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US-Strafzölle vernichtet heimische Hersteller

Voestalpine warnt vor Stahlschwemme in Europa durch US-Zölle

Globale Verträge können nicht kurzerhand von zwei oder drei Partnern verändert werden. Für jede Entscheidung braucht man Mehrheiten und Kompromisse. Daran können weder Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström etwas ändern. Dabei hat Trump nicht mit allen seinen Klagen über den Verdrängungswettbewerb auf dem Stahlmarkt, die Handelsungleichgewichte und die europäischen Verteidigungsausgaben unrecht. Aber das alles sind verschiedene Themen, die Trump bewusst vermischt. Mitteldeutsche Zeitung

Trump und Zöllen

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder hat vor einer Stahlschwemme in Europa durch eine Abschottung des US-Markts gewarnt. „Sollte Europa der einzige große Wirtschaftsraum weltweit sein, der uneingeschränkt beliefert werden kann, droht uns eine neue Stahlschwemme. Damit wäre das Geschäft der heimischen Hersteller bedroht“, sagte Eder der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. „Dieses Szenario gilt es zu verhindern“, fügte Eder hinzu. Es bereite ihm Sorgen, „dass durch eine Abschottung des amerikanischen Marktes zusätzlicher Stahl aus anderen Regionen nach Europa gelenkt werden könnte“.

Eder betonte: „Es geht nicht nur um Stahl aus China. Sollte es tatsächlich zu einer Eskalation durch Strafzölle in den USA kommen, würden sich voraussichtlich auch Stahlhersteller aus Ländern wie etwa Indien, Korea, Taiwan, Russland, Brasilien oder der Türkei zunehmend in Richtung Europa orientieren. Die Folgen wären verheerend.“ Es sei wichtig, dass sich Europa wappne: „Auf politischer Ebene sollten Schutzmechanismen für Europas Stahlindustrie vorbereitet werden. Falls Appelle zur Mäßigung ungehört verhallen, muss Europa handlungsfähig sein, um die eigene Industrie zu schützen.“

Eder äußerte sich auch zur geplanten Fusion der europäischen Stahlaktivitäten von Thyssenkrupp und Tata. Sollten die Kartellbehörden im Zuge der Fusion aus Wettbewerbsgründen Verkäufe anmahnen, sei Voestalpine nicht an Zukäufen interessiert. „Wir wollen immer noch anspruchsvolleren Stahl erzeugen, aber keine zusätzlichen Stahlkapazitäten aufbauen“, sagte Eder. „Schon jetzt stammt nur noch ein Drittel unseres Konzernumsatzes aus dem Stahlbereich. Der Anteil wird sich weiter reduzieren und in absehbarer Zeit bei etwa einem Viertel liegen.“ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

DIHK-Präsident lobt Altmaier für Einsatz gegen US-Strafzölle

DIHK-Präsident Eric Schweitzer hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für seinen Einsatz gelobt, durch Gespräche in Washington noch US-Strafzölle gegen europäische Lieferanten zu verhindern. „In dieser angespannten Situation ist es wichtig, dass Peter Altmaier in einer konzertierten Aktion mit EU-Kommissarin Malmström versucht, das Eis zu brechen“, sagte Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

„Er wahrt dadurch die Chancen auf eine Einigung ganz im Sinne der deutschen Unternehmen“, sagte Schweitzer. Die Zölle würden die Produkte deutscher Hersteller für amerikanische Kunden um rund 400 Millionen Euro verteuern. Gravierender sei aber die mittelbare Wirkung. „Ein Handelssystem, das seine eigenen Regeln nicht mehr ernst nimmt, führt sich selbst in die Bedeutungslosigkeit“, sagte Schweitzer. „Die Begründung für die neuen Zölle seitens der USA entsprechen aus meiner Sicht nicht den WTO-Regeln. Deshalb muss jetzt nicht nur entschlossen gehandelt, sondern auch verhandelt werden“, sagte der DIHK-Chef. Rheinische Post

BDI zur USA-Reise von Bundeswirtschaftsminister Altmaier: Gut, dass gleich nach Regierungsbildung der aktive Dialog gesucht wird

Zur USA-Reise von Bundeswirtschaftsminister Altmaier äußert sich BDI-Präsident Dieter Kempf: – „Es ist gut, dass der Bundeswirtschaftsminister wenige Tage nach seinem Amtsantritt in den aktiven Dialog mit der

US-Administration tritt. Ein halbes Jahr Regierungsbildung haben dem deutsch-amerikanischen Verhältnis sicher nicht geholfen. Die USA sind und bleiben wichtiger Handelspartner für Deutschland.

In den Gesprächen sollte deutlich gemacht werden, dass Einfuhren von Stahl und Aluminium keine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen. Die Unternehmen in den USA sind gerade auf deutsche Ingenieurstechnologie und Zwischenprodukte aus Europa angewiesen.

Mit Zöllen schaden die USA auch der eigenen Wirtschaft. Niemand ist eine Insel. Wer Wertschöpfungsketten zerschlägt, bremst Innovation und verteuert Produktion; das kostet Wohlstand und Chancen.

Die deutsche Industrie setzt darauf, dass am Ende die USA und die Europäische Union das WTO-Recht respektieren und eine Eskalation vermeiden. Dafür müssen alle Beteiligten einen kühlen Kopf bewahren und von Schnellschüssen absehen.

Deutsche Unternehmen tragen in großem Maße zu Wohlstand und Arbeitsplätzen in den USA bei. Insgesamt haben fast 4.800 deutsche Unternehmen in den USA 674.000 Beschäftigte. Damit ist Deutschland der viertgrößte ausländische Arbeitgeber in den USA.

Unsere Unternehmen sind Teil der Lösung, nicht Teil des Problems.“ BDI Bundesverband der Dt. Industrie

3 Kommentare

  1. Siggi

    Mensch, Altmeier, mach mal a bissel Sport, nicht nur ununterbrochen bei den nichtsnutzigen Sitzungen das Essen reinschaufeln, ( vom Steuerzahler bezahlt),
    wirst ja immer fetter von Monat zu Monat! Wie a Heissluftballon, der gleich platzen tut!

  2. Dragan

    Was ist denn alles so alles abgewandert die letzen zehn Jahre. Atomsparte von Siemens, viele Biotech-Unternehmen, neuerdings die Gasturbinentwicklung von Siemens, Kika, Teile der Rüstungsindustrie, einige mittelständische Machinenbauer und Logistik-Unternehmen und noch so einige mehr. Aktuell steht die Autbranche unter Druck, sich im Ausland eine neue Heimat zu suchen, wer weiß denn schon, welcher Verbrennungsmotor als nächstes verboten/zu tode reguliert wird? Da freut sich Daimler über den Einstieg der Chinesen, ohnehin der größere Markt. Das alles sind Kollateralschäden der technologiefeindlichen Regierungspolitik.

    Dazu kommt, das die Importzölle der EU in aller Regel auch noch höher sind, als die der USA.

    Trump versucht jetzt, die EU in zweierlei hinsicht an zu greifen. Zum einen schafft er in den USA durch die Steuerreform enorme Anreize für deutsche Unternehmen, dort zu produzieren, dann entfallen sämtliche Importsteuern. Zum anderen Dereguliert er, so das Investoren sicher sein können, das ihre Investitionen zukünftig noch stärker vor politischer Willkür geschützt sind.

    Wir kennen ja Merkel und wir kennen auch Altmaier. Ich gehe mal davon aus, er wird die Wirtschaft genau so gut steuern, wie zuvor die Migration. Viel Glück die nächsten vier Jahre! Ihr werdet sie brauchen.

    • Klaus-Jürgen

      Danke ! Klasse auf den Punkt gebracht! Ja, genauso ist es !

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