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Volkswagen und Facebook mit Ethik unvereinbar

Bundesregierung sieht Facebook-Skandal als "Bedrohung für Demokratie und Rechtsstaat"

Die Bundesregierung hat deutliche Besorgnis über den Missbrauch personenbezogener Daten zu politischer Manipulation geäußert. „Dies kann wegen der möglichen Beeinflussung von Wahlen eine Bedrohung für Demokratie und Rechtsstaat darstellen“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen zum Facebook-Skandal, über die der „Tagesspiegel“ berichtet.

„Was das Ziehen politischer Konsequenzen aus dem Skandal angeht, ist die Bundesregierung komplett blank“, kritisiert Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. „Rhetorische Ankündigungen und tatsächliche Handlungen zur weiterhin notwendigen Aufklärung klaffen weit auseinander.“

So hatte Kanzleramtschef Helge Braun als Antwort auf den Skandal angekündigt, innerhalb eines Jahres ein neues „Datenrecht“ vorzulegen. „Wie das konkret ausgestaltet und was in ihm neu geregelt werden soll, bleibt mehr als nebulös“, sagt von Notz. Wenig Neues gibt es auch zur angekündigten „Datenethikkommission“, die eigentlich innerhalb eines Jahres Parlament und Regierung einen Entwicklungsrahmen für Datenpolitik vorschlagen soll.

„Beim Datenschutz ist diese Koalition völlig blank“, sagt von Notz. Statt konkrete Konsequenzen zu ziehen, treibe man jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf. „Gestern war es das neue Datenrecht, heute ist es ein Vorstoß zur zukünftigen Besteuerung von Daten“. Der Tagesspiegel

Umfrage: Mehr als 80 Prozent der Deutschen misstrauen Volkswagen und Facebook / Große Mehrheit wünscht, dass Unternehmen einem höheren Zweck („Purpose“) folgen

Fehlende ethische Werte, Beschönigung von Managementfehlern, schlechte Kommunikation – 84 Prozent der Deutschen sind mit der Aufarbeitung des Dieselskandals durch Volkswagen unzufrieden und monieren, dass ihnen unklar sei für welchen höheren Zweck („Purpose“) die Führung des Konzerns gegenüber der Gesellschaft eintritt. Ebenso misstrauisch steht die große Mehrheit dem US-Konzern Facebook und den Folgen des Datenskandals gegenüber: 80 Prozent der Bundesbürger beklagen, dass ihnen unklar sei für welchen „Purpose“ die Plattform stehe und welche ethischen Werte die Führung und das Management um Gründer Mark Zuckerberg verfolgten. Das sind zentrale Ergebnisse einer Online-Umfrage der weltweit tätigen Markenberatung Prophet zum Thema „Markenschaden – Wie ethisch handeln Volkswagen und Facebook“ zu der im Mai dieses Jahres 1.000 Bundesbürger befragt wurden.

„In beiden Fällen gibt es offenbar keine konzernübergreifenden Regeln für das ethische Verhalten des Managements oder diese wurden nicht eingehalten. Für den Kunden scheint es daher, als gehe es sowohl Facebook als auch Volkswagen nur noch darum ihre monetären Quartalsziele zu erreichen, worunter ein nachhaltiges und werteorientiertes Management leidet und die Marken beschädigt werden“, kommentiert Jan Döring, Partner bei Prophet, die Ergebnisse der Umfrage. Zwar seien die Absatz- und Nutzerzahlen noch auf Rekordniveau. Die positive, emotionale Verbundenheit mit der Marke sei allerdings stark beeinträchtigt. „Bei der nächsten Entscheidung des Kunden – etwa dem Neukauf eines Autos oder wenn es eine andere soziale Plattform gibt – wird eine hohe Loyalität zur Marke erwartet. Wenn diese ausbleibt, wird der Schaden sichtbar. Dann kann die Auswirkung enorm sein“, fürchtet Markenexperte Döring.

Um wieder Vertrauen in das Management und damit auch die Marke zu gewinnen, sollten die Verantwortlichen einen übergeordneten Zweck („Purpose“) für ihre Marken definieren, der ihnen wieder eine klare gesellschaftliche Daseinsberechtigung und Vertrauenswürdigkeit gibt, rät Döring: „Es geht darum, glaubhaftes Wertemanagement und strikte Compliance-Regeln anzuwenden, um wieder beim Kunden relevant zu werden“. In aktuellen Krisensituation sei es wichtig, über ein starkes Markenmanagement den gesellschaftlichen Auftrag des Unternehmens zu überdenken und neu zu definieren – ein Weg, den auch die meisten Bundesbürger unterstützen: 81 Prozent der Teilnehmer der Umfrage meinen, dass Unternehmen einen übergeordneten Auftrag haben sollten, um sich ethisch korrekt gegenüber Mitarbeitern, Kunden und anderen Interessengruppen zu verhalten.

Hier gelangen Sie zu den Ergebnissen der Umfrage sowie zu einem Interview mit Jan Döring zum Thema „Markenschaden – Wie ethisch handeln Volkswagen und Facebook“. Prophet

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