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Kein Deutsch keine Schule

Debatte um eine spätere Einschulung von Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Diesen Satz hört man in so gut wie jeder Sonntagsrede über Bildung und Zuwanderung. Und was passiert, wenn ein Politiker diesen Satz wörtlich nimmt und ihn nicht bloß als hohle Phrase stehen lassen will? Reflexartig wird er – nicht nur wegen des Inhalts seiner Aussagen, sondern auch wegen eines Fehlers der Nachrichtenagentur – für die Benennung eines gesellschaftlichen Problems und für einen praktischen Vorschlag vehement kritisiert.

Carsten Linnemann hat einen Nerv getroffen. Dass Grundschulkinder Deutsch sprechen können, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ist es aber nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der Leistungsgedanke wird an vielen Schulen zunehmend ausgehöhlt, »Bildungsgerechtigkeit« geht oft vor Bildung selbst. Diese Entwicklung müsste umgekehrt werden, wenn wir den Wohlstand erhalten wollen. Und darum muss es dem Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU und CSU gehen. In dieser Funktion muss sich Carsten Linnemann in Bildungsfragen einmischen, und zwar genau so deutlich vernehmbar wie jetzt. Nicht nur dem Mittelstand, auch dem Handwerk fehlen Auszubildende und Fachkräfte, weil die Schulen zum Teil am Bedarf der Wirtschaft vorbei arbeiten. Das liegt auch an der Aufweichung des bewährten dreigliedrigen Schulsystems und am politisch gewollten Akademisierungswahn.

Deutschland sieht sich neuerdings als Einwanderungsland. Warum nicht vom klassischen Einwanderungsland Kanada lernen? Dort besuchen Kinder, die noch keine der beiden Amtssprachen Englisch und Französisch beherrschen, ein Jahr lang Sprachschulen. Erst im Anschluss geht es auf die Regelschulen. Die demographische Entwicklung in Deutschland zeigt einen klaren Trend: Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund wird weiter zunehmen, durch Zuwanderung und Geburtenrate. Dass sie untereinander ihre Muttersprachen sprechen, ist normal. Aber damit die Kinder, die zuhause wenig oder kein Deutsch hören und sprechen, einmal Leistungsträger in dieser Gesellschaft werden können, müssen sie vor der Einschulung Deutsch lernen. Ob Kita oder Klasse Null – Hauptsache, verpflichtend.1

Wirtschaftsrat springt Linnemann bei

In der Debatte, ob Kinder mit zu geringen Deutschkenntnissen später eingeschult werden sollten, hat der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, dem stellvertretenden Unionsfraktionschef Carsten Linnemann den Rücken gestärkt. „Diese jahrelange Blauäugigkeit in der Integrationspolitik hat unsere Schulen überbelastet“, sagte Steiger der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Kinder ohne jedwede Deutschkenntnisse könne man nicht einfach in Klassen mit allen anderen Schulanfängern stecken. „Wenn sich die Lehrkräfte dann vorwiegend um einzelne Kinder kümmern müssen, wird auch der Mehrheit der so wichtige Start in die Schule erschwert.“ Damit würden ganze Schulklassen, wohlgemerkt von kleinen sechsjährigen Kindern, für gesellschaftliche Experimente eingespannt und heruntergezogen.2

1Westfalen-Blatt 2Rheinische Post

1 Kommentar

  1. Q

    Genau; ohne Deutsch du müssen raus aus Merkel-Schlaraffenland!
    Das würde ich verfügen!

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