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EU stärkt ihr Arsenal im Kampf gegen die Finanzkriminalität mit der fünften Anti-Geldwäsche-Richtlinie

Wie Banken Finanzkriminalität effektiv bekämpfen

Laut LexisNexis® Risk Solutions müssen Unternehmen verstärkt Due-Diligence-Maßnahmen ergreifen, um die neuen Vorschriften für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einzuhalten.

LexisNexis® Risk Solutions, ein globaler Anbieter von Informationslösungen, weist auf die Bedeutung der fünften Geldwäscherichtlinie hin, die das Europäische Parlament verabschiedet hat. Diese baut auf der im Mai 2015 umgesetzten vierten Richtlinie auf und zielt darauf ab, die Nutzung des Finanzsystems für Finanzkriminalität, inklusive Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, zu verhindern.

Die vorgeschlagenen Änderungen sind Teil des umfassenderen Aktionsplans der Europäischen Kommission, um die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung zu unterstützen. Insbesondere hat LexisNexis® Risk Solutions fünf wesentliche Änderungen an der aktuellen Gesetzeslage hervorgehoben, die Finanzinstitute und andere Organisationen beachten müssen, um Anti-Geldwäsche-Regelungen einzuhalten.

  • Digitale Währungen: Als Reaktion auf die zunehmenden Geldwäscherisiken im Zusammenhang mit digitalen Währungen sind alle virtuellen Währungsumtauschplattformen und Inhaber digitaler Geldbörsen dazu verpflichtet, eine gründliche Due-Diligence-Prüfung durchzuführen.
  • Prepaid-Karten: Um die Finanzkriminalität im Zusammenhang mit anonymen Prepaid-Instrumenten zu verringern, müssen Händler eine strengere Kundenüberprüfung durchführen. Der dafür festgelegte
    Schwellenwert wird von 250 EUR auf 150 EUR gesenkt.
  • Länder mit hohem Risiko: Banken müssen ihre Due Diligence überarbeiten, wenn es um Finanztransaktionen aus Ländern mit hohem Risiko geht. Dies schließt auch Länder mit ein, die nicht Teil der EU sind und unzureichende Geldwäschekontrollen aufweisen.
  • Vermehrte Befugnisse für Financial Intelligence Units (FIUs): FIUs erhalten Zugang zu Informationen, die in Zentralbanken und Kontenregistern hinterlegt sind, um die Identifizierung der Kontoinhaber zu erleichtern.
  • Zugang zu den Registern der wirtschaftlichen Eigentümer: Die Einrichtung nationaler Register und der Informationsaustausch zwischen den EU-Mitgliedstaaten ermöglicht ein höheres Maß an
    Transparenz, wenn es um Informationen zu den tatsächlichen Eigentümern von Unternehmen geht.

Während die am 19. April verabschiedete Richtlinie für alle Finanzinstitute gilt, wird ihre Durchsetzung laut LexisNexis® Risk Solutions auch benachbarte Branchen und Akteure wie Wirtschaftsprüfer, Notare, Immobilienmakler und Kasinos betreffen.

Die EU-Mitgliedsstaaten haben 18 Monate Zeit, um die fünfte Anti-Geldwäscherichtlinie umzusetzen, so dass die Änderungen voraussichtlich bis November 2019 in nationales Recht umgesetzt werden können. Das geänderte Treuhandregister sollte bis Januar 2020 und das Zentralregister der Bankkonten bis Juni 2020 in Betrieb sein. Die Verbindung der Register der Mitgliedstaaten über eine zentrale Plattform sollte im Januar 2021 in Betrieb gehen, je nachdem, wie schnell die erforderlichen technischen Systeme eingerichtet werden können.

Seyfi Günay, Direktor für Finanzkriminalität und Terrorismus für die Region EMEA bei LexisNexis Risk Solutions, meint dazu:

„Die fünfte Geldwäscherichtlinie setzt verstärkt auf den risikobasierten Ansatz, insbesondere bei der Identifikation von Länderrisiken. Vor der fünften Aktualisierung wurden Länder, deren Anti-Geldwäsche-Maßnahmen im Aufsichts- und Sanktionsbereich im Einklang mit der EU waren, als risikoarm eingestuft. Das hat sich nun jedoch komplett geändert. Die fünfte Geldwäscherichtlinie verpflichtet Unternehmen dazu, das spezifische Länderrisiko mit ihrem eigenen Risikoprofil abzugleichen – was wiederum mit zusätzlichen Prüfungen einhergeht. Länder wie die USA oder Japan könnten daher von Unternehmen mit hohen Finanztransaktionen und einem signifikanten Anteil an politisch exponierten Personen (PEPs) in ihrem Kundenstamm als Hochrisikogebiete betrachtet werden.

Die fünfte Geldwäscherichtlinie wird auch Konsequenzen für Fintech-Unternehmen haben: Diese werden im Zuge der überarbeiteten Fassung voraussichtlich verstärkt unter Aufsicht geraten. Bisher gab es für Fintechs keinen wirklichen Grund, sich auf derselben regulatorischen Ebene wie zum Beispiel Banken zu bewegen, da sie als Technologieunternehmen und nicht als Bankinstitute betrachtet wurden. Im Zeitalter des „Open Banking“ und angesichts der Möglichkeiten der zweiten Payment Services Directive (PSD2) spielen Fintechs allerdings eine zunehmend wichtigere Rolle im Finanz- und Wirtschaftssystem. Vor diesem Hintergrund wird die neue Geldwäscherichtlinie sicherstellen, dass der Fintech-Sektor über die erforderlichen Kontrollmaßnahmen verfügt, um Geldwäsche zu verhindern und Risiken durch Finanzkriminalität effizienter einzuschätzen.“

Günay geht davon aus, dass die regulatorische Aufsicht über Fintechs drastisch zunehmen wird, insbesondere im Bereich virtueller Währungen. „Fintechs, die im Bereich der virtuellen Währungen tätig sind, werden die gleichen Vorschriften im Bereich Geldwäsche und Terrorfinanzierung einhalten müssen wie traditionelle Finanzinstitute. Die Anbieter, die die Anforderungen der neuen Richtlinie am schnellsten umsetzen und somit zeigen, dass sie die Bedeutung von Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und Betrugskontrollen ernst nehmen, werden für weiteres Wachstum gut positioniert sein.“ LexisNexis Risk Solutions

Bain-Studie zum Vorgehen gegen illegale Geldgeschäfte

Kreditinstitute leiden unter komplizierten und ineffizienten Compliance-Prozessen

  • Herausforderungen wachsen durch immer raffiniertere illegale Finanztransfers und stärkere Regulierung durch die Aufsichtsbehörden
  • Falsches Verhalten bei Verdachtsfällen löst Fehlalarme aus und verärgert seriöse Kunden
  • Banken müssen mehr investieren in agile Kontrollabläufe, moderne Datenanalyse und Kooperationen mit externen Compliance-Spezialisten

Pannen, Papierkrieg, Fehlalarm: Die meisten Großbanken leiden unter zu komplexen und fehleranfälligen Prozessen bei der Bekämpfung von illegalen Finanztransaktionen. Dadurch steigt das Risiko, kriminelle Aktivitäten zu übersehen, seriöse Kunden zu verärgern und von den Aufsichtsbehörden sanktioniert zu werden. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie „How Banks Can Excel in Financial Crimes Compliance“ der internationalen Managementberatung Bain & Company in Zusammenarbeit mit der Parker Fitzgerald Group, einem weltweit führenden Anbieter von Risk-Management-Lösungen im Finanzsektor.

„Die meisten Regelprozesse gegen Finanzbetrug sind viel zu kompliziert, schleppend und fehleranfällig“, stellt Dr. Jan-Alexander Huber fest, Bain-Partner und Co-Autor der Studie. „Das erschwert es, illegale Transaktionen wie internationale Geldwäsche effektiv zu verfolgen. Viele Banken stehen hier vor einer ausgesprochen schwierigen Aufgabe.“ Um ihre Organisation besser auf die tatsächlichen Gefahren einzustellen, müssen Banken ihre Teams effizienter koordinieren, die IT modernisieren und ihre Datenanalyse verfeinern – und zwar alles gleichzeitig.

Viele Bankmitarbeiter verhalten sich falsch bei Verdachtsfällen. Die Gründe: zu statische Compliance-Prozesse, veraltete Algorithmen, Unerfahrenheit und übermäßig komplexe technische Lösungen. Manche Kreditinstitute verzeichnen bis zu 90 Prozent Fehlalarme wegen vermeintlich krimineller Vorgänge.

Vorsorge tut not

Angesichts des Ausmaßes der internationalen Finanzkriminalität und der zunehmenden Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden kann es sich keine Bank mehr leisten, weiterhin auf überholte Compliance-Prozesse zu vertrauen. Im Gegenteil: Banken müssen noch viel mehr in moderne Datenanalyse, agile Kontrollabläufe und in die Kooperation mit hoch spezialisierten Regtech-Firmen investieren. Die Studie identifiziert vier Schlüsselkomponenten für den erfolgreichen Kampf gegen illegale Geldgeschäfte:

  1. Prozesse komplett neu definieren. Statt ihre Compliance-Aktivitäten nur zu überarbeiten, sollten Banken ihre Kontrollabläufe von Grund auf erneuern. In einem Zero-Based-Ansatz definieren sie ihr Zielszenario, vergleichen es mit dem Ist-Zustand und mobilisieren alle Kräfte, um den für sie idealen Regelprozess zu etablieren.
  2. Ein System für alle Daten. Banken brauchen einen zentralen Datenhaushalt für alle relevanten Compliance-Daten. In einem System können so beispielsweise Kundendaten aus verschiedenen internen und externen Quellen gebündelt werden. Anschließend prüfen Algorithmen diesen Datenpool auf Relevanz und sortieren die Informationen nach Wichtigkeit.
  3. Advanced Analytics. Künstliche Intelligenz übernimmt bei der Datenanalyse die weniger anspruchsvollen Routinearbeiten wie das Sammeln und die Erstauswertung von Daten. Die Mitarbeiter greifen ein, wenn Maschinen an ihre Grenzen stoßen, etwa bei der Einschätzung nicht eindeutiger Daten.
  4. Partnerschaften mit Regtechs. Diese Unternehmen verfügen über technologische Lösungen, um die Anforderungen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen. Sie haben tiefgehendes Wissen aufgrund von erprobten Algorithmen in der Analyse von Kundenverhalten. Dieses Know-how selbst aufzubauen lohnt sich für viele Banken nicht.

Auf die richtige Mischung kommt es an

In Zukunft werden Banken gewisse Compliance-Prozesse an solch spezialisierte Regtechs auslagern, die zum Teil gemeinsam mit Wettbewerbern eigene Anti-Betrugs-Einheiten etablieren. „Damit die Zusammenarbeit mit den Regtechs erfolgreich ist, sollte der Compliance-Partner das Vertrauen der Aufsichtsbehörden genießen und die Bankdaten bestmöglich schützen“, erklärt Bain-Partner und Studien-Co-Autor Matthias Memminger. „Die Banken müssen sich außerdem den agilen Arbeitsweisen der Regtechs annähern, interne Abläufe abspecken und ihre IT-Architektur zügig den erforderlichen neuen Technologien anpassen.“ Auch gilt es für die Banken, in puncto Unternehmenskultur offener und im Projektmanagement flexibler zu werden.

Durch geschickte Kooperationen und den intelligenten Einsatz neuer Technologien werden Kreditinstitute immer besser darin, Finanzkriminalität zu bekämpfen. Die Banken, die ihre organisatorischen Hausaufgaben rechtzeitig machen, werden dabei die Nase vorn haben. „Wer seine Compliance-Prozesse verschlankt und die richtige Mischung aus menschlicher und maschinelle Intelligenz findet, wird spürbar von der Kooperation mit den Regulierungsspezialisten profitieren“, so Bankenexperte Huber. Bain & Company

1 Kommentar

  1. Anonymous

    EU gegen Geldwäsche? Soll ich darüber lachen?? Guck mal die ganzen Typen an- Juncker und Co– dazu kommt noch die Lagarde-IWF tante die auch Dreck am Stecken hat– Die sollten lieber in die eigenen Reihen schauen wer da alle Geld von Machteliten bekommt , usw. M.E. fliesst da viel Geld in die Taschen der MEPs ( z.B. Soros Marionetten) und die wissen ganz genau wie man es verstecken kann. Erneute Verarschung der braven Bürger, die jedes Jahr Steuer zahlen.

    Die wollen uns zeigen dass sie etwas gegen Geldwäschetun?? Dann sollen Sie uns zeigen was Sie getan haben seitdem die Panamapapers und und und erschienen sind. Nämlich gar nichts. Die sind alle miteienander in Champagner Bars in Panama oder auf d. Cayman Islands und schlürfen Magnum Champagner zusammen auf Kosten der Steuerzahler, die dann ins Gefängnis gehen wenn sie erwischt werden weil sie 50 € unterschlagen haben in der Steuererklärung.

    Heuchler- Politiker- eine Mafia für sich— und keiner tut was dagegen– leider haben wir hier keinen wie Trump und Co – drain the swamp- die korrupte Staatsmänner dort fallen langsam wie die fliegen- aber hier will keiner oder keine in der Politik etwas dagegen tun weil sie alle in einem Boot sitzen und es geht denn wirklich gut dabei. Armes Europa- armes Deutschland

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