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Zentralrat der Muslime fürchtet finanzielles Aus für viele Moscheen durch Coronakrise – Bofinger für Vergemeinschaftung von Schulden im Kampf gegen Corona-Krise

Aiman Mazyek

Aiman Mazyek

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) warnt vor den finanziellen Folgen der Corona-Krise für Moscheen und appelliert an öffentlich-rechtliche Medien, Ergänzungsangebote zu schaffen.
Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der ZMD-Vorsitzende Ayman Mazyek: „Vor allem nicht türkische Moscheen werden voraussichtlich einen herben finanziellen Verlust erleiden, weil sie von den Kollekten bei den wöchentlichen Freitagsgebeten und vor allem im Ramadan leben.“ Mazyek fürchtet: „Für viele bedeutet das das Aus.“ Schließlich könnten Imame und Gebäude nicht weiter finanziert werden. Der Ramadan beginnt am 24. April. „Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Situation bis dahin andauern wird.“

Parallel appelliert Mazyek an die öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender, als Ausgleich zu den geschlossenen Moscheen ein Angebot für Muslime zu schaffen. Dazu will der ZMD noch am Donnerstag mit den Sendern telefonieren. ARD und Deutschlandfunk könnten etwa Predigten übertragen – auch mit arabischer und türkischer Übersetzung. Der ZMD könne dazu ein Konzept erarbeiten, so der Vorsitzende. Theologisch müsse diese Form des Gebets noch diskutiert werden.¹

Der ehemalige Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat sich für eine Vergemeinschaftung von Schulden ausgesprochen, um die Corona-Krise in den Euro-Staaten aufzufangen. Der „Saarbrücker Zeitung“ sagte der Ökonom: „Alle Länder sind gemeinsam vom Corona-Virus betroffen, und kein Land trägt dafür ursächlich die Verantwortung. Das ist eine gemeinsame Herausforderung, deshalb sollte man sie auch gemeinsam finanzieren“.

Die Schuldtitel könnten Corona-Bonds oder Einheitsbonds genannt werden. Das sei auch ein Akt europäischer Solidarität, meinte Bofinger.

An die Banken und Sparkassen in Deutschland appellierte der Wirtschaftsexperte, Kleinstunternehmer von Überziehungszinsen zu befreien. Ansonsten drohe Selbständigen die Pleite, so Bofinger.²

¹Neue Osnabrücker Zeitung ²Saarbrücker Zeitung

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