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Trumps Retourkutsche: IG Metall befürchtet Job-Abbau wegen US-Zöllen

America First

Die Gewerkschaft IG Metall schlägt Alarm wegen der geplanten US-Zölle auf Stahl und Aluminium. „Einfuhrzölle in den USA werden auch Konsequenzen für die Beschäftigung hierzulande haben“, sagte der Stahl-Experte der Gewerkschaft, Heiko Reese, der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Wie stark, lasse sich derzeit aber nur schwer abschätzen. „Deutschland exportiert etwa eine Million Tonnen Stahl in die USA. Angesichts einer Jahresproduktion von 42 Millionen Tonnen, ist das nicht der Bärenanteil.“ Viel größeren Einfluss würden allerdings die nach Deutschland umgeleiteten Handelsströme haben: „Die Zölle treffen ja nicht nur deutsche Produkte.

Länder wie China, Indien und Japan werden sich auch nach neuen Märkten umschauen. Da die EU aber global betrachtet der offenste Markt ist, werden die Exporteure sich hier zuerst umschauen. Das kann zu Verdrängung und damit auch zu Arbeitsplatzabbau führen“, sagte Reese. Der IG-Metall-Vertreter erklärte, Trumps Pläneseien „eine klar protektionistische Maßnahme“: „Es geht ja nicht darum, Dumping-Stahl von den Märkten fernzuhalten. Wir fordern deshalb die WTO und die EU auf, das entsprechend deutlich zu machen.“ Über diplomatische Kanäle solle der Ton drastisch verschärft werden. „Und zwar so, dass auch Herr Trump die Brisanz versteht“, sagte Reese. Rheinische Post

Außenminister Gabriel zur Ankündigung Trumps, Strafzölle gegen Stahl- und Aluminiumimporte zu verhängen

Ich sehe die Ankündigung von US-Präsident Trump Strafzölle gegen Stahl- und Aluminiumimporte in Höhe von 25% bzw. 10% zu verhängen ‎mit größter Sorge. Anders als möglicherweise andere Staaten betreiben deutsche und europäische Unternehmen der Stahl- und Aluminiumindustrie keinen unfairen Wettbewerb mit Dumpingpreisen. Aber ein solcher weltweiter US-Rundumschlag würde gerade unsere Exporte und Arbeitsplätze mit am Stärksten betreffen.

Die Begründung dieser Maßnahme ‎mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA (Section 232) ist insbesondere gegenüber EU- und NATO-Partnern überhaupt nicht nachvollziehbar.

Die EU muss auf Strafzölle der USA, die tausende Arbeitsplätze in Europa gefährden, mit Entschiedenheit reagieren. Daran sollte in Washington kein Zweifel bestehen. Diese drohende schwere handelspolitische Auseinandersetzung zwischen den USA und Europa ist weder im Interesse Europas noch der USA. Hier gilt: ‚Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.‘ Deshalb hoffe ich, dass ‎Präsident Trump seine Ankündigung noch einmal überdenkt. Wir müssen alles dafür tun, einen internationalen Handelskonflikt zu vermeiden. Auswärtiges Amt

Trumps Retourkutsche

„Der drohende Handelskrieg zwischen Amerika, China und der EU zeigt die Grenzen des Freihandels auf. Die Absicht des US-Präsidenten, Industriearbeitsplätze im eigenen Land zu schützen und neue zu schaffen, ist im Kern nicht verkehrt. Statt aber auf gemeinsame zwischenstaatliche Lösungen zum Abbau von Überkapazitäten zu setzen, schottet sich die USA nun durch Strafzölle ab. Das provoziert Vergeltungsmaßnahmen und weitere Handelskonflikte, die weder den Beschäftigten hüben noch drüben nützen“, kommentiert Klaus Ernst, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die angekündigten US-Importzölle auf Stahl und Aluminium. Ernst weiter:

„Es ist wohlfeil, wenn die Bundesregierung sich über Trumps Politik echauffiert. Denn gerade die hartnäckige Weigerung, die strukturellen deutschen Exportüberschüsse anzugehen, brachte und bringt viele Defizitländer in Bedrängnis. Mit Trump kommt nun die Retourkutsche.

Wir brauchen endlich eine Handelspolitik, die nicht nur auf Wettbewerb und niedrigste Preise setzt, sondern regionale Besonderheiten berücksichtigt, Umwelt- und Sozialstandards auf höchstem Niveau festschreibt und die positive wirtschaftliche Entwicklung aller Regionen zum Ziel hat.“ Partei Die Linke im Bundestag

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