Press "Enter" to skip to content

Lauterbach warnt vor weiteren Pandemien – „Risiko von weltweiten Infektionen steigt stark“

Lauterbach warnt vor verfrühter Rückkehr in den Alltag - "Warten bis Infektionen an den Boden gedrückt sind"

Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, hat vor weiteren Pandemien gewarnt. „Corona wird nicht die letzte Pandemie sein, die uns erreichen wird“, sagte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Globalisierung, Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und der Klimawandel verstärken das Risiko von weltweiten Infektionen stark“, fügte er hinzu. Der positive Aspekt der Corona-Krise sei, dass die Welt künftig „besser vorbreitet“ sein werde.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor einer verfrühten Lockerung des Kontaktverbots in der Corona-Krise gewarnt. Es sei „falsch und irreführend“, jetzt schon über Lockerungen nachzudenken. „Das ist eine gefährliche Verharmlosung der Situation“, sagte Lauterbach. „Wenn wir die Kontaktverbote jetzt zu früh lockern und das Virus dadurch sich wieder geballt verbreitet, stehen wir am Ende schlechter da als jetzt“, fügte er hinzu. Die Kontaktverbote müssten solange gelten, „bis wir die Zahl der Neuinfektionen an den Boden gedrückt haben und am Boden halten können“, sagte der SPD-Politiker. Eine längere künstliche Beatmung führe in der Regel zu schweren Gesundheitsschäden. „Die Hirnleistung lässt zumeist deutlich nach, nicht nur bei älteren Menschen, Demenzen treten schneller auf“, so Lauterbach.¹

Forsa-Blitzumfrage: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger befürworten schärfere Ausgangssperren

Mit 55 Prozent befürworten mehr als die Hälfte der Deutschen bundesweit schärfere Ausgangsbeschränkungen.42 Prozent der Bundesbürger lehnen dies dagegen ab. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Blitzumfrage im Auftrag von RTL und ntv. Anhänger der FDP sprechen sich mit 57 Prozent mehrheitlich gegen diese verschärfte Beschränkung aus, gefolgt von der AfD mit 52 Prozent. Am stärksten befürworten die Anhänger der SPD (62 %) und der CDU/CSU (57 %) schärfere Ausgangsbeschränkungen.

Eine deutliche Mehrheit von 88 Prozent der Befragten halten es für richtig, dass die geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus noch mindestens weitere drei Wochen andauern sollten. Lediglich 10 Prozent der Deutschen plädieren für eine vorzeitige Lockerung dieser Maßnahmen. Dass die Beschränkungen schon vor dem 20. April gelockert werden sollen, meinen die AfD-Anhänger mit 21 Prozent etwas häufiger als der Duschschnitt. Hier sind 79 Prozent der Auffassung, dass die Maßnahmen noch drei Wochen andauern sollten (FDP 83 %, CDU/CSU 87 %, Linke 88 %, SPD 93%, Grünen 94 %).

Eine Mehrheit von 76 Prozent der Befragten befürworten eine Verlängerung der Maßnahmen über die nächsten drei Wochen hinaus, wenn es bis dahin nicht gelingt, die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Insbesondere die Anhänger der Grünen teilen mit 82 Prozent diese Ansicht. Unter den Anhängern der FDP sind es dagegen nur 57 Prozent. Mit 82 Prozent plädieren die Ostdeutschen hier eher für dieses Vorgehen als die Westdeutschen mit 75 Prozent.

Eine klare Mehrheit von 80 Prozent der Befragten sprach sich dafür aus, der der Bund im Kampf gegen die Corona-Pandemie mehr Kompetenzen erhalten sollte, um schneller und bundesweit einheitlicher Entscheidungen zu fällen. Auch die Anhänger fast aller Parteien befürworten dies (Grünen 85 %, SPD 83 %, CDU/CSU 81 %FDP 78 %, Linke 76 %). Vergleichsweise häufig lehnen dagegen mit 40 Prozent die AfD-Anhänger eine Ausweitung der Kompetenzen des Bundes im Kampf gegen Corona ab.

Eine besondere Herausforderung stellt die Corona-Krise auch für Familien dar. Dennoch hält es mit 82 Prozent eine klare Mehrheit der Deutschen für falsch, jetzt wieder Spielplätze zu öffnen. Lediglich 14 Prozent der Bürger befürworten dies. Auf Zustimmung trifft diese Forderung dabei überdurchschnittlich häufig bei den Anhängern der AfD mit 32 Prozent (FDP 20 %, Linke 18 %, CDU/CSU 15 %, SPD 13 %, Grünen 11 %).

In der aktuellen Diskussion um die Freigabe persönlicher Daten im Kampf gegen Corona wären 62 Prozent der Bundesbürger bereit, den verantwortlichen Behörden persönliche Daten zur Verfügung zu stellen (z.B. Handydaten), um Kontakte nachzuvollziehen, wenn dies hilft, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. In Westdeutschland ist mit 63 Prozent die Bereitschaft dabei etwas höher als in Ostdeutschland (56 %). Auch die älteren Befragten (60 Jahre und älter) zeigen hier mit 74 Prozent eine höhere Bereitschaft als die jungen Befragten (18- bis 29-Jährige) mit 50 Prozent. Vorbehalte zeigen sich insbesondere bei den Anhängern der FDP und Die Linke mit jeweils 44 Prozent (AfD 36 %, Grünen u. CDU/CSU 30 %, SPD 26 %).²

¹Kölner Stadt-Anzeiger ²Forsa-Blitzumfrage im Auftrag von RTL und ntv. Mediengruppe RTL Deutschland

Ihre Meinung ist wichtig!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

BZ Medienholding Ltd ©1998 - 2019.