Flüchtlinge ohne Job

Fachkräftemangel in Deutschland

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt Sachsen-Anhalts dauert laut Arbeitsagentur deutlich länger als erwartet. „Bisher hat etwa erst jeder zehnte Migrant aus Asylherkunftsländern einen festen Arbeitsplatz“, sagte der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung.

Veröffentlicht am Dienstag, 14.11.2017, 9:23 von Magnus Hoffestett

Im August 2017 waren danach 13 585 arbeitssuchende Geflüchtete gemeldet, dem gegenüber standen 1 538 Flüchtlinge (letzter Stand April) mit einem sozialversicherungspflichtigen Job. Das geht aus einem erstmals von der Landesarbeitsagentur erstellten Bericht zur Flüchtlingsmigration hervor, der der Zeitung vorliegt. Senius ist dennoch zuversichtlich, dass viele Syrer oder Afghanen in der nächsten Zeit einen Job finden. Denn viele, die arbeiten wollen, dürfen noch nicht. „Mehr als die Hälfte der Geflüchteten befindet sich noch in Sprachkursen oder Schulungsmaßnahmen. Sie können derzeit nicht vermittelt werden“, sagte Senius dem Blatt. Vor allem die Weiterbildungen nehmen viel Zeit in Anspruch. Mitteldeutsche Zeitung

Studie: Fachkräftemangel in Deutschland so drastisch wie seit 2006 nicht mehr

Der Fachkräftemangel setzt die Wirtschaft in Deutschland weiter unter Druck. 49 Prozent der Unternehmen haben massive Probleme, offene Stellen zu besetzen. Das sind drei Prozentpunkte mehr als 2015 und der höchste Wert seit 2006. Für jeden siebten Betrieb hat sich die Situation gegenüber dem Vorjahr noch einmal verschärft. Das ergibt die Studie „Fachkräftemangel 2016“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Unternehmen mit akutem Fachkräftemangel kontinuierlich gestiegen. Lediglich 2010 und 2013 spürte die Wirtschaft in Deutschland eine vorübergehende Entlastung bei der Aufgabe, offene Stellen zu besetzen. „Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt geht weiter auseinander. Bislang entschärfen Initiativen, Flüchtlinge schneller beruflich zu integrieren, den Fachkräftemangel kaum. Um ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, müssen sich Unternehmen vor Ort mit Bildungsträgern und anderen Partnern zusammentun. Personaldienstleister können dabei eine zentrale Rolle übernehmen“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

Dazu kommt: Der durchschnittliche Aufwand für die Stellenbesetzung ist in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen. Das Besetzen von Positionen mit passenden Talenten wird damit immer mehr zum Kraftakt für die Personalmanager. „Hier binden Unternehmen enorme Ressourcen, die sie eigentlich in Innovationen und die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter investieren möchten“, so Brune.

Engpass bei Handwerkern am größten

Besonders große Schwierigkeiten haben Arbeitgeber, die Facharbeiter und Handwerker einstellen möchten. Diese Positionen sind weltweit zum fünften Mal in Folge am schwierigsten zu besetzen. In Deutschland rangiert diese Berufsgruppe sogar seit 2007 auf Platz 1 der Rangliste. Bei den Ingenieuren hat sich die Lage in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr und zu anderen Ländern weiter zugespitzt. Leichte Entspannung spüren die Personalmanager dagegen bei IT-Fachkräften. Am häufigsten bereitet den Unternehmen in Deutschland die rückläufigen Bewerberzahlen Kopfzerbrechen. Jeder dritte Arbeitgeber hat Probleme, Stellen zu besetzen, weil er nicht genügend Bewerber gibt. Doch das ist nicht der einzige Grund: Fast genauso häufig scheitert die Stellenbesetzung, weil Fachkenntnisse im Profil des Bewerbers fehlen.

Diese Fachkräfte auszusortieren, werden sich allerdings immer weniger Betriebe leisten können. „Eine erfolgreiche Stellenbesetzung hängt weniger davon ab, was Fachkräfte derzeit an Wissen und Know-how mitbringen, sondern von der Bereitschaft und Fähigkeit, schnell dazuzulernen“, sagt Mara Swan, ManpowerGroup Executive Vice President, Global Strategy and Talent. „Unternehmen sollten sich deshalb nicht eingleisig darauf verlassen, dass die Zahl passender Kandidaten kurzfristig steigen wird. Es zahlt sich aus, in ihr Potenzial zu investieren und Kenntnislücken durch Weiterbildung zu schließen.“

Ranking der am schwierigsten zu besetzenden Positionen 2016 in Deutschland

  1. Facharbeiter/Handwerker
  2. Vertriebsmitarbeiter
  3. Ingenieure
  4. Management/Executives
  5. Ärzte und medizinische Fachangestellte (kein Pflegepersonal)
  6. IT-Fachkräfte
  7. Fahrer
  8. Vertriebsleiter
  9. Pflegekräfte
  10. Restaurant- und Hotelfachkräfte

Deutschland trifft Fachkräftemangel härter

Weltweit gaben 40 Prozent der Unternehmen an, Schwierigkeiten zu haben, offene Positionen zu besetzen. So drastisch wie in Deutschland ist der Fachkräftemangel in anderen Ländern Europas nicht. In Norwegen hat sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr deutlich entspannt. Nur jeder sechste Arbeitgeber (16 Prozent) meldet dort Probleme bei der Besetzung offener Stellen. 2015 waren es noch 30 Prozent. In den Niederlanden haben nur 17 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, Personallücken mit Spezialisten zu füllen. In Großbritannien sind es, zumindest jetzt noch, 18 Prozent. Allerdings ist auch in diesen beiden Ländern der Wettbewerb um Talente härter als 2015. In einigen Ländern Osteuropas wie in Rumänien und Bulgarien ist die Situation teilweise noch drastischer als in Deutschland. Viele Fachkräfte wandern dort ab. Zugleich verschärft ein gestiegener Bedarf durch das sogenannte „Nearshoring“ den Fachkräftemangel vor Ort. Viele Unternehmen investieren derzeit lieber in Osteuropa als in klassischen Offshoring-Nationen wie Indien oder in Ländern mit geopolitischen Unsicherheiten. Sonja Christ-Brendemühl – Faktenkontor GmbH – Manpower GmbH & Co. KG Personaldienstleistungen

5 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Friehelm Sonntag, 19. November 2017, 14:05 um 14:05 - Reply

    Wieso, die haben doch alle einen Job!: der Job von diesen Heuschrecken, die eine wirkliche Heimsuchung sind!, dem deutschen Steuerzahler das Geld auf vielerlei Arten, aus der Tasche zu ziehen! Das ist deren Job!

  2. Ray Freitag, 17. November 2017, 18:13 um 18:13 - Reply

    Mit diesen mindergebildeten, ungeigneteten und letztendlich in der Überzahl unwilligen Migranten ist kein Blumentopf zu gewinnen!
    Zum wiederholten Mal: aus Treibholz kann man keine Mondraketen bauen!
    Wir brauchen evtl.(!!!) zusätzliche Fachkräfte; diese Migranten sind aber kein Zugewinn sondern höchst problematische Extremkostenverursacher; letztendlich wird hierdurch u. v. a. eine angemessene Rente für deutsche Arbeitnehmer veruntreut

  3. Katrin Mittwoch, 15. November 2017, 6:39 um 6:39 - Reply

    Arbeite im Job-Center. Die „Flüchtlinge“ sind NICHT vermittelbar: sie haben weder eine – Schul- noch Berufsausbildung. Die angebotenen Deutschunterricht-Kurse werden kaum besucht. Arbeitsmaßnahmen und Auflagen werden vollständig ignoriert! Einem Deutschen, der sich so verweigert, können wir bis zu 100% das Geld kürzen. Bei einem „Flüchtling“ dürfen wir keinerlei Kürzung vornehmen! Werden sie von uns zu einem Gespräch geladen, kommen sie mit dem Taxi!!! Wird vom Sozialamt bezahlt. Das Benehmen dieser Leute ist unbeschreiblich: nur Unverschämtheiten und Forderungen! Ich bin mir absolut sicher: diese Leute werden wir nie in Brot und Lohn bekommen! Warum sollten sie auch: die von uns an sie gezahlten, monatlichen Transferleistungen, sind für sie der Hit! Ich wäre dafür, dass sie ausschliesslich Gutscheine ,- kein Geld,- monatlich bekommen!

  4. Anonymous Dienstag, 14. November 2017, 21:13 um 21:13 - Reply

    Mindergebildetet Moslems ohne weitere Ambitionenen sind keine Option!

  5. Spirit Dienstag, 14. November 2017, 13:32 um 13:32 - Reply

    Der immer wieder angeführte FACHKRÄFTEMANGEL ist zum größten Teil selber verschuldet. Wir haben rund 3 Millionen Arbeitslose und ganz großer Teil sind perfekt ausgebildete FACHKRÄFTE, die sofort einsteigen könnten, wenn man sie nur lassen würde. Denen muss man nicht erst über Jahre deutsch beibringen damit sie wenigstens die Anweisungen verstehen. Es müssen auch keine erfundenen Diplome mühsam anerkannt werden und am Ende sehr oft doch alles nur Schwindel ist.
    Es muss endlich ein Umdenken stattfinden, dass auch mal ältere eingestellt werden, denn schon ab 40 wird es sehr schwierig mit 50 unmöglich. Gesucht werden Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung, 20 Jahre Berufserfahrung, aber nicht älter als 28 und mit dementsprechenden Gehaltsvorstellungen.
    Liebe Arbeitgeber, die gibt es NICHT und auch 50-jährige müssen noch wenigstens 15-17 Jahre arbeiten, oder gibt es irgendeine Garantie, dass junge Leute überhaupt so lange bleiben ?
    Es bleibt noch eine andere Frage offen, warum bildet Deutschland die erforderlichen Fachkräfte nicht selber aus ? Warum werden Weiterbildungen nicht besser aufgebaut ? Aber nein, es werden lieber Millionen ungebildete ins Land gelockt, für die pro Jahr über 30 MILLIARDEN verschleudert werden. Der größte Teil von denen wird es hier niemals schaffen, denn Deutschland ist kein Land in dem hunderttausende Hilfsarbeiter Jobs nur darauf warten besetzt zu werden.
    Schüler mit einem Hauptschulabschluss haben kaum die Chance auf eine gute Ausbildung, wie sollen es denn welche schaffen die Analphabeten sind, oder kaum auf dem Stand eines Grundschülers im 2. Schuljahr sind.

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