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„Alibi-Kicker“ Özil: Dummheit und Niedertracht

Von den Fesseln seines ohnehin halbherzigen Deutsch-Seins befreit

So lange haben wir auf ein Wort von Mesut Özil zum Foto mit Erdogan gewartet. Doch die damit verbundene Erwartung, danach möge Ruhe einkehren, erfüllt sich keineswegs. Im Gegenteil. Jetzt ist erst richtig Feuer am Dach. Mit größtmöglichem Schaden für alle Beteiligten. Welch ein Debakel. Einer der Verlierer ist Özil selbst. Er geht sehr nonchalant über die Tatsache hinweg, dass ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan sehr wohl etwas mit Politik oder Wahlen zu tun hat.

Er kann sich nicht nur darauf beziehen, sich für diese Aufnahme lediglich aus Respekt vor dem höchsten Amt des Landes seiner Familie zur Verfügung gestellt zu haben. Er müsste es besser wissen. Sorry, Mesut Özil, so einfach kann man es sich nicht machen. Er und Ilkay Gündogan haben Erdogan mit diesem Foto geholfen, das sollte auch weniger politisch denkenden Menschen klar sein. Ebenso hätten die beiden Spieler ahnen können, dass die Aktion für Wirbel sorgt und damit auch die ganze Nationalmannschaft belastet. Diesem Fehler folgten viele weitere. Und es kommen noch mehr hinzu. Unsäglich reagiert der polterige Uli Hoeneß.

Er bezeichnet Özil als „Alibi-Kicker“, der schon seit Jahren schlecht spiele und längst nichts mehr in der Nationalmannschaft zu suchen habe. Ja, Özil hat in Russland und nicht nur dort Qualitäten vermissen lassen, so wie eine ganze Reihe anderer Spieler auch. Aber ihn pauschal als weit überschätzten Kicker hinzustellen, ist unfair. Ambivalent mutet Özils Medienschelte an. „Bestimmte deutsche Zeitungen“ hätten mit dem Foto rechte Propaganda betrieben. Solche Äußerungen sind immer problematisch, weil schwer greifbar. Wer eine Ahnung davon bekommen will, was der abgetretene Nationalspieler gemeint haben könnte, dem hilft ein Blick auf die Webseite von „Bild“.

Dort stand neben einem Foto mit einem lächelnden Özil zu lesen: „Gute Laune in Singapur. Erstes Özil-Foto nach dem Rücktritt“. Die gewollte Botschaft dahinter lautet: Er hat sich von den Fesseln seines ohnehin halbherzigen Deutsch-Seins befreit, jetzt geht es ihm gut. Welch eine niederträchtige Diffamierung. Sie befeuert den Hauptvorwurf all der üblen, vielfach rassistischen Kommentare, die Özil im Laufe der vergangenen Wochen ertragen musste: Er und Kollege Gündogan wollten gar nicht ernsthaft Deutsche sein. Von wegen gelungene Integration, die beiden seien im Grunde immer Türken geblieben, die nur deshalb für die deutsche Nationalmannschaft spielen, weil sie mehr Erfolg hat als die türkische. Das ist erstens eine durch nichts zu belegende Unterstellung.

Und zweitens geht sie von der Annahme aus, dass Menschen mit ausländischen Wurzeln, wollen sie denn Deutsche (werden) sein, genauso zu (werden) sein hätten wie die deutsch-Deutschen es sind. Das ist so unrealistisch wie unsinnig. Selbst aus einem Saarländer wird kein unverwechselbarer Sachse. Vielfalt ist überall, nur nicht in den Betonköpfen engstirniger Nationenverherrlicher. Die ganze öffentliche Diskussion ist aus dem Ruder gelaufen. Die tonale Schärfe, die rassistischen Beleidigungen – das waren nicht einige wenige Schreihälse. Nein, da haben sich weite Teile der Bevölkerung weit jenseits der hinnehmbaren Debattenkultur hinbegeben. So wie es zurzeit zuverlässig immer geschieht, wenn es um Ausländer, Migration, Flüchtlinge geht.

Was haben sich all jene gedacht, als sie nach der Vorrundenpleite per WhatsApp oder Facebook ein Özil-Foto mit den Worten „Zufrieden, mein Präsident?“ gepostet haben? Als hätte er absichtlich schlecht gespielt, um Deutschland zu schaden und dafür Erdogan (was hätte der davon?) zu nutzen. Özil ist zum Sündenbock geworden, nicht nur im Fußball. Er hat leider eine dumme Steilvorlage geliefert. Bernhard Fleischmann – Mittelbayerische Zeitung

Bosbach: Özils Rassismus-Vorwurf ist „grober Unfug“

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach hat die Kritik des zurückgetretenen Fußball-Nationalspielers Mesut Özil am DFB zurückgewiesen.

Der Rassismus-Vorwurf sei unverständlich, sagte Bosbach am Montag im Inforadio vom rbb. Er kenne DFB-Präsident Reinhard Grindel seit langem, dieser sei kein Rassist.

Bosbach betonte, Özil habe mit seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Wahlkampfhilfe für einen autoritären Politiker geleistet. „Jetzt versucht er, aufgrund der massiven Kritik wegen seines Treffens […] und der Huldigung für Erdogan, sich als Opfer des DFB darzustellen – oder der gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland. Das ist doch wirklich grober Unfug.“

Abgesehen von dem Auftritt mit Erdogan sei Özil auch wegen seiner Leistungen bei der WM in Russland kritisiert worden. Das habe nichts mit seiner Herkunft zu tun. Bosbach: „Man muss doch einen Sportler […] kritisieren können, völlig unabhängig von Hautfarbe, Religion oder seiner Herkunft. […] Das hat doch nichts mit Rassismus zu tun.“ Rundfunk Berlin- Brandenburg

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Natürlich ist er Türke! Natürlich ist er Moslem mit Mekka-Reise! Natürlich scheisst er auf Deutschland! Natürlich hat er hier Fussball gespielt : natürlich wegen der honorigen Bezahlung! Natürlich aus keinem anderen Grund!
    Wer die sogenannte grosse Hadsch nach Mekka und Medina macht, der weiss in seinem Herzen, dass alle Christen Ungläubige und damit Brennstoff für die Hölle sind ….
    Drauf geschissen, Mesut Özil, geh mal heim zu Deiner Türken-Brut!

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