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Größte Wahrscheinlichkeit für Konflikt zwischen Großmächten seit Ende des Kalten Krieges

Aon veröffentlicht Weltkarten über politische Risiken und Terrorgefahren

Es wirkt wie der Kampf Davids gegen Goliath, nur dass diesmal die Israelis in die Rolle des Riesen und die Palästinenser in die des Underdogs schlüpfen. Brennende Reifen gegen Riesenventilatoren, Zwillen gegen Gewehrkugeln. Doch ganz so einfach ist die Rollenzuteilung nicht. Die Lage der Palästinenser im Gaza-Streifen ist verzweifelt. Trotzdem bleibt unverständlich, dass sich viele jungen Leute so vor den Karren der Terrororganisation Hamas spannen lassen. Die schickt ihre Kämpfer ohne Gnade ins israelische Gewehrfeuer, um die Lage zu eskalieren.

Auch die Hardliner in Israel haben Interesse an einer Verschärfung, weil sie damit jeden Ausgleich mit den Palästinensern verhindern können. Die Flucht vieler Araber aus Israel vor 70 Jahren und die Debatte um ein Rückkehrrecht, der Anlass der Unruhen, ist immer noch einer der Hauptgründe für den Konflikt. Doch es gibt auch Hoffnung. Ausgerechnet in Hebron, wo einst die Gewalt eskalierte, feiern Israelis und Palästinenser gemeinsam das jüdische Pessachfest. Diese Kräfte müssen stärker werden. Martin Kessler – Rheinische Post

Macron und Trump spitzen Konflikt in Syrien gefährlich zu

„Militärische Angriffe auf Basis unbestätigter Vorwürfe eines Giftgaseinsatzes in Syrien sind ein weiterer eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und eine gefährliche Zuspitzung. Die NATO-Staaten und Israel machen mit entsprechenden Drohungen und einem erneuten Angriff auf einen Militärstützpunkt nahe Homs einen neuen großen Krieg immer wahrscheinlicher, in dem sich die NATO und ihre Verbündeten wie Israel sowie Russland und Iran gegenüberstehen. Sowohl der im Raum stehende Giftgasangriff als auch der Beschuss des syrischen Flughafens machen eine unabhängige Ermittlung zwingend notwendig“, sagt Heike Hänsel, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag. Hänsel weiter:

„Auch wenn Donald Trump und Emmanuel Macron sich angeblich sicher sind, dass von der syrischen Armee in der von islamistischen Milizen gehaltenen Stadt Duma Chlorgas eingesetzt wurde, gibt es dafür bisher keine Beweise. Macrons Ankündigung, nach einem weiteren Giftgaseinsatz in Syrien anzugreifen, drohte schon im Februar zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung zu werden. Von den in solchen Fällen dringend notwendigen unabhängigen und internationalen Ermittlungen der UN ist aus gutem Grund keine Rede. Denn Vorwürfe, die sich nur auf Behauptungen von US-finanzierten Organisationen wie der sogenannten Syrian American Medical Society oder den umstrittenen Weißhelmen stützen, sind kaum etwas wert. Sie sollen, ebenso wie makabre Videos von Verletzten und Toten, offenbar aber medial den Boden für ein militärisches Eingreifen bereiten. Darauf weist auch der völkerrechtswidrige Angriff auf eine syrische Armeebasis nahe der Stadt Homs hin. Wir brauchen dringend eine Aufklärung der Vorfälle in Duma von unabhängigen internationalen Beobachtern.

Die Bundesregierung macht sich mit ihrer Unterstützung dieser verantwortungslosen Zündelei mitschuldig an einer weiteren Eskalation und einer fortschreitenden Verletzung des Völkerrechts. Die Äußerung von Regierungssprecher Seibert, solch ´ein Völkerrechtsbruch darf nicht ungesühnt bleiben´, zeigt die offensichtlichen Doppelstandards der Bundesregierung im Hinblick auf das Völkerrecht im Vergleich zur türkischen Offensive gegen Afrin. Ohne jegliche Beweise nun Sühne einzufordern, entspricht eher einer Wild-West-Manier als einer seriösen Außenpolitik. DIE LINKE fordert unabhängige Untersuchungen durch die Vereinten Nationen zu den Angriffen auf Duma und Homs.“ Partei Die Linke im Bundestag

Die Wahrscheinlichkeit für einen Konflikt zwischen den Großmächten ist auf dem höchsten Stand seit dem Ende des Kalten Krieges. Zu diesem Ergebnis kommt der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions, der heute aktuelle Weltkarten über politische Risiken, politische Gewalt und Terrorgefahren veröffentlichte (www.aon.de/risk-maps). „Geopolitische Spannungen und schwache internationale Diplomatie haben zu einem erhöhten Risiko bewaffneter Konflikte beigetragen“, sagt Silja-Leena Stawikowski, Aon-Expertin für politische Risiken.

Auch Zerwürfnisse zwischen den westlichen Mächten hätten demnach zur Verschlechterung der globalen Sicherheit geführt. Zunehmend seien in den reifen Demokratien bei politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen Dissonanzen zu verzeichnen gewesen. Aufgrund der geopolitischen Spannungen, der Schwächung liberaler und demokratischer Regierungsformen sowie chronischer Konflikte auf der ganzen Welt seien die Risiken durch politische Gewalt gestiegen.

Auf Aons Weltkarten der Risiken werden demzufolge im Vergleich zum Vorjahr mehr Länder mit einem höheren Risiko eingestuft (17) als mit einem niedrigeren (6). In diesem Jahr sind: 40% der Länder einem Risiko durch Terrorismus und Sabotage ausgesetzt. 60% der Länder einem Risiko durch Bürgerunruhen ausgesetzt. 33% der Länder einem Risiko durch Aufruhr, Krieg oder Staatsstreich ausgesetzt.

Die Risiken in 46 Ländern oder Gebieten werden jetzt von Aon als „hoch“ oder „ernsthaft“ eingestuft. Einige der Länder mit dem höchsten Risiko weltweit befinden sich im Nahen Osten: Irak, Syrien, Jemen und Ägypten. Die Region mit den meisten Einstufungen auf ein höheres Risiko im Vergleich zum Vorjahr ist Afrika. „Anhaltende landesinterne Konflikte, die Aushöhlung demokratischer Regierungsformen und Korruptionsskandale haben hier zu mehr politischer Gewalt geführt. Und terroristische Gruppierungen wie der IS und Boko Haram missbrauchen die fragilen Institutionen und schwachen Grenzen auf dem Kontinent für ihre Zwecke“, sagt Aon-Expertin Stawikowski.

Eine besondere Zunahme politischer Risiken verzeichnet Aon in Lateinamerika im Vorfeld der dortigen Wahlkampfperiode, wodurch tiefgreifende Reformen in Brasilien verzögert und Ängste vor einer Reformumkehr in Mexiko geschürt würden. Stawikowski: „Große Länder sind dem Risiko ausgesetzt, dass populistische Regierungen gewählt werden – und kleinere Länder werden von diesem politischen Getöse nicht verschont.“

Die Zahl der Terroranschläge war in den westlichen Ländern im Jahr 2017 mit 204 ungefähr doppelt so hoch wie im Jahr 2016 (96). Jedoch blieb die Zahl der Opfer dieser Anschläge in beiden Jahren ungefähr gleich (1092 im Jahr 2017). Der IS hat im Jahr 2017 in 29 Ländern auf fünf Kontinenten Terroranschläge verübt. Dies ist die gleiche Zahl von Ländern wie im Vorjahr. Besonders die Tourismuswirtschaft ist für einige terroristische Organisationen ein attraktives Ziel. Im Jahr 2017 gab es weltweit 35 Anschläge auf Ziele, die für die Tourismusbranche von entscheidender Bedeutung waren, wie beispielsweise Hotels und Ferienanlagen, Nachtclubs, die zivile Luftfahrt und Besucherattraktionen. Aon Holding Deutschland GmbH

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