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Hacker-Angriff auf deutsche Ministerien

Die Computerwelt ist verwundbar

Die Gefahren und Risiken werden den kommenden Jahren werden nicht geringer werden. Manager der Digital-Konzerne und renommierte Wissenschaftler sprechen davon, dass wir erst ganz am Anfang der Digitalisierung stehen. Künstliche Intelligenz, eines der großen Zukunftsthemen für das autonome Fahren beispielsweise, kann nur funktionieren, wenn die Rechner über genügend Daten verfügen, die sie auch auswerten können. Attacken auf Unternehmen, die diese Daten nutzen? Sehr wahrscheinlich. Wir Konsumenten werden mit High-Tech-Geräten auch immer mehr Spuren im Netz hinterlassen. Denn klar ist: Das Internet und die Digitalisierung gehen nicht wieder weg. Mitteldeutsche Zeitung

Kein Computernetzwerk ist wirklich sicher. Diese schmerzliche Erfahrung hat jetzt die Bundesregierung in Berlin erneut machen müssen. Bereits im Jahr 2015 hatten schon einmal die Alarmsysteme des Bundesnetzes angeschlagen. Mit diesem wiederholten Angriff zeigt sich die Verwundbarkeit der vernetzten Computer. Wirklich sicher wird ein Netzwerk nie sein. Immer wieder finden sich Programmierer, die in dunklen Hinterzimmern irgendwo auf der Welt daran arbeiten, in fremde Netze einzudringen und Daten zu stehlen oder zu manipulieren.

Doch nicht nur Netze von Regierungen sind gefährdet. Angegriffen werden auch Firmennetzwerke, Banken und Steuerungsanlagen von Energieversorgern. Die schöne neue Computerwelt ist verwundbarer denn je. Wir müssen in Angst und Sorge leben, dass sich Hacker beispielsweise an eisigen Wintertagen die Stromversorgung eines Landes vornehmen und diese mit nur ein paar Tastaturanschlägen außer Kraft setzen. In einer E-Mail wird Lösegeld gefordert. Zahlen wir nicht, bleibt es dunkel und kalt. Der Kampf gegen die dunkle Seite der Macht in der Computerwelt ist kein einfacher. Die Guten haben eigentlich häufig das Nachsehen, denn sie sind immer einen Schritt zurück. Sie sind zum Reagieren verdammt.

Während die Hacker ständig agieren und ihre schädlichen Quellcodes in fremde Rechner einschleusen, sitzen die Männer und Frauen der Cyber-Abwehr in Lauerstellung und fahnden nach fremden Datenspuren in ihren Netzwerken. Selbst aktiv werden dürfen sie nicht. Die deutsche Rechtssprechung erlaubt kein „Hack back“, also Zurückschlagen. Leider. Die Bundesregierung ist bisher gescheitert, Versuche zu legalisieren, um bei Angriffen im Internet zurückschlagen zu dürfen. Viele Experten warnen zudem vor aktiven „Back Hacks“, weil sie der Ansicht sind, dies führe nur zu einer weiteren Eskalation und würde letztlich keine Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Elektrizitäts- und Wasserwerke verhindern. Diese Entscheidung gilt es in der Zukunft zu überdenken. Es darf nicht sein, das auf der einen Seite die Sicherheitsbehörden ausgebremst werden und sich auf der anderen Seite die Hacker nicht um Gesetze scheren. Diese neue Cyberattacke macht auch deutlich, dass jeder Computerbesitzer umsichtig mit seinem Rechner umgehen muss. Ignorieren wir die Warnungen der Experten, öffnen wir den Hackern und ihren Schadprogrammen die digitalen Türen und Tore. Dirk-Ulrich Brüggemann – Neue Westfälische

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