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Kölns OB Reker fordert Ditib nach Moscheeeröffnung zum Kurswechsel auf

Außer Merkel sind alle gegen Erdogan

Weg ist er. Güle, güle. Auf Wiedesehen. Natürlich bleibt Recep Tayyip Erdogan in Deutschland willkommen. Zum Beispiel, um bekanntzugeben, wann die nächsten politischen Gefangenen in der Türkei freikommen. Auch Arbeitsgespräche über die wirtschaftlichen Beziehungen und Folgen der aktuellen Lira-Krise machten Sinn. Ebenso Verhandlungen über einen Frieden in Syrien und das Selbstbestimmungsrecht der Kurden. Nur Auftritte zu Wahlkampfzwecken und solche wie jetzt in der neuen Kölner Zentralmoschee sollte Erdogan Deutschland ersparen. Sie treiben nur Keile zwischen Deutsche, türkischstämmige Deutsche und die hier lebenden Türken. Sieht man davon ab, dass die öffentliche Sicherheit zu keiner Zeit in Gefahr geriet, so brachte Erdogans »Besuch« kein einziges positives Ergebnis.

Dafür aber hat er sehr viel Staub aufgewirbelt und Porzellan zerschlagen. Bei der Pressekonferenz mit der Bundeskanzlerin wurde ein Journalist abgeführt. Beim offenbar unverzichtbaren Bankett mit dem Bundespräsidenten beleidigte Erdogan hier lebende Gegner seines Regimes in übelster Weise. Dann reisten Tausende vergebens nach Köln, um ihm zuzujubeln oder ihren Protest zu zeigen. Und ein Treffen mit dem NRW-Ministerpräsidenten musste in einen schnöden Flughafenraum verlegt werden, weil der ursprünglich angesprochene Schlossbesitzer einen Despoten nicht bei sich zu Gast haben wollte. Und warum? Weil die größte Dachorganisation hier lebender Muslime, Ditib, eine große, architektonisch interessante Moschee, die lange in Betrieb ist, nun offiziell und mit Erdogan einweihen wollte.

Dabei ist selbst für Kölner Verhältnisse sehr viel schiefgelaufen – von der Einladungsliste, auf der alle Nicht-Türken fehlten, die sich um den Moscheebau verdient gemacht haben, bis zum geplanten Fest mit Erdogan im Außenbereich, das wegen der unprofessionellen, intransparenten Vorbereitung durch Ditib und fehlender Sicherheit abgesagt werden musste. Nun wird diskutiert, ob dieser Chaos-Verein Ditib vom Verfassungsschutz beobachtet werden soll. Warum eigentlich? Dass der Verband, der 900 der etwa 2800 Moscheen und islamischen Gebetshäuser in Deutschland leitet, vom türkischen Religionsministerium geleitet und finanziert wird, ist ohnehin klar.

Auch das Ausspionieren angeblicher Gülen-Anhänger durch Ditib-Imame und die kruden Theaterstücke für Kinder in Ditib-Moscheen kamen ohne Verfassungsschutz ans Licht. Besser wäre es, die Ditib scheiterte an inneren Widersprüchen. Ein Hinweis dafür ist die Selbstauflösung ihres Jugendverbandes. Bis dahin aber sollte kein deutsches Steuergeld mehr an Ditib fließen. Und die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, die eigentlich als Integrationsprojekt geplant war? Der Start ist missglückt. Aber auf der Strecke warten viele Kurven. Da kann sich die Richtung auch wieder ändern.¹

„Verband muss Verbindung zur Stadtgesellschaft herstellen“

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat nach der umstrittenen Moschee-Eröffnung mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan den Moscheebetreiber Ditib zu einem Kurswechsel aufgerufen. „Ich werde der Ditib ganz klar sagen, dass sie wieder eine stabile Verbindung in die Stadtgesellschaft aufbauen muss“, sagte Reker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag-Ausgabe) nach der Zeremonie, die ohne Vertreter der Stadt und des Landes Nordrhein-Westfalen stattfand. Auch im Moschee-Beirat, der den Bau des Gotteshauses begleitet hatte, scheine ihr „an vielen Stellen das Tischtuch zerschnitten“. Die Ditib müsse sich „jetzt jedenfalls bewegen, sie muss mitarbeiten. Vielleicht ist das nach all der enttäuschenden Entwicklung aber auch ein Wendepunkt. Und der könnte dann der Beginn eines neuen Dialogs sein“, sagte die Politikerin.

Reker berichtete, dass nach ihrer Absage der Veranstaltung am Freitagabend versucht worden sei, sie umzustimmen. „Ich sollte doch bitte kommen. Ich hätte auch reden dürfen. Aber das habe ich aufgrund der Kurzfristigkeit abgelehnt.“ Die Oberbürgermeisterin verteidigte auch die Absage einer geplanten Ditib-Großveranstaltung von der Moschee. Nach dem Facebook-Aufruf sei „völlig unkalkulierbar“ gewesen, wie viele Menschen kommen würden. „Deswegen haben wir und die Polizei seit Mittwoch mit der Ditib über ein Sicherheitskonzept geredet. Das hat seit der Loveparade-Katastrophe in Duisburg jeder, der eine Großveranstaltung durchführt, zu erbringen. Aber das, was vorgelegt wurde, war völlig unzureichend.“

NRW-Integrationsstaatssekretärin Güler ruft nach Erdogan-Besuch zum „konstruktiven Dialog“ auf

Nach dem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem Auftritt zur Eröffnung der Ditib-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld ruft NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) dazu auf, „zum konstruktiven Dialog zurückzufinden“. Das liege vor allem im Interesse der türkischstämmigen Menschen in Deutschland, „die unsere Bürger sind“, sagte Güler . Erdogans Rede beim Staatsbankett am Freitagabend in Berlin bezeichnete Güler als „unpassend“. Sie sei aber „froh, dass der ganze Besuch insgesamt ohne größere Zwischenfälle verlaufen ist“. Deutschland und die Türkei verbinde sehr viel, und es sei richtig, dass dies auf allen Gesprächsebenen betont worden sei. Das gelte aber auch für die deutliche Kritik an der türkischen Regierung und ihrem Umgang mit der Meinungs- und Pressefreiheit.²

¹Westfalen-Blatt ²Kölner Stadt-Anzeiger

2 Kommentare

  1. reiner

    Ditib ist schon voll auf Kurs. Ein Kurswechsel wird es nicht geben. Frau Reker begreift das nur nicht.

  2. Anonymous

    Die islamische Erdogan-Show in Köln, bei denen er den deutschen Politikern den Stinkefinger zeigte, beweist, wer hier mittlerweile Herr im Hause Deutschland ist. Warum sind unsere Politiker so blind und erkennen nicht die Gefahren der Islamisierung Deutschlands?
    Deshalb müssen sie abgelöst werden und das Volk muss jetzt richtig wählen.

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