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US-Präsident Trump mischt Deutsche und Firmen auf

BDI zum Atomabkommen: Kein Verständnis für amerikanischen Appell, Geschäft im Iran sofort zurückzufahren

BDI-Präsident Dieter Kempf äußert sich zum Atomabkommen: „Kein Verständnis für amerikanischen Appell, Geschäft im Iran sofort zurückzufahren“

„Die deutsche Industrie kritisiert den Rückzug der USA aus dem so mühselig und langwierig verhandelten Atomabkommen zutiefst.

Jetzt muss es der EU gelingen, mit Russland und China ein deutliches Bekenntnis zu den im Atomabkommen getroffenen Vereinbarungen abzugeben. Dabei geht es um Glaubwürdigkeit in der Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Eine weitere Annäherung mit dem Iran wird durch das unilaterale Vorgehen der Trump-Regierung verhindert.

Für den amerikanischen Appell, dass deutsche Unternehmen ihr Geschäft im Iran sofort zurückfahren sollten, haben wir kein Verständnis. Die deutsche Industrie kritisiert die völkerrechtswidrige extraterritoriale Anwendung von Sanktionen, wie sie den USA vorschwebt. Die EU muss eine Lösung finden, die europäische Unternehmen vor den Auswirkungen der unrechtmäßigen und einseitigen Anwendung von US-Sanktionen schützt.

Der Druck der US-Regierung auf Unternehmen mit Iran-Geschäft erhöht sich dramatisch mit unabsehbaren Folgen. Für Unternehmen wird es noch schwieriger, Projekte in der Islamischen Republik mit Banken zu finanzieren. Die Banken wollen ihre oftmals größeren Geschäftsmöglichkeiten in den USA nicht gefährden. Es ist dringend erforderlich, unsere Unternehmen wirkungsvoll vor den Auswirkungen von US-Sanktionen zu schützen.

Der BDI empfiehlt deutschen Unternehmen, sich streng an internationale Sanktionen zu halten. Von den Sanktionen ausgenommene Lieferungen sollten aber auch in Zukunft möglich sein und für die Unterstützung der iranischen Bevölkerung genutzt werden, beispielsweise im medizinischen Bereich.“ BDI Bundesverband der Dt. Industrie

Heimische Firmen zunehmend über US-Außenpolitik beunruhigt

„Die Außenpolitik von US-Präsident Trump löst vor allem in den heimischen Industrieunternehmen zunehmende Besorgnis aus. Die Strafzölle auf Stahl und Aluminium sind nicht aus der Welt. Wie ein Damoklesschwert hängen sie über der Industrie. Und wer glaubt, der soeben verkündete Ausstieg aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran wäre weit weg und beträfe die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe nicht, ist auf dem Holzweg. Die Entscheidungen in Washington verunsichern auch die heimischen Unternehmen erheblich.“

Dies bekräftigt IHK-Präsident Felix G. Hensel angesichts der Ankündigung der US-Administration, die Iran-Sanktionen wieder zu beleben. Immerhin stünden derzeit 62 Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein und Olpe in Handelsbeziehungen mit dem Iran. „Diese Geschäftsbeziehungen werden durch das einseitige Agieren der US-Regierung unter einen enormen Vorbehalt gestellt. Zwar sind Geschäfte mit dem Iran weiterhin möglich, solange das Atom-Abkommen durch die EU nicht aufgekündigt wird. Diesen Unternehmen drohen jedoch wegen der exterritorialen Wirkung der Sanktionen in den USA empfindliche Strafen“, führt Felix G. Hensel weiter aus. Das alles wirke sich sehr negativ auf die Stimmungslage der Unternehmen aus. Die Geschäfte insbesondere der exportorientierten Firmen würden immer weniger berechenbar.

Der unglaubliche Vorgang, dass ein neuer US-Botschafter in Berlin am Tage nach seiner Einführung deutschen Unternehmen droht, weiterhin mit dem Iran Geschäfte zu machen, deute die Richtung an, ergänzt IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener: „Fast 220 Unternehmen exportieren aus Siegen-Wittgenstein und Olpe in die USA. 31 von ihnen haben Niederlassungen sowie Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten. Wir schätzen, dass das gesamte Exportvolumen unseres verarbeitenden Gewerbes in die USA jährlich rund 700 Mio. Euro ausmacht. Dies verdeutlicht, wie stark auch die heimischen Firmen von den vollkommen unberechenbaren außenpolitischen Entscheidungen der US-Regierung betroffen sind. Die einen mehr, die anderen weniger.“

In der Wirtschaft zeichne sich indessen ein Stimmungsumschwung ab. Einer aktuellen IHK-Umfrage zufolge sehen rund 20 Prozent der hiesigen Unternehmen ihr Geschäft durch die drohenden Strafzölle direkt oder indirekt beeinflusst. Klaus Gräbener: „Berechenbarkeit und Verlässlichkeit sind die Voraussetzung für eine funktionierende internationale Arbeitsteilung. Hiervon entfernt sich die eruptiv handelnde US-Regierung zusehends.“

Das ifo-Institut habe kürzlich darauf hingewiesen, dass die amerikanische Regierung die Diskussion um das außenwirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den USA und Europa ausschließlich am Güterhandel in der amtlichen Statistik festmache. Beziehe man jedoch auch die Dienstleistungen und die erzielten Unternehmensgewinne mit in die Betrachtung ein, ergebe sich ein völlig anderes Bild. Die Leistungsbilanz zwischen den USA und Europa sei ausgeglichen; vor allem wegen der von den US-amerikanischen Konzernen und deren Tochtergesellschaften in Europa erzielten Gewinne. Leider werde dies in den USA nicht hinreichend wahrgenommen, so Felix G. Hensel und Klaus Gräbener abschließend. Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK)

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Wenn sie mit Terroristen und brutalen Diktatoren Geschäfte machen wollen, dann ernten sie das was Sie säen>>
    es kann langfristig nur Ärger geben und man ist dann auch erpressbar– davor scheuen solche skrupellosen Typen nicht zurück.

    Trump beendet das Geschäft mit diesen miesen Typen- Bravo kann ich nur sagen– und wenn die deutschen Firmen , ihre Geschäfte lieber mit Iran als mit der USA betreiben wollen dann wird der Steuerzahler wieder alle Verluste ausgeleichen müssen weil die Politiker rückgratlos sind.
    Trump wird seine Sanktionen durchsetzen– er hat bisher das gemacht was er gesagt hat–endlichmal ein Politiker der tut was er sagt.

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