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Grünen fordern Bundes-Veto gegen Millionen-Zahlung der Bahn an Grube

Alte Versprechen jetzt einlösen

Die Grünen haben vor der Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen Bahn AG am heutigen Donnerstag ein Veto der Bundesregierung gegen die Millionen-Abfindung für Ex-Bahnchef Rüdiger Grube gefordert. „Die horrende Millionen-Abfindung an Ex-Bahn-Chef Grube ist fernab von jeder Realität“, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Jeder andere müsse damit rechnen, dass ihm nach einer Kündigung das Arbeitslosengeld gesperrt werde. Solche Millionenzahlungen dürften nicht an der Bundesregierung vorbei entschieden werden. „Die Bahn ist zu 100 Prozent Staatseigentum, deswegen muss der Bund über ein Veto im Aufsichtsrat solche Zahlungen auch verhindern können“, sagte Hofreiter. Laut dem Geschäftsbericht der Bahn hatte Grube 2,3 Millionen Euro Abfindung erhalten, obwohl er nach dem Beginn einer neuen Vertragslaufzeit Anfang 2017 nur 30 Tage im Amt gewesen war. Rheinische Post

Die Bahn ist immer für Überraschungen gut. Dass der Tiefbahnhof Stuttgart 21 teurer und viel zu spät fertig wird: bekannt. Dass die Schnellfahrstrecke von Ulm in die Landeshauptstadt rechtzeitig fertig wird, dafür aber jahrelang vor Stuttgart im Nichts enden könnte: ein alter Hut. Jetzt aber wird’s neu und bunt: Der Konzern baut ein Verkehrsdrehkreuz am Flughafen auf den Fildern und bindet es nur widerwillig an die wirtschaftsstarke Region Ulm/Oberschwaben an. Drei IC am Tag in jede Richtung plus ein paar Regionalzüge sollen ausreichen, meinen die Fahrplanmacher heute, die im Stresstest 2011 versprochen hatten, einen IC-Zweistundentakt auf die Schiene bringen zu können.

Dabei vergessen die Bahnbosse, dass gerade in Oberschwaben die Zustimmung bei der Volksabstimmung für das Bahnprojekt Stuttgart 21 so groß war, weil laut Versprechen komfortable Züge schneller und öfter fahren sollen. Zwischen Ulm und dem Bodensee wurde massiv mit den Vorteilen geworben, den Flughafen besser erreichen zu können. Jahrzehntelang von der Verkehrspolitik abgehängt, sollte das Gesamtprojekt die Wende zum Besseren für Oberschwaben und das Allgäu bringen.

Das Geschwätz des Jahres 2011 aber interessiert im Berliner Bahn-tower niemanden mehr, dort plant man ausschließlich im eigenen Interesse. Und man fragt sich: Warum soll der Konzern kleinere Flughäfen ansteuern? Warum soll die Bahn die Konkurrenz bedienen und sich selbst schwächen? Der eigene Fernverkehrszug bedient doch die gleiche renditestarke Strecke, auf der das Flugzeug des Mitbewerbers fliegt! Die Passagiere sollen, so die Bahn, besser den Zug nutzen als den Jet.

Bis der Filderbahnhof angefahren werden kann, werden noch Jahre vergehen. Zeit genug, um Fahrpläne abzustimmen und Versprechen einzufordern. Das Vertrauen in die Politik schwindet noch mehr, wenn alle Vorteile, die Stuttgart 21 bringen soll, zerbröseln. Die Landespolitiker sind gut beraten, einem Konzern, der dem Bund gehört und der Allgemeinheit verpflichtet ist, wenigstens die Fahrplan-Trickserei auszutreiben. Schwäbische Zeitung

Bahnvorstand Pofalla will Wachstumskurs durch Ausbau der Digitaltechnik fortsetzen

Die Deutsche Bahn (DB) will ihren Wachstumskurs durch den Ausbau der Digitaltechnik auch 2018 weiter fortsetzen. „Die Zukunft des Bahnfahrens ist untrennbar mit der Digitalisierung verbunden“, sagt Ronald Pofalla, bei der DB als Vorstand für die Infrastruktur zuständig, im Interview mit der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung Neue Westfälische. „Mit neuer digitaler Technik schaffen wir die Basis, die Kapazität deutlich zu steigern – ohne neue Gleise zu bauen“, so Pofalla. „Digitale Lösungen wie die Funksteuerung ermöglichen es, Züge in deutlich kürzeren Abständen zu fahren. Diese Züge fahren zugleich pünktlicher, zuverlässiger und damit effizienter, weil sie intelligent gesteuert werden.“

Pofalla räumte zugleich ein, dass die DB aktuell „an vielen Stellen (…) tatsächlich schon am Rande der Kapazitäten“ unterwegs sei. Der Bahnverkehr „soll und muss aber weiter wachsen“, so Pofalla. Im Geschäftsjahr 2016 fuhr die DB einen Gewinn von 716 Millionen Euro ein und verzeichnete einen Fahrgastrekord von rund 140 Millionen Passagieren im Fernverkehr. Experten gehen davon aus, dass diese Zahlen im Geschäftsjahr 2017 erneut gesteigert werden konnten. Neue Westfälische

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