EU: 23,5% von Armut bedrohte Menschen stammen aus Deutschland

Merkel unterstützt Migration

19,7 % der Bevölkerung Deutschlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht / Anteil EU-weit bei 23,5 %. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist seit fast zehn Jahren Schirmherrin der Deutschlandstiftung Integration. Mit insgesamt 75,5 Mrd. Euro lag die Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) so hoch wie noch nie – eine Steigerung um 11 Prozent im Vergleich zu 2015.

Veröffentlicht am Mittwoch, 08.11.2017, 9:52 von Domenikus Gadermann

Während der Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Bevölkerung in der Europäischen Union (EU) im Jahr 2016 durchschnittlich bei 23,5 % lag, betrug dieser Anteil in Deutschland 19,7 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach den Ergebnissen der Erhebung LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) weiter mitteilt, waren in Deutschland 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Eine Person gilt als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Lebenssituationen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Für jede dieser Lebenssituationen kann jeweils der Anteil der Personen in der Bevölkerung ermittelt werden, auf den diese Situation zutrifft:

* Mit 16,5 % der Bevölkerung war jede sechste Person in Deutschland im Jahr 2016 armutsgefährdet. Das entsprach rund 13,4 Millionen Menschen. Eine Person gilt nach der EU-Definition für EU-SILC als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt (Schwellenwert der Armutsgefährdung). 2016 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1 064 Euro im Monat, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2 234 Euro im Monat.

* 3,7 % der Bevölkerung in Deutschland waren im Jahr 2016 von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. Das bedeutet, dass ihre Lebensbedingungen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln eingeschränkt waren. Sie waren zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen für Miete, Hypotheken oder Versorgungsleistungen zu bezahlen, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen oder eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren.

* 9,6 % der Bevölkerung unter 60 Jahren lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung und damit in Haushalten, in denen die tatsächliche Erwerbsbeteiligung der erwerbsfähigen Haushaltsmitglieder im Alter von 18 bis 59 Jahren insgesamt weniger als 20 % betrug.

Im EU-Durchschnitt waren 17,3 % der Bevölkerung von Armut bedroht sowie 7,5 % von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. 10,4 % lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung. Statistisches Bundesamt

EU-Entwicklungshilfe erreicht Rekordstand

Auch 2016 haben die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten ihre Position als weltweit größter Geber von Entwicklungshilfe weiter ausgebaut. Mit insgesamt 75,5 Mrd. Euro lag die Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) so hoch wie noch nie – eine Steigerung um 11 Prozent im Vergleich zu 2015. Gemessen am Bruttonationaleinkommen (BNE) ist die Entwicklungshilfe der EU im Jahresvergleich von 0,47 auf 0,51 Prozent gestiegen. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute (Dienstag) veröffentlicht hat. Deutschland erreichte erstmals das selbst gesteckte Ziel von 0,7 Prozent des BNE – bedingt durch die anrechenbaren Ausgaben für Flüchtlinge im Inland.

Der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, freute sich über das gestiegene Engagement. „Ich bin stolz, dass die EU der der weltweit größte Geber von Öffentlicher Entwicklungszusammenarbeit bleibt – dies ist ein klarer Beweis unseres Engagements für die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Wir fordern alle entwicklungspolitischen Akteure auf, ihre Anstrengungen ebenfalls zu verdoppeln. Und wir werden hier nicht stehenbleiben. Wir versuchen durch Hebelwirkungen von Privatinvestitionen, durch die Mobilisierung heimischer Ressourcen und durch die Intensivierung gemeinsamer Anstrengungen mit den EU-Mitgliedstaaten, das Beste aus allen entwicklungspolitischen Finanzquellen zu machen“, sagte Mimica in Brüssel.

Die Geberländer haben sich freiwillig dazu verpflichtet, 0,7 Prozent ihres BNE für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Aus den OECD-Zahlen geht hervor, dass fünf EU-Mitgliedstaaten in 2016 das 0,7 Prozent-Ziel erreicht haben. Erstmals erreichte auch Deutschland bedingt durch die anrechenbaren Ausgaben für Flüchtlinge im Inland die Quote von 0,7 Prozent. Neben Deutschland gehören Dänemark, Schweden, Luxemburg und Großbritannien zu den Geberländern, die das selbstgesteckte Ziel von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens erreicht haben.

Unter der Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit werden die Mittel erfasst, die die Mitglieder im Entwicklungshilfeausschuss der OECD an Entwicklungsländer direkt oder durch internationale Organisationen für Entwicklungsvorhaben zahlen. Europäische Union

Bundeskanzlerin Merkel unterstützt Migration

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist seit fast zehn Jahren Schirmherrin der Deutschlandstiftung Integration. Den Termin im Kanzleramt nutzte sie, um sich über aktuelle und zukünftige Projekte der Stiftung zu informieren. Mit ihrem langjährigen Engagement signalisiert Merkel ihre Wertschätzung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern mit einer Zuwanderungsgeschichte.

Toleranz und Austausch fördern

Die Deutschlandstiftung Integration will Integration in Deutschland fördern. Bildung und Ausbildung sollen die Chancen junger Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Seit ihrer Gründung 2008 versteht es die Stiftung als ihre Aufgabe, diesen Prozess durch Programme wie das Stipendiaten- und Mentorenprogramm „Geh Deinen Weg“ aktiv zu begleiten. „Geh Deinen Weg“ wurde 2012 für begabte junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ins Leben gerufen.

Mehr als 700 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus fast 80 Ländern haben das Förderprogramm bisher durchlaufen. Sie werden auf ihrem beruflichen und persönlichen Weg von fast 600 hochrangigen Mentoren aus Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur und Wissenschaft betreut. Diese haben bislang mehr als 25.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Weitere Programminhalte wie Coachings, Themen-Workshops, Praktikumsbörsen und Netzwerk-Events runden das Stipendiatenprogramm ab.

In diesem Jahr neu aufgestellt

Am 13. Juli wurde Christian Wulff, Bundespräsident a.D., zum Vorsitzenden des Stiftungsrates der Deutschlandstiftung Integration gewählt. Zugleich hat sich die Stiftung rechtlich neu aufgestellt: Als gemeinnützige GmbH mit neuer Rechtsform und Gremienstruktur ausgestattet, geht sie gestärkt ins Jubiläumsjahr 2018.

Bundeskanzlerin Merkel hatte dazu mit folgenden Worten gratuliert: „Die Deutschlandstiftung Integration leistet mit dem Stipendienprogramm „Geh Deinen Weg“ seit Jahren einen wichtigen Beitrag dazu, Integration in unserem Land zum Erfolg zu führen. Jeder in Deutschland sollte die Chance erhalten, seinen eigenen selbstbestimmten Weg zu gehen.“ Die Kanzlerin würdigte in diesem Zusammenhang alle, die sich in der Stiftung als Mentoren und Förderer engagieren. Christian Wulff dankte sie dafür, dass er den Vorsitz des Stiftungsrats übernommen hat. Deutsche Bundesregierung

1 Meinung bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Anonymous Mittwoch, 8. November 2017, 16:19 um 16:19 - Reply

    Aber für die Muselmanen wird das Geld mit der Schaufel bewegt!
    Deutschland, durch Merkel „regiert“: eine SCHANDE!

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