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Karl Lauterbach nennt Vorstoß zur „Rente mit 70“ völlig abwegig

Folgen der Zinspolitik steigern Bedarf an Marktbeobachtung

„Dieser Vorstoß ist völlig abwegig und aus der Zeit gefallen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Menschen, die von Altersarmut bedroht seien, müsse man anders helfen. Bei einem Beruf, wie ihn Fahrenschon ausübe, liege die Lebenserwartung bei etwa 85 Jahren. Lauterbach fügte hinzu: „Wenn jemand sein Leben lang körperlich hart gearbeitet hat, beispielsweise in der Abfallwirtschaft, liegt die Lebenserwartung aber bei 73 Jahren. Diesen Unterschied scheint Fahrenschon nicht zu beachten:“ Dessen Vorstoß berücksichtige nicht den Unterschied zwischen Arm und Reich. Und auch nicht den Wunsch jedes Einzelnen, ob man lieber früher oder später in Rente gehen möchte, so der SPD-Mann.

Man könne die Probleme der Rente und der Altersarmut nicht lösen, „wenn man die Menschen so lange arbeiten lässt, dass sie ihre Rente gar nicht mehr genießen können“, betonte Lauterbach. Es seien andere Lösungen notwendig. So werde die Riester-Rente „von denen genutzt, die sie am meisten brauchen“. „Wir müssen das Rentensystem überarbeiten“, führte der SPD-Politiker hinzu. Ein erster Schritt, um Altersarmut einzudämmen, sei die geplante Einführung der „Solidarrente“. Dies könne aber nicht der „letzte Schritt“ sein. Das Renteneintrittsalter heraufzusetzen sei jedenfalls die „schlechteste Lösung“. Kölner Stadt-Anzeiger

Altersvorsorge im Zinstief: Folgen der Zinspolitik steigern Bedarf an Marktbeobachtung

Bei der Altersvorsorge konfrontiert das Zinstief Verbraucher, Anbieter, Aufsicht und Politik mit immer deutlicheren Auswirkungen. Für viele Verbraucher steigen Leidens- und Handlungsdruck im komplexen und intransparenten Finanzmarkt. Geschäftsmodelle von Banken und Versicherern geraten ins Wanken. Politik und Aufsicht müssen Lösungen für diese Probleme finden. Als neues Instrument der Verbraucherpolitik hilft der Marktwächter Finanzen allen Seiten, die Herausforderungen des Zinstiefs besser zu erkennen.

Dazu Bundesverbraucherschutzminister Maas: „Kluge Verbraucherpolitik unterstützt die Menschen beim Aufbau ihrer Altersvorsorge und lässt sie mit Problemen am Finanzmarkt nicht allein. Wir haben deshalb den Marktwächter ins Leben gerufen. Er liefert uns mit seinen Untersuchungen wichtige Markterkenntnisse aus Sicht der Verbraucher.“

Klaus Müller, Vorstand des vzbv, zur Rolle des Marktwächters: „Die aktuelle Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank erschwert Verbrauchern die private Altersvorsorge. Ihre Sparneigung geht zunehmend zurück. Spätestens jetzt gilt es, Kosten zu senken, gute Finanzempfehlungen sicherzustellen und Finanzentscheidungen für Verbrauchter leichter zu machen. Mit dem Marktwächter als Frühwarnsystem untersuchen wir den Markt aus Verbrauchersicht und informieren Politik, Aufsicht, Verbraucher und Anbieter frühzeitig und umfassend über Handlungsbedarf.“

Herausforderungen für Verbraucher, Anbieter, Aufsicht und Politik

Bei der Altersvorsorge haben Verbraucher vor allem das Bedürfnis nach Sicherheit. 83 Prozent geben an, dass ihnen ein möglichst geringes Verlustrisiko für langfristiges Sparen besonders wichtig ist. Das bestätigt eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des vzbv. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen gelingt eine langfristige und sichere Altersvorsorge immer seltener. Anbieter haben zu befürchten, dass die Erfüllung vertraglicher Zusagen an Verbraucher auf lange Sicht zum Problem werden könnte. Aufgabe der Politik ist es, die Altersvorsorge zukunftsfest zu machen und Verbraucher mit den Auswirkungen der Niedrigzinsphase nicht allein zu lassen. Auch die Finanzaufsicht muss ein Gleichgewicht zwischen Marktaufsicht einerseits und dem kollektiven Verbraucherschutz andererseits finden.

Neue Chancen durch Marktbeobachtung

Die Erkenntnisse aus der Arbeit des Marktwächters machen frühzeitig deutlich, wo sich Fehlentwicklungen andeuten. Durch das Zinstief wird der Einfluss hoher Kosten und unzureichender Finanzprodukte immer belastender für Verbraucher. Durch eingehende Marktwächteranalysen werden auffällige Produkte sowie schädliche Vertriebspraktiken aus Verbrauchersicht geprüft und bewertet. Auch für Anbieter ist es ein Vorteil, dass unseriöse Praktiken schneller offengelegt werden und sich seriöse im Wettbewerb leichter durchsetzen. Schließlich unterstützen die Ergebnisse des Marktwächters Politik und Aufsicht dabei, fundierte und konkrete Maßnahmen gegen strukturelle Fehlentwicklungen am Markt zu entwickeln.

Über den Marktwächter Finanzen

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hierfür werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert. vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

1 Kommentar

  1. Dragus

    „Marktwächter“, noch so eine Placebo-Maßnahme. Für die Altersvorsorge spielen drei Dinge eine Rolle:
    Akzeptable Realverzinsung, niedrige Steuern, flexible Investition, bei Umlagefinanzierung vernünftige Geburtenraten.
    Nichts davon bekommt man in Deutschland auf die Reihe, also folgt bald die Altersarmut in Form von sozialverträglichem Spätableben. Die Renten sinken auf ein Minimum, man arbeitet beinahe bis zum Tod und/oder kann nichts mehr vererben. Dafür sorgt die Grundsicherung, welche jegliches Privatvermögen schleichend auf zehrt, selbst Kinder werden noch in Haftung genommen. So ist das halt in sozialistischen Gesellschaften. Dafür bekommt jeder seine Grundsicherung, ob er niemals einzahlte oder 40 Jahre Hilfsarbeiter Tätigkeiten machte und daher nur geringe Beiträge erwirtschaftete. wer Geld hat, wird ausgequetscht, wer keines hat und sich stets irgend wie durch wuselte, hat dann am Ende genau so viel, wie jemand der sein Leben lang fleißig war.

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