Volkswagen erhält alle Freigaben: Ende gut, alles gut?

Umrüstung der TDI-Motoren

Volkswagen hat nach eigenen Angaben nun vom Kraftfahrt-Bundesamt alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen zur Umrüstung der Diesel-Fahrzeuge mit dem Motortyp EA 189 erhalten. Die Halter von Fahrzeugen der Konzernmarken mit der manipulierten Abgassoftware werden in den kommenden Wochen nach und nach europaweit benachrichtigt. Sie können dann kurzfristig Umrüsttermine in einer Vertragswerkstatt nach Wunsch vereinbaren.

Veröffentlicht am Donnerstag, 22.12.2016, 9:23 von Gudrun Wittholz

In Deutschland erfolgt die Information der Kunden in einem zweistufigen Verfahren. Alle betroffenen Fahrzeugbesitzer wurden im ersten Schritt bereits im Frühjahr benachrichtigt, dass ihr Auto von der Umrüstaktion betroffen ist. Nachdem die technischen Lösungen für alle Modelle vom KBA freigegeben sind, werden die Kunden nun in einem zweiten Schreiben gebeten, einen Termin mit einem Partnerbetrieb ihrer Wahl zu vereinbaren. Im Rahmen der Umrüstaktion verspricht VW allen Kunden eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität.

Die Freigaben des KBA gelten nicht für betroffene Fahrzeuge in den USA und Kanada. Außerdem haben der Rückruf und die Umrüstung von Fahrzeugen mit Motoren des Typs EA 189 in Südkorea bislang nicht begonnen. AutoMedienportal.net (ampnet/jri)

Volkswagen Konzern erhält alle Freigaben des Kraftfahrt-Bundesamts zur Umrüstung der TDI-Motoren

Finale KBA-Freigaben zur Umrüstung der Diesel-Modelle mit dem Motortyp EA189 Alle Kunden werden zeitnah informiert, um danach Werkstatttermine zu vereinbaren

Für Diesel-Fahrzeuge mit Motortyp EA189 liegen jetzt alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen zur Umrüstung im Zuständigkeitsbereich des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vor. In enger Abstimmung mit den jeweiligen Behörden werden die betreffenden Konzernmarken die europäischen und internationalen Fahrzeughalter in den kommenden Wochen sukzessiv benachrichtigen. Danach können alle Kunden kurzfristig Umrüsttermine in einer Vertragswerkstatt nach Wunsch vereinbaren.

In Deutschland erfolgt die Information der Kunden in einem zweistufigen Verfahren. Alle betroffenen Halter wurden im ersten Schritt bereits im Frühjahr durch ein mit den Behörden abgestimmtes Schreiben benachrichtigt, dass ihr Fahrzeug von der Umrüstaktion betroffen ist. Nachdem die technischen Lösungen für alle Modelle vom KBA freigegeben sind, werden die Kunden in einem zweiten Schreiben gebeten, einen Termin mit einem Partnerbetrieb ihrer Wahl zu vereinbaren.

Wie bereits zuvor hat das KBA bestätigt, dass mit der Umsetzung der technischen Lösungen für die betroffenen Modelle keine nachteiligen Veränderungen der Verbrauchswerte, Leistungsdaten und Geräuschemissionen verbunden sind. Außerdem erfüllen die Fahrzeuge nach der Umrüstung alle gesetzlichen Anforderungen sowie die jeweils gültigen Abgasnormen.

Volkswagen hat mit Hochdruck an der Umsetzung der technischen Lösungen gearbeitet und wird alle von der NOx-Thematik betroffenen Fahrzeuge nachbessern. Den Kunden werden bei der Durchführung der technischen Maßnahmen keine Kosten entstehen. Außerdem wird im Rahmen des Rückrufprozesses allen Kunden eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität angeboten. Die Umsetzung der erforderlichen technischen Lösungen erfolgt europaweit nach einem mit dem KBA abgestimmten Zeit- und Maßnahmenplan.

Die Freigaben des KBA gelten nicht für betroffene Fahrzeuge in den USA und Kanada. Außerdem haben der Rückruf und die Umrüstung von Fahrzeugen mit Motoren des Typs EA189 in Südkorea bislang nicht begonnen.

Volkswagen erzielt Vereinbarung mit US-Umweltbehörden zur Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche im Zusammenhang mit 3.0L-TDI-V6-Dieselmotoren in den Vereinigten Staaten

Die Volkswagen AG und die Volkswagen Group of America, Inc. (im Folgenden „Volkswagen“) haben mit dem US-Justizministerium (Department of Justice, DOJ) für die Environmental Protection Agency (EPA) und dem Bundesstaat Kalifornien über das California Air Resources Board (CARB) sowie den kalifornischen State Attorney General eine Vereinbarung getroffen, mit der zivilrechtliche Ansprüche im Zusammenhang mit etwa 83.000 betroffenen Fahrzeugen mit 3,0l-TDI-V6-Dieselmotoren in den Vereinigten Staaten beigelegt werden sollen.

Die Vereinbarung in Form eines angestrebten Consent Decree bedarf noch der Genehmigung von Richter Charles R. Breyer vom United States District Court for the Northern District of California, der das bundesweite MDL-Verfahren (Multi-District-Litigation) zur Dieselthematik in den Vereinigten Staaten leitet. Auf Basis der angestrebten Vereinbarung wäre es Volkswagen möglich, über 75 Prozent der betroffenen 3,0l-TDI-V6-Fahrzeuge zurückzurufen und in Einklang mit genau den Emissionsstandards zu bringen, gemäß derer sie ursprünglich zertifiziert wurden. Die Voraussetzung dafür ist, dass EPA und CARB entsprechende technische Anpassungsmaßnahmen freigeben.

Wie vom Gericht bekanntgegeben, hat Volkswagen darüber hinaus eine Vereinbarung mit dem gerichtlich bestellten Steuerungskomitee der Kläger (Plaintiffs‘ Steering Committee, PSC) über wesentliche Aspekte des monetären Ausgleichs getroffen, den berechtigte Eigentümer und Leasingnehmer erhalten würden. Die entsprechenden Parteien arbeiten weiterhin an einer Lösung der verbleibenden Themen. Einzelheiten der hierzu geführten Gespräche unterliegen gemäß gerichtlicher Anordnung weiterhin der Vertraulichkeit. Das Gericht hat für Donnerstag, den 22. Dezember um 11 Uhr Ortszeit (20 Uhr CET) eine weitere Statuskonferenz angesetzt, bei der die beteiligten Parteien zu den Fortschritten in Richtung einer Lösung berichten sollen. Zudem hat das Gericht eine Frist für den 31. Januar 2017 festgesetzt, bis zu der die Parteien diesem eine formale Vereinbarung vorlegen sollen.

„Die vom Gericht bekanntgegebene Einigung zwischen Volkswagen und den US-Umweltbehörden ist ein weiterer wichtiger Schritt nach vorne auf unserem Weg, die Dinge für unsere Kunden in Ordnung zu bringen. Wir unterstützen die Anstrengungen des Gerichts, so schnell wie möglich eine faire und angemessene Lösung für verbleibende Ansprüche im Zusammenhang mit 3,0l-TDI-V6-Fahrzeugen herbeizuführen,“ sagte Hinrich J. Woebcken, President und CEO der Volkswagen Group of America, Inc. „Wir setzen uns dafür ein, das Vertrauen all unserer Stakeholder zurückzugewinnen und wissen die Geduld unserer Kunden und Händler in den Vereinigten Staaten im weiteren Verlauf des Verfahrens zu schätzen.“

Gemäß des angestrebten Consent Decree hat Volkswagen Folgendem zugestimmt:

Einem Rückruf von etwa 63.000 betroffenen 3,0l-TDI-V6-Fahrzeugen der Modelljahre 2013-2016 der Marken Volkswagen, Audi und Porsche, die mit sogenannten Generation 2-Motoren ausgestattet sind. Im Zuge des Rückrufs werden diese in Einklang mit genau den Emissionsstandards gebracht, gemäß derer sie ursprünglich zertifiziert wurden. Die Voraussetzung dafür ist, dass EPA und CARB die Genehmigung für entsprechende Maßnahmen erteilen. Sollte Volkswagen dieser Vorgabe nicht entsprechen können, wird das Unternehmen für die entsprechenden Fahrzeuge einen Rückkauf oder eine Beendigung des Leasings anbieten. Zudem kann Volkswagen in diesem Fall bei EPA und CARB eine Freigabe für technische Anpassungen ersuchen, um Kunden eine erhebliche Verringerung der Stickoxid-Emissionen (NOx) anzubieten.
Einem Rückkauf oder einer vorzeitigen Beendigung des Leasings von etwa 20.000 betroffenen 3,0l-TDI-V6-Fahrzeugen der Modelljahre 2009-2012 der Marken Volkswagen und Audi, die mit sogenannten Generation 1-Motoren ausgestattet sind. Alternativ, sofern von EPA und CARB genehmigt, kann der NOx-Ausstoß bei diesen Fahrzeugen auch mittels technischer Anpassungen substanziell verringert werden, sodass in Frage kommende Eigentümer und Leasingnehmer auch die Möglichkeit haben, ihr Fahrzeug zu behalten.
Der Zahlung von 225 Millionen US-Dollar als Beitrag zu dem Fonds für Umweltausgleichsmaßnahmen, der im Rahmen des von Volkswagen in den Vereinigten Staaten geschlossenen 2,0l-TDI-Vergleichs eingerichtet wird, um über die gesamte Lebensdauer von betroffenen 3,0l-TDI-V6-Fahrzeugen verursachte, überschüssige Stickoxidemissionen vollständig zu kompensieren.
Als Teil der Vereinbarung mit Kalifornien wird Volkswagen außerdem mit einer Zahlung von 25 Millionen US-Dollar an CARB die Nutzung von Null-Emissions-Fahrzeugen in dem Bundesstaat unterstützen.

Die Bestimmungen der angestrebten Vereinbarung werden erst abschließend Geltung erlangen, nachdem sie vom Gericht genehmigt worden sind. Dies wird frühestens im Frühjahr 2017 der Fall sein. Für betroffene Kunden mit 3,0l-TDI-V6-Motoren gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit, aktiv zu werden. Weitere Informationen erhalten sie bei Bedarf unter www.VWCourtSettlement.com.

Der verkündete Consent Decree ist gemäß seiner Bedingungen nicht darauf ausgerichtet, Volkswagens Verpflichtungen im Rahmen der Gesetze oder Bestimmungen eines Rechtssystems außerhalb der USA zu beeinflussen oder in jenen Anwendung zu finden. Die Regelungen zu Stickoxid (NOx) Emissionsgrenzwerten für Fahrzeuge in den USA sind sehr viel strenger als in anderen Teilen der Welt und die Motorenvarianten unterscheiden sich ebenfalls erheblich. Dies macht die Entwicklung technischer Lösungen in den Vereinigten Staaten schwieriger als in Europa oder anderen Regionen der Welt, wo die Umsetzung eines genehmigten Programms zur Anpassung von TDI-Fahrzeugen, mit dem die UN/ECE und europäischen Abgasnormen vollumfänglich erfüllt werden, in Übereinkunft mit den entsprechenden Behörden bereits begonnen hat.

Ein Jahr gilt im Unternehmensalltag als ein überschaubarer Zeitraum. Dass ein Jahr aber verdammt lang sein und nicht nur für ein Unternehmen, sondern für eine ganze Branche fatale Folgen haben kann, zeigt exemplarisch der vom VW-Konzern im September 2015 ausgelöste Dieselabgas-Skandal. Mit dem jetzt gelungenen Vergleich für die von der Tochter Audi zu verantwortenden großen 3-Liter-Dieselmotoren in den USA scheint der Großteil der Milliardenbelastungen für den Wolfsburger Autokonzern klar – von noch ausstehenden Strafzahlungen abgesehen.

Ende gut, alles gut? Diese Rechnung geht wohl weder für Unternehmen, noch Branche, Beschäftigte und auch nicht für Investoren auf. Nicht nur wird der Autokonzern auf Dauer finanziell geschwächt. Auch die Perspektiven für die Belegschaften haben sich eingetrübt, denn mit rigidem Sparkurs müssen die Mittel für Investitionen in die elektrische Zukunft zusammengekratzt werden.

Für die Branche hat sich mit dem VW-Desaster die Welt verändert. Der für die Erreichung der ehrgeizigen EU-Ziele bezüglich CO2 so wichtige Dieselmotor ist diskreditiert und verliert schnell an Bedeutung. Und wie mit batterieelektrischen Fahrzeugen Geld verdient werden kann, wird erst die Zeit nach 2020 zeigen. Die gesamtwirtschaftlichen Nebenwirkungen sind noch gar nicht kalkuliert. An der Fahrzeugproduktion hängen bedeutende zuliefernde Branchen wie Maschinenbau, Chemie oder Elektrotechnik.

Der Kapitalmarkt rechnet dagegen mit kühlem Kopf. Und da haben die den richtigen Riecher bewiesen, die nach dem Sturz der VW-Vorzugsaktie um fast die Hälfte auf 86 Euro im September vorigen Jahres den Mut hatten zuzugreifen. Bis gestern hat das Papier um 60% auf mehr als 138 Euro zugelegt. Im Vergleich zu den sich in diesem Jahr eher unterdurchschnittlich entwickelnden Papieren von BMW und Daimler hat die VW-Vorzugsaktie die Nase vorn.

Wer schon lange investiert war, muss allerdings noch immer zuwarten, bis die etwa 168 Euro je Anteil unmittelbar vor „Dieselgate“ wieder erreicht sind. Und bei diesen enttäuschten Investoren schlummert für Volkswagen weiterhin ein finanzielles Risiko. Beim zuständigen Landgericht in Braunschweig sind weit mehr als 1000 Schadenersatzklagen im gesamten Streitwert von über 8 Mrd. Euro eingegangen. Nicht nur Kleinanleger fühlen sich von den Wolfsburgern düpiert, sondern auch Bundesländer und große Finanzinvestoren hoffen auf einen Erfolg in einem möglichen KapMuG-Musterverfahren. Peter Olsen – Börsen-Zeitung

DasParlament

4 Meinungen bis jetzt. Fühlen Sie sich frei der Diskussion beizutreten.

  1. Edelweiß Montag, 26. Dezember 2016, 13:17 um 13:17 - Reply

    Mit dem Finger auf andere zeigen ist immer so ’ne
    Sache, ich weiß. Aber VW hat sich k r i m i n e l l
    verhalten; da beißt keine Maus den Faden ab.Und
    ich Trottel habe mir im Mai dieses Jahres einen
    Polo gekauft. Das tu ich nicht wieder, u.a. weil bei
    VW in den Führungsetagen künftig ENGLISCH ge-
    sprochen werden soll. Lug und Trug und nun auch
    noch die eigene wunderbare Sprache meiden, das
    unterstütze ich nicht. Irgendwann ist Schluss!

    • Anonymous Dienstag, 27. Dezember 2016, 16:13 um 16:13 - Reply

      They will speaks englisch ?
      gearmen peoples ?
      in germany ?
      It`s crazy
      it`s dangerous
      They lost the roots
      speaking english
      dreaming deutsch
      fealing deutsch
      cut

  2. Anonymous Montag, 26. Dezember 2016, 9:28 um 9:28 - Reply

    Ach nee, und als Photo ein VW Käfer, in der nostalgischen kleinen Garage eines Mannes, der sich ein Anleitungsbuch gekauft hat, zb. „so helfe ich mir selbst VW…“ –was macht er denn?– wechselt er den Zahnriemen? —- Wieso hat er kein Licht? So eine feine kleine Heimwerkstatt, und ein Oldtimer in ausgezeichnetem optischen Zustand, und der Mann bockt sich das Auto nicht einen Zentimeter hoch um darunter liegend zu arbeiten?
    Voll daneben.
    Denen ist nicht zu trauen. Die Luft wurde und wird weiter vergiftet, hauptsache Profit.

    • Anonymous Dienstag, 27. Dezember 2016, 13:39 um 13:39 - Reply

      Na, vielleicht haben die ja schon zu Zeiten des Käferbaus betrogen und das “ Photo “ ist so was wie ein freudscher Versprecher (Verjournallister).

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