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ifo Institut: Wirtschaftsexperten befürchten durch Zollkrieg ein Schrumpfen des Welthandels

Trump will gegen sämtliche Waren aus China Strafzölle verhängen

Es dauert nicht mehr lange, da geht in den USA der Wahlkampf zur Präsidentschaft wieder los. Und während die Demokraten bislang erfolglos versuchen, US-Präsident Donald Trump zu demontieren, präsentiert sich dieser wieder als der starke Mann, der durchgreift. Eine Rolle, mit der er schon im Clinch mit Hillary Clinton punkten konnte. Trump lässt mit Kriegsschiffen gegenüber dem Iran die Muskeln spielen und überzieht China im Handelskonflikt mit bislang unvorstellbaren Sonderzöllen. Jetzt sollen auf alle (!) Importe aus dem Reich der Mitte Zölle in Höhe von 25 Prozent gezahlt werden. In beiden Fällen taucht die Vokabel Krieg in der öffentlichen Debatte immer wieder auf.

Der US-Präsident spielt damit – wohlweislich, dass dieser Begriff nicht nur einschüchtert, sondern auch, insbesondere aus der Perspektive seiner Anhänger, fasziniert. Was die Handelskonfrontation mit China betrifft, ist Trump der Überzeugung, dass er sich mit seiner schon häufiger praktizierten Strategie des hohen Drucks bei gleichzeitiger Gesprächsbereitschaft letztlich durchsetzen wird. Vielleicht gelingt ihm das. Aber auch hier ist es ein Spiel mit dem Feuer. Trump sieht sich im Wettlauf von Provokation und Vergeltung in der besseren Position, weil China deutlich weniger Waren aus den USA importiert als umgekehrt die USA aus China. Aber auch solche Kriege lassen sich nicht berechnen. Ihnen wohnt naturgemäß das Potenzial zur Eskalation inne. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es ohne einen Kompromiss zu weltwirtschaftlichen Verwerfungen kommt, unter denen letztlich auch die USA leiden werden.¹

Internationale Wirtschaftsexperten befürchten durch den Zollkrieg zwischen den USA, China und Europa einen Rückgang des Welthandels. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ifo Instituts („World Economic Survey“) unter 1130 Volkswirten weltweit. Befragt, welches die bedeutsamste Folge der höheren Zölle sei, antworten sie vorwiegend „weniger Handel“.

Diese Antwort erreichte den Wert von 1,7 auf einer Skala von 1 bis 3, wobei 1 „am wichtigsten“ bedeutet. Besonders ausgeprägt ist diese Sorge demnach bei Experten im Nahen Osten und Nordafrika, wo der Wert von 1,0 erzielt wurde. Die Befragten des ifo World Economic Survey in den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gaben dieser Antwort im Schnitt den Wert von 1,4. Es folgten die Experten aus der EU, Lateinamerika und China mit jeweils 1,6. In anderen entwickelten Volkswirtschaften erreichte der Wert 1,7. Vergleichsweise entspannt zeigten sich die Experten in den Schwellenländern Asiens und Europas mit 2,1 und insbesondere in den USA mit 2,2.

Aber auch einen stärkeren Protektionismus, steigende Kosten durch Zölle und eine Anpassung von Liefer- und Wertschöpfungsketten erwarten die Volkwirte. Alle diese abgefragten Folgen erreichten im Schnitt den Wert von 2,0. Für vergleichsweise etwas weniger wahrscheinlich halten die Experten steigende Preise für Waren und Dienstleistungen sowie ein Umlenken der Handelsströme (jeweils 2,2).

In allen Regionen der Welt, mit Ausnahme des Mittleren Ostens und Nordafrikas, sehen mehr als 50 Prozent der Befragten ihre Volkswirtschaft durch die aktuellen Handelsstreitigkeiten beeinträchtigt. Mehr als 75 Prozent der Experten in der Europäischen Union, in anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften und Lateinamerika sagen dies. Und in Deutschland und den Niederlanden geben sogar mehr als 90 Prozent der Experten an, dass ihr Land von den eskalierenden Handelsstreitigkeiten betroffen sei.²

¹Ralf Heidenreich – Allgemeine Zeitung Mainz ²ifo und CESifo

2 Kommentare

  1. Anonymous

    Ist doch gut fürs Klima, wenn es weniger Welthandel gibt.
    Das kann uns retten vor dem überkochen des Planeten, wenn weniger Schiffe und Flugzeuge die Meere und die Atmosphäre verdrecken und das natürliche Gleichgewicht zerstören.

  2. Anonymous

    Wann befürchten sie nichts??? Diese Leute sind nur da um Angst und Bange zu verbreiten statt mit Optimismus und Tatendrang an die Sache ranzugehen und arbeiten— die plappern nur und wollen — wie mit dieser „Klimakrise“ – durch Angstmacherei die Menschen verunsichern und Trump als Bösewicht darstellen— wenn eigentlich die schlimmen Leute in der EU und China wohl sitzen— Hadel ist keine Einbahnstrasse — Trump hat gerade mit Canada die Zölle auf Stahl und Aluminium beendet– er verhandelt und will das was für die USA schlecht gelaufen ist in den letzten Jahrzehnten wieder bessern — damit nicht so ein grosser Handelsdefizit da ist— finde ich OK

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