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Staatshaftung (Steuerzahler) bei Wirecard – DPR versagte bei der Prüfung

Wirecard - was Anleger daraus lernen sollten

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) sollte im Auftrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht seit Februar 2019 den Abschluss des ersten Halbjahres 2018 der Wirecard AG überprüfen. Doch nach fünfzehn Monaten lagen immer noch keine Ergebnisse vor. Nun kündigte das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz den Vertrag mit DPR fristgemäß zum 31.12.2021. „Dieses „Bauernopfer“ ist als Schuldeingeständnis des zuständigen Ministeriums zu interpretieren“, meint der Hamburger Fachanwalt Peter Hahn von HAHN Rechtsanwälte. Er sieht in diesem Versagen tragfähige Ansätze für eine Staatshaftung.

„Seit Februar 2019 sah sich die BaFin veranlasst, gegen die Wirecard wegen Bilanzmanipulationen zu ermitteln. Aufgrund des in diesem Bereich zweistufig organisierten Aufsichtsrechts gab diese den Untersuchungsauftrag an die DPR weiter. Die DPR ist ein privatrechtlicher Verein, der diesbezüglich mit hoheitlichen Aufgaben beliehen ist. Für die Wirecard-Prüfung stellte die DPR einen einzigen Mitarbeiter ab. Dieser war offensichtlich mit der Aufgabe total überfordert. Bis zum Insolvenzantrag der Wirecard AG am 25. Juni 2020 war es ihm nicht gelungen, einen Prüfbericht zu erstellen und vorzulegen“, sagt Hahn.

„Anleger, die Aktien, Anleihen oder Derivate der Wirecard AG erworben haben, haben nach unserer Auffassung je nach dem Zeitraum des Erwerbs einen Anspruch auf Schadensersatz. Dieser wird von uns im Wege der Einzel- und Sammelklage gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft E&Y und die Vorstandsmitglieder der Wirecard AG geltend gemacht. Im Übrigen prüfen wir auch Amtshaftungsansprüche wegen des Versagens bei der DPR“, so Hahn abschließend. Bei HAHN Rechtsanwälte sind in kürzester Zeit mehr als 2.000 Anfragen eingegangen. HAHN Rechtsanwälte prüfen kostenfrei die Chancen von (Privat-)Anlegern, die bei Wirecard investiert sind.¹

Wirecard – was Anleger daraus lernen sollten

Es ist ein Wirtschaftskrimi – mit bösen Folgen für Aktionäre. Doch der Absturz des DAX-Konzerns Wirecard trifft nicht nur dessen Anteilseigner, das Problem ist viel umfassender: „Der Schaden für die ohnehin nur schwach ausgeprägte deutsche Aktienkultur dürfte beträchtlich sein“, sagt Jörg Wiechmann. Der Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC) erläutert, was Anleger aus dem Drama lernen können.

Nicht einmal zwei Jahre ist es her, dass Wirecard in den Deutschen Aktien-Index aufstieg. Zwischen 2002 und 2018 habe sich der Aktienkurs des Unternehmens um das 500-fache gesteigert, so Wiechmann. Nun kamen der Betrugsverdacht und ein Kursverlust von fast 99 Prozent: Eine solche Pleite fördere nicht gerade das Vertrauen in die Aktienanlage.

Doch der IAC-Geschäftsführer gibt zu bedenken: „Pleiten, Pech und Pannen gehören nun einmal zur Geschichte der Börse dazu wie Konjunkturschwankungen, Kriege und Pandemien.“ Der wirksame Impfstoff dagegen sei die breite Streuung der Anlagen.

Der IAC habe es selbst erlebt, zwar nicht aktuell bei Wirecard, aber im Jahr 2002 bei einem der größten Börsenskandale der US-Geschichte: Als Betrügereien letztlich die Pleite des Telekommunikationskonzerns MCI Worldcom auslösten, war der Aktien-Club betroffen, denn er hielt Anteile am Unternehmen. Allerdings auch noch an 49 anderen internationalen Firmen – „deshalb hatte dieser Skandal fast keine Auswirkungen für den IAC“, sagt Wiechmann. Umso mehr setze der Club aber seither auf Firmen mit einfachen Geschäftsmodellen ganz nach der Maxime von Super-Investor Warren Buffett: „Investiere nur in Dinge, die du verstehst.“²

Stephan Brandner: „Wirecard zeigt das Versagen von Kontrollmechanismen auf“

Der stellvertretende Bundessprecher der Alternative für Deutschland, Stephan Brandner, sagt dazu:

„Die Wirecard-Insolvenz legt schonungslos offen, dass die Managementkontrolle in Deutschland schlecht bis gar nicht funktioniert. Das gilt nicht nur für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als externe Aufsichtsbehörde, die sich jetzt kritischen Fragen stellen muss, sondern fängt schon bei der unternehmensinternen Kontrolle an. Wenn angestellte Manager für Fehlverhalten und pflichtwidrige Schlamperei kaum jemals persönlich mit ihrem Vermögen haften müssen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn sie bisweilen allzu sorglos mit dem Aktionärsvermögen umgehen. Die AfD-Fraktion hat 2019 einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, mit dem es Aktionären erleichtert werden sollte, die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen gegen Vorstände von Aktiengesellschaften zu erzwingen. Die Altfraktionen, allen voran Union, SPD und Grüne, waren der Meinung, dass kein Änderungsbedarf bestünde, weil die Kontrollmechanismen funktionieren. Der Fall Wirecard sollte sie zum Nachdenken bringen.“³

¹Hahn Rechtsanwälte PartG mbB ²Itzehoer Aktien Club GbR ³Alternative für Deutschland

2 Kommentare

  1. Anonymous

    29.07: diese inkompetenten Wesen, die absolut unfähig sind, bekommen ihre gut dotierten Pöstchen nicht weil sie etwas können sondern weil sie Parteifreunde haben . Die Unfähigsten sitzen auf der Ministerbank und im Kanzleramt, aber fast alle Behörden werden von Hirntoten geleitet, die ihren Job nicht erledigen.

    Wenn ich so viel Mist machen würde dann fliege ich aus dem Betrieb, aber voll auf die Schnauze. Diesen Leuten passiert nichts, und die pfeifen auf Kontrollen oder wenn sie eingeladen werden auszusagen vor irgendwelche Ausschüsse. Es passiert den nichts : von der Leyen sagt aus, sie hat Gutachten für 500 Millionen in Auftrag gegeben ( ihre gute Freunde versteht sich )— Kohl sagt er werde den Namen seiner Geldgeber nicht mitteilen, usw, usw: es passiert nichts, usw. Die Grünen, insbesondere Roth ( hält Transparente mit “ Deutschland verrecke“ in ihren Händen) , Trittin, und viele andere, die Linken und SPD sagen , sie unterstützen Antifa, die Gruppe die Deutschland zerstören will und Terror als politisches Mittel benutzt- es passiert den auch nichts.

    Bin am überlegen ob ich nach Polen aus Ungarn auswandern, dort ist die Politik noch einigermaßen in Ordnung.

  2. Wahrheit

    Was machen eigentlich Politiker im Aufsichtsrat, oder warum beraten Politiker diese Firmen? Ich kann nur feststellen, dass da nur Mist dabei raus kommt. Lobbyistenpolitik muss aufhören.

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