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Schicksalswahl in Bayern – Die Union wird nervös

Die Kosten? Geschenkt! - Pläne für Bayern

Die Spannung steigt, vor allem bei der CSU. Am kommenden Sonntag wird in Bayern gewählt und für Ministerpräsident Markus Söder und seine Partei sieht es düster aus. Der CSU droht ein Debakel: Sie könnte ihre absolute Mehrheit verlieren. Zum Teil liegen die Umfragewerte bei unter 35 Prozent. Bei der letzten Landtagswahl hatten die Christsozialen noch 47,7 Prozent erreicht. Für Söder stehen die Schuldigen fest: Er macht die Große Koalition auf Bundesebene für die schlechten Umfragewerte verantwortlich – und somit auch seinen Parteifreund Bundesinnenminister Horst Seehofer. Der weist dies entschieden zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert unterdessen an die Geschlossenheit der Union.

Warum befindet sich die CSU im Umfragetief? Welchen Einfluss hatten die bundespolitischen Querelen? Wie gefährlich wäre ein schlechtes Wahlergebnis für Söder, Seehofer und Merkel?¹

Die CSU rutscht und schlingert einem – nach eigenen Maßstäben – Wahldebakel entgegen. 37,8 Prozent, die andere Parteien in anderen Bundesländern in Freudentaumel versetzen würden, sind für Söder zu wenig. Andere Umfragen sahen die Partei Ende August nur noch bei 36 Prozent. Ein Desaster für die Konservativen in Bayern. Für sie gab es über Jahrzehnte schließlich nur eine relevante Marke: die absolute Mehrheit. Söders Versuch, die AfD-Wähler mit markiger Wortwahl – „Asyltourismus“ – wieder einzufangen, ist gründlich in die Hose gegangen. Seehofer in Berlin tut gerade, was er kann, um die bürgerliche Mitte zu verschrecken. Was bleibt da noch, um das Ruder herumzureißen? Genau: Geschenke an die Wähler.

Auf Bayerisch: Freibier für alle! Nicht, dass Söders Pläne schlecht wären: Das Ein-Euro-Tagesticket im ÖPNV wäre eine feine Sache – wenn denn die Netze viele Zehntausend weitere Pendler überhaupt noch aufnehmen könnten. Auch der garantierte Pflegeplatz wäre schön. Nur leider klappt das schon bei den Krippenplätzen nicht zuverlässig. Dafür fehlen die Strukturen, das Personal. Ganz davon zu schweigen, wie der warm einlullende Segen noch finanziert werden kann, sollten die Steuern irgendwann nicht mehr lustig sprudeln. Schon warnen Wirtschaftsverbände, dass unser Sozialsystem nur noch durch hohe Steuerzuschüsse überlebt und viel zu wenig für die Zukunft des Landes und kommender Generationen getan wird. Soviel Weitsicht kann Söder sich gerade nicht leisten. Er sorgt für seine eigene politische Zukunft nach dem 14. Oktober vor.²

RTL/n-tv-Trendbarometer / Grüne steigen auf 18 Prozent – Höhenflug vor allem durch enttäuschte Wähler von SPD und CDU/CSU

Grüne gewinnen Wähler von der SPD, aber auch von CDU/CSU

Der Höhenflug der Grünen hält an. Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer verbessern sie sich um einen Prozentpunkt auf 18 Prozent – ihrem höchsten Wert seit sieben Jahren. Damit liegen sie 2 Prozentpunkte vor der SPD mit unveränderten 16 Prozent und 4 Prozentpunkte vor der AfD, die auf 14 Prozent zurückfällt. Gleich bleiben die Werte für Union (28%), FDP (9%), Linke (10%) und die sonstigen Parteien (5%). Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 29 Prozent.

Die Hälfte der aktuellen Sympathisanten der Grünen hat bei der letzten Bundestagswahl den Grünen nicht die Stimme gegeben: Die meisten „Neu-Grünen“ haben 2017 die SPD (42%), ein beträchtlicher Teil aber auch die Union (25%) gewählt. Die übrigen „Neu-Grünen“ sind bisherige Wähler der FDP (7%) oder der Linken (8%) bzw. haben gar nicht (16%) oder eine der sonstigen Parteien (2%) gewählt. Von den AfD-Wählern ist jedoch keiner zu den Grünen gewechselt.

Die „Neu-Grünen“ unterscheiden sich in einigen Merkmalen von den alten Stammwählern: Während sich 71 Prozent der Stammwähler im linken politischen Spektrum verorten, sind es bei den „Neu“-Grünen deutlich weniger (60%). Mehr „Neu“- als „Alt“-Grüne fühlen sich dagegen der politischen Mitte zugehörig (37% zu 27%). Im Vergleich zu den „Alt“-Grünen haben weniger „Neu“-Grüne Abitur oder einen Hochschulabschluss (68% zu 76%). Außerdem sind unter den „Neu“-Grünen mehr Rentner (28%) als unter den Stammwählern der Grünen (19%). Die neu von den Grünen gewonnenen Anhänger stammen wie die grünen Stammwähler überwiegend aus Westdeutschland (92%). Das durchschnittliche monatliche Netto-Einkommen der „Neu-Grünen“ ist ähnlich hoch wie das der Stammwähler (ca 3.200 Euro).

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „Die Grünen profitieren vor allem von der anhaltenden Schwäche der SPD, können aber auch frühere Wähler der Union an sich binden. Die Partei hat derzeit die Chance, über ihre Kernwählerschaft hinaus auch für Teile der Mitte der Gesellschaft wählbar zu werden, allerdings fehlt ihnen nach wie vor eine ausreichende Verankerung in der ostdeutschen Wählerschaft.“

Nur wenige enttäuschte CDU/CSU-Wähler wandern zur AfD

Laut RTL/n-tv-Trendbarometer verlieren CDU und CSU mehr als doppelt so viele frühere Wähler (21%) an die Grünen als an die AfD (9%). Weitere 15 Prozent der Unions-Wähler, die sich seit der Bundestagswahl von der CDU/CSU abgewandt haben, würden heute FDP wählen, 9 Prozent die SPD und 7 Prozent eine der sonstigen Parteien. 39 Prozent würden derzeit gar nicht wählen gehen. Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „Die innerhalb der Union vorherrschende Meinung von der massenhaften Abwanderung enttäuschter Unions-Wähler zur AfD entspricht nicht der Realität. Von der Union zu den Grünen wechseln mehr als doppelt so viele Wähler wie zur AfD – und mehr als viermal so viele frühere Unions-Anhänger gehen lieber gar nicht wählen, als der AfD ihre Stimme zu geben.“³

¹phoenix-Kommunikation ²Mittelbayerische Zeitung ³RTL/n-tv-Trendbarometer – Mediengruppe RTL Deutschland

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Die beiden haben jetzt Schiffbruch erlitten— aber dee Grünen wurden zweitstärkste Kraft in Bayern—- wer wählt diese inkompetenten Deutschlandhasser-vernichter?? Informieren sie sich nicht über die Vorgeschichte und welche Dinge die früher gedreht haben und wie sie immer noch Deutschland gegenüber eingestellt sind??? Eine Schande sind die Mitglieder der Grünen— m.E. der letzte Abschaum in der politischen Abfalltonne — die müssen dezimiert und möglichst komplett unter 5% gedrückt werden— egal wo–

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