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Ifo-Chef Fuest rät zu Abkommen zwischen Nordamerika, Japan und Europa

Ifo-Chef Fuest appelliert an EU: Trump bei Freihandelszone beim Wort nehmen

Unmittelbar vor dem Spitzentreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker an diesem Mittwoch in Washington drängt der Topökonom Clemens Fuest darauf, Trump beim Wort zu nehmen. „Juncker sollte den Vorschlag der USA beim G-20-Gipfel aufgreifen, eine Freihandelszone zwischen Nordamerika, Japan und Europa zu errichten“, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er forderte, Juncker müsse sich klar für Freihandel positionieren und könne so zugleich prüfen, „ob das Angebot von Donald Trump ernsthaft ist“.

Fuest betonte die Vorteile eine solchen Handelszone: „Damit würden alle Zölle im Handel zwischen diesen Ländern abgeschafft, ein Handelskrieg würde verhindert. Diese Freihandelszone würde dem Wirtschaftswachstum einen Schub geben.“ Leider gebe es in der EU aber starke protektionistische Kräfte, die diesen Weg nicht gehen wollten, beklagte der Wissenschaftler.

DIHK befürchtet weltweite Rezession durch Handelsstreit

Außenwirtschaftschef Treier: Protektionismus hemmt Welthandel – BDA-Präsident für transatlantisches Freihandelsabkommen

Der Deutsche Industrie-und Handelskammertag (DIHK) hat vor dem Gespräch von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump vor einer „Eskalation“ des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie der EU dringend gewarnt. „Es besteht die Gefahr, dass die Weltwirtschaft schon nächstes Jahr in eine Rezession abkippt“, sagte Außenwirtschaftschef Volker Treier der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der zunehmende Protektionismus hemme bereits seit einer Weile die Dynamik im Welthandel. „Sollten die US-Autozölle wirklich kommen und Trump gleichzeitig seine Drohungen wahrmachen, Zölle auf den gesamten Import aus China zu verhängen, dann ist der gesamte Welthandel in Gefahr“, warnte Treier. Ein weltweiter Abschwung habe gravierende Auswirkungen auf Deutschland. „Ein Viertel der Jobs hängen hierzulande am Außenhandel“, hob der Außenwirtschafts-Experte hervor.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hält das bevorstehende Treffen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump für eine „wichtige Chance“, um die transatlantischen Beziehungen wieder in die richtige Bahn zu lenken. „Die gefährliche Spirale des Protektionismus muss durchbrochen werden. Es führt zu Verlierern auf beiden Seiten des Atlantiks“, sagte Kramer. Eine Lösung im aktuellen Handelskonflikt zwischen der EU und den USA sieht der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in einem transatlantischen Freihandelsabkommen, „das Zölle und andere Handelshemmnisse gleichermaßen abbauen sollte“: „Die EU ist ein starker und selbstbewusster Wirtschaftsraum“, unterstrich Kramer. Es sei daher folgerichtig, wenn die EU mit anderen Staaten in den nächsten Jahren umfassende Freihandelsabkommen abschließen würde.¹

BDI-Präsident Kempf zur USA-Reise von EU-Kommissionspräsident Juncker: „Die Notbremse ziehen“

„EU-Kommissionspräsident Juncker und US-Präsident Trump müssen im Handelskonflikt die Notbremse ziehen. Dazu muss Washington rhetorisch abrüsten. Die Zölle unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit gehören abgeschafft.“ Das sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, anlässlich des für Mittwoch geplanten Treffens von Donald Trump und Jean-Claude Juncker am Montag in Berlin.

„Jetzt kommt es darauf an, ein gemeinsames Verständnis über die Faktenbasis herzustellen und Vertrauen wiederzugewinnen. Es ist klug, dass EU und USA ihre Gespräche fortsetzen“, betonte der BDI-Präsident. Juncker müsse deutlich machen, dass die USA sich mit Zöllen auf Kraftfahrzeuge und -teile selber schaden. Allein die deutsche Automobilindustrie beschäftige über 118.000 Mitarbeiter in den USA. 60 Prozent ihrer Produktion werde aus den USA in andere Länder exportiert.

„Europa darf sich nicht erpressen lassen und sollte in den USA selbstbewusst auftreten“, unterstrich Kempf. Europa als eine der größten Handelsmächte der Welt dürfe keinen Zweifel daran lassen, dass internationale Handelskonflikte im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO ausgetragen und gelöst werden müssen. Einseitige handelspolitische Maßnahmen außerhalb des Regelwerks der WTO schadeten der wirtschaftlichen Entwicklung überall auf der Welt – auch in den USA.

¹Neue Osnabrücker Zeitung ²BDI Bundesverband der Dt. Industrie

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Trump wollte vor vielen Monaten das was jetzt die EU mit Japan beschlossen haben: keine Zölle!!

    Die Scheiss-EU hatten damals abgelehnt, die wollten die Zölle beibehalten, also — Trump hat seine Zölle angehoben. Trump will nicht übers Ohr gehauen werden- kann ich gut verstehen— warum sollen die anderen reich werden auf Kosten der USA?? Er pokert gut und gewinnt meistens.— sieht man.– er verbucht einen Erfolg nach dem anderen in USA. Schade dass wir so eine Person hier nicht haben als Kanzler. Er würde auf die Bürger achten und nicht auf andere Gruppierungen und nicht nur Parteipolitik machen. Ein Mann von seinem Kaliber haben wir hier gar nicht— nicht mal in Ganzeuropa.

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