die von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram vor drei Jahren in Nigeria als Geiseln genommen wurden, sind ein Beispiel dafür.

Ungeachtet dessen, ob der Attentäter von Manchester so strategisch dachte, was eher unwahrscheinlich ist angesichts der kleinkriminellen Biografien der meisten selbsternannten Terroristen bislang: Zum Grauen gesellt sich schnell Abscheu. Und der Abgrund des Bösen droht so auch die Angegriffenen mitzureißen.

Und das ist das eigentliche Ziel jeglichen Terrorismus’ – egal, ob unter dem Deckmantel einer politisch rechts- bzw. linksextremen oder einer religiös-fanatischen Ideologie. Der Terror soll Angst schüren, Hass säen und die Gesellschaft spalten. Denn nur so gelingt es, ein zum Feindbild erklärtes System zu erschüttern. So versucht auch der Terrorverein IS mithilfe willfähriger Gehilfen in Europa, die Gesellschaft dazu zu bringen, ihre Grundpfeiler selbst zu untergraben: die Freiheit durch erweiterte Polizeibefugnisse und Überwachung, die Offenheit und Toleranz durch neue Ressentiments und Mauern im Kopf und die Selbstbestimmtheit durch die Angst, man selber könnte ein Opfer werden.

Bei all dem Unvorstellbaren, dass einem das Liebste genommen werden könnte, und dem Unerträglichen, wenn es tatsächlich passiert: Die beste Waffe gegen den Terror ist, sich von ihm nicht in Geiselhaft nehmen zu lassen. Wir dürfen es keineswegs hinnehmen, dass wir angegriffen werden. Aber wir dürfen es noch weniger zulassen, dass wir uns selbst einengen und repressiven und autoritären Anschauungen annähern. Gabriele Starck – Tiroler Tageszeitung

Es gibt keine Worte um dem Anschlag von Manchester, dem Leid, der Angst gerecht zu werden. Und doch sind es auch zu viele. Denn was soll man angesichts des immer neuen Terrors, der stets die gleichen hilflosen Botschaften der Trauer und des Mitgefühls auslöst, eigentlich diesmal noch sagen? „Ich habe keine Worte“, twitterte Ariana Grande, nachdem der Selbstmordattentäter seine Bombe zwischen den Besuchern ihres Konzerts gezündet hatte.

Keine Worte zu haben, ist menschlich, aber angesichts der bedrohlichen Lage falsch. Denn der Kampf gegen die Terroristen wird durch Worte gewonnen werden müssen. Die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen böten doch keinen totalen Schutz gegen Einzeltäter, die größte Militäroffensive könnte den Islamismus doch nicht vernichten. Die freie Gesellschaft muss sich zwar besser schützen, und dafür sind mehr Polizei und mehr Militär leider notwendig – aber eben nicht hinreichend. Die freie Gesellschaft muss Haltung zeigen.

Anders als Ariana Grande hat Donald Trump schnell Worte gefunden. Aber sie führen in die Irre. Er wolle die Terroristen nicht Monster nennen, denn das würde ihnen gefallen, sagte er bei seinem Besuch in Israel. Es handele sich vielmehr um „böse Verlierer“, die junge, schöne, unschuldige Menschen töteten. Es ist genau diese pseudoreligiöse zornige Rhetorik von Gut und Böse, die gerade nicht für eine freie Gesellschaft steht.

Ariana Grande scheint einen Sinn für dieses Thema zu haben. Im Titelsong ihres neuen Albums „Dangerous Woman“ (Gefährliche Frau) singt die 23-Jährige darüber, wie ein Mann ihre Leidenschaft weckt. Sie spricht von „den bösen Mädchen im Inneren“, und der ganze Song dreht sich darum, dass sie Dinge tut, die sie eigentlich nicht tun sollte – dass sie sich also Freiheiten nimmt.

Es ist nicht anzunehmen, dass es dem Täter von Manchester bewusst um diesen Songtext oder diese Sängerin ging. Aber dass Frauen sich Freiheiten nehmen, gilt Islamisten als besonders verwerflich. Kulturelle Freiheit, Ausgelassenheit und gute Stimmung sind Anschlagsziele geworden, der Daesch ruft aktuell zu Angriffen auf Konzerte von „Ungläubigen“, Straßenfeste, Paraden und Fußgängerzonen auf.

Die Bedrohung ist umfassend und zugleich punktuell, die Menschen können sich nicht darauf einstellen. Und so wachsam und wehrhaft der Staat künftig auch sein muss und unweigerlich sein wird, so wenig kann er den Terror doch besiegen. Der Terror muss versiegen, und dafür muss sich die freie Gesellschaft beweisen. Mit Zorn und Verachtung, selbst mit Gewalt ist dem Islamismus nicht vollständig beizukommen, sondern nur mit einer besseren Welt, mit Hoffnung. Am Ende zählen Worte mehr als Bomben. Moritz Döbler – Weser-Kurier

4 Kommentare

  1. Kommentator

    Die Körperfülle ist kein Kriterium für geistige Mängel. Die normalgewichtige Leyenuschi zeigt mit ihrem blinden Aktionismus, dass sie auch versagt.
    Gegen die staatlich verordnete Zwangsintegration hilft nur Segregation. Man könnte es auch die Abstimmung mit den Füßen nennen. Mancherorts funktioniert das schon recht gut. Wir müssen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.
    Setzen wir also die Gated Community gegen die No-Go-Area. Wählen wir AfD , damit sich die Staatsversager nicht noch von unserem Geld mästen können.
    Das hektische Jobkarussell bei der SPD ist putzig. Drei krachende Niederlagen zeigen den Volksversagern, wo es lang geht.
    Vorwärts, ihr Wähler, zum 24. September, dem Tag der Wahrheit. Lassen wir die Staatsversager im eigenen Saft kochen.

  2. Luna

    Allein die Körperfülle dieses „Heissluftballons“, zeigt doch, wie maßlos dieser Herr ist!!! Ein Mensch der so gänzlich ohne Maß, ohne Zügelung ist: wie kann man diese Schrottpartei nur wählen!!!

  3. Engelbert K.

    Hervorragende Schlussfolgerung: Wenn es keine Hunde
    gibt, gibt es auch keine beißenden Hunde mehr. Ein Spruch
    für die Pinnwand. Danke.

  4. Anonymous

    Kampf dem Islam; der Islam ist der Nährboden auf dem der islamistische Terror wächst!
    Wenn es keine Hunde gibt, gibt es auch keine beissenden Hunde mehr!

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