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Wirtschaftsinteressen bei Atomdeal stärker als Vernunft

Iran: Stille Diplomatie - Große Erfolge

Nach zehn Jahren Verhandlung steht Irans Rückkehr auf die weltwirtschaftliche Bühne unmittelbar bevor. Diese Entwicklung zeigt: Selbst globale Krisen können durch kluge, beharrliche Diplomatie gelöst werden. Im konkreten Fall dürfen deutsche Maschinenbauer mit hohen Wachstumsraten rechnen. Denn ihre Produkte sind im Iran gefragt. In die Riege der wichtigsten Handelspartner Deutschlands wird der Staat jedoch nicht vorstoßen.

Lange Jahre hat die iranische Führung die Welt mit martialischer Rhetorik und atomaren Drohgebären in Atem gehalten. Umso bemerkenswerter erscheint es daher, dass ein endgültiger Kompromiss jetzt nur noch an der Zustimmung des US-Kongresses hängt. Die Vertreter der fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats sowie Deutschlands haben immer wieder geschickt Türen geöffnet und nun einen Kompromiss vorgelegt, der dem Iran die atomare Aufrüstung mittelfristig verbaut. Der Verlauf der Verhandlungen steht damit im krassen Gegensatz zur Eskalation der Verhandlungen in der Griechenland-Krise.

Das Ende der Wirtschaftssanktionen hat insbesondere bei deutschen Maschinen- und Anlagebauern Hoffnungen geweckt. Viele Unternehmen prüfen, ob und wie sie ihre Beziehungen zu iranischen Partnern wiederaufnehmen und ausweiten können. Schließlich war der Iran einst ein guter Absatzmarkt: Vor dem Wirtschaftsboykott hielten deutsche Firmen Marktanteile von bis zu 30 Prozent, mittlerweile haben allerdings vor allem chinesische Unternehmen den Markt übernommen.

Der Investitionsstau bei Importgütern wird im Iran auf bis zu 30 Milliarden Euro beziffert. Vor allem für die Vorleistungen der Öl- und Gasproduktion gibt es demnach großes Potenzial. Schaffen es deutsche Unternehmen im Laufe der kommenden Jahre, ihre ehemals hohen Marktanteile zurückzugewinnen, werden sich die aktuellen Ausfuhren in den Iran mehr als verdoppeln. Es ist also durchaus realistisch, dass das Exportvolumen von aktuell 2,4 Milliarden Euro auf über 5 Milliarden Euro zulegt.

Dennoch bleibt dem Iran als Handelspartner für Deutschland wohl dauerhaft nur ein Platz in der zweiten Reihe: Selbst wenn sich die Ausfuhren dorthin mehr als verdoppelten, läge der Exportanteil, der in den Iran geht, nur bei 0,5 Prozent. Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. IW Köln www.iwkoeln.de

Trotz Atom-Abkommen: Irans oberster Führer attackiert USA

Chamenei: Iran will keinen Dialog mit USA zu internationalen Fragen

Dem Obersten Früher des Iran, Ali Chamenei, zufolge, sind die politischen Positionen zwischen Teheran und Washington gegenüber dem Nahen Osten völlig unterschiedlich. Das teilte der iranische Fernsehsender Press TV mit.

In seiner Rede zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan sagte Chamenei am Samstag: „Die Politik der USA in der Region im Nahen Osten ist der Politik des Iran diametral entgegengesetzt.“

Wie Reuters meldete, hat das geistliche Oberhaupt des Iran unterstrichen, dass Teheran keinen Dialog mit den USA zu internationalen Fragen zu führen beabsichtige. Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm seien eine „Ausnahme“ gewesen. de.sputniknews.com Copyright © Sputnik

Vom kommenden Sonntag bis Dienstag ist eine Reise des deutschen Vizekanzlers und Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel in Begleitung einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation in den Iran angekündigt.

„Deutsche Unternehmen und die Bundesregierung stehen 70 Jahre nach dem Ende der Shoah in der ersten Reihe, um Geschäfte mit dem antisemitischen iranischen Regime zu machen. Repräsentanten des Regimes haben Israel während der Verhandlungen immer wieder mit der Vernichtung gedroht – zuletzt während des antisemitischen Quds-Marsches“, erlärte STOP THE BOMB Sprecherin Ulrike Becker.

Der wissenschaftliche Direktor des Bündnisses, Stephan Grigat: „Milliarden werden als Ergebnis dieses Atom-Deals an das Regime in Teheran fließen. Damit wird die Förderung des islamistischen Terrors von Gruppierungen wie der Hisbollah oder der Hamas ebenso neue Ausmaße annehmen wie die Expansion des Regimes in der arabischen Welt. Der Terror gegen die iranische Bevölkerung nimmt nicht ab, sondern zu: Unter dem vermeintlich ‚moderaten‘ Präsidenten Hassan Rohani wurden deutlich mehr Menschen hingerichtet als unter seinem Vorgänger Ahmadinejad.“ Ulrike Becker STOP THE BOMB  www.stopthebomb.net

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